Liebestypen: Was sagt mein Sexleben über meine Beziehung aus?
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- Liebe kann ganz unterschiedlich ausgelebt werden
- Einer Studie zufolge gibt es vier verschiedene Liebestypen
- Was diese Typen voneinander unterscheidet
Romantische Liebe boomt: New-Adult-Romane scheinen immer mehr die klassischen Liebesromane abzulösen und vor allem bei jungen Leserinnen eine echte Fangemeinschaft gefunden zu haben. Über romantische Beziehungen mit all ihren Konflikten und den Herausforderungen des Erwachsenenlebens zu schreiben, kommt an.
Aber nicht nur in der Literatur, auch aus wissenschaftlicher Sicht zeigt sich: Liebe ist nicht gleich Liebe. Eine neue Untersuchung von Adam Bode, Doktorand an der Australian National University (ANU) in Canberra, offenbart eine erstaunliche Vielfalt, wie Menschen Liebesbeziehungen erleben. „Letztendlich lieben wir nicht alle auf die gleiche Weise“, sagte er in einer Mitteilung der Uni. „Manche Menschen haben bis zu 20 Mal pro Woche Sex, wenn sie sich verlieben.“
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Wie wir uns verlieben, hängt demnach mit einer Reihe interessanter Verhaltensweisen zusammen, beispielsweise unseren Schlafgewohnheiten oder unserem Kaffeekonsum. Die neue Studie, an der Forschende mehrerer australischer Universitäten beteiligt waren, identifizierte vier verschiedene Typen von romantischen Liebhaberinnen und Liebhabern. Diese vier Liebestypen reichen von mild und moderat bis zu lustvoll, triebhaft – fachsprachlich libidinös – und intensiv.
Beziehungs-Typ 1: Die moderat Liebenden
Die größte Gruppe sind mit über 40 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer die moderaten Liebhaber. Sie zeichnen sich durch „ganz normale“ Merkmale aus, wie es in der Untersuchung heißt: eine moderate Häufigkeit von Sex, eher wenig obsessive Gedanken, eine hohe Bindungsfähigkeit. Besonders auffällig: Diese Gruppe ist überwiegend männlich und hatte am wenigsten Kinder.
Romantik-Typ 2: Die intensiv Liebenden
Die „sehr leidenschaftlichen“ oder „intensiven“ Liebhaber, die sich „Hals über Kopf“ in die Liebe stürzen, sind mit 29 Prozent die zweitgrößte Gruppe. Diese Typen erleben alles sehr intensiv – von leidenschaftlichem Verliebtsein bis zu einem hohen Sextrieb. Bemerkenswert ist, dass mit 60 Prozent mehr Frauen als Männer zu dieser Gruppe gehören. „Diese Liebenden zeigten die höchste Intensität, das stärkste zwanghafte Denken und die größte Hingabe sowie eine hohe Häufigkeit von Sex“, sagte Bode. Er bezeichnete sie als die „verrückt verliebten“ Typen.
Merkmale dieser intensiv Liebenden sind ein hoher Wert an Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Freude an der Arbeit. Gleichzeitig ist unter ihnen der geringste Anteil an Menschen, die riskant Auto fahren, viel Kaffee und Alkohol trinken oder häufig Drogen nehmen.
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Romantik-Typ 3: Die mild Liebenden
Auf Platz 3 der Skala stehen mit 20 Prozent die milden Liebhaber, die sich durch niedrige Werte in allen romantischen Kategorien auszeichnen. Sie haben wenig intensive Gefühle, wenig Sex und sind auch am wenigsten begeisterungsfähig. Der milde Liebestyp verliebt sich demnach oft erst, nachdem die Beziehung bereits begonnen hat. Sie sind insgesamt zufriedener mit ihrem Leben, aber weniger mit ihrer Beziehung. Nur rund ein Viertel der betroffenen Befragten dieser Gruppe glaubt, dass ihr Partner oder ihre Partnerin „definitiv“ in sie verliebt war.
Romantik-Typ 4: Die triebhaft Liebenden
Die kleinste Gruppe sind die sogenannten libidinösen Liebhaber, die sexuell sehr aktiv sind. Sie machen knapp unter zehn Prozent aus und fallen durch eine extrem hohe Häufigkeit von Sex auf – durchschnittlich zehnmal pro Woche, in Einzelfällen sogar bis zu 20 Mal. „Sie hatten auch das höchste Maß an Reiselust, gaben mehr Geld aus und rauchten mehr Zigaretten als üblich“, sagte Bode.
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Die Studie, die auf den Ergebnissen der „Romantic Love Survey 2022“ basiert, wurde 2025 im Fachmagazin „Personality and Individual Differences“ veröffentlicht. Der Datensatz umfasste über 1500 junge Erwachsene weltweit, die sich selbst als „verliebt“ bezeichneten. Diese für die Analyse genutze Stichprobe umfasste letztlich etwa über 800 Personen. Die Teilnehmenden stammten aus 33 Ländern und repräsentierten verschiedene kulturelle und ethnische Gruppen.
Romantische Liebe wurde bislang nur wenig wissenschaftlich untersucht. Dabei wäre die Thematik wichtig – so der australische Forscher – gerade, wenn man bedenke, welche Rolle romantische Liebe für die Familien- und Beziehungsbildung spiele, welchen Einfluss sie auf die Kultur habe und wie universal sie sei. „Diese Studie wird Ideen für zukünftige Forschungen liefern“, glaubt Bode.
Ein FUNKE Liebe
Ein FUNKE Liebe
Außerdem hätten die Ergebnisse womöglich selbst auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Liebesbeziehungen. Denn die Art und Weise, wie Menschen diese zum Ausdruck bringen, entwickelt sich laut dem Forscher auch heute nach wie vor weiter. Letzteres zeigen nicht zuletzt auch die beliebten New-Adult-Romane, die vor allem bei Instagram und TikTok eine große Fangemeinde gefunden haben.
Dieser Artikel erschien erstmals im März 2025.
