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Stinkwanze

Ungebetene Gäste: Warum belagern Stinkwanzen unsere Wohnungen?

Essen. Immer wieder machen es sich Stinkwanzen in unseren Wohnungen gemütlich. Wo kommen die plötzlich alle her – und wie halten Sie die Insekten fern?
Von Sarah Schlüter, Volontärin (Schwerpunkt Klima & Umwelt)
Ungebetene Gäste - Stinkwanzen in der Wohnung

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  • Stinkwanzen sind in Deutschland weit verbreitet und vermehren sich schnell, besonders bei warmem und trockenem Klima.
  • Die Marmorierte Baumwanze aus Ostasien kann landwirtschaftliche Schäden verursachen, während andere Wanzenarten als Lästlinge gelten.
  • Effektive Maßnahmen zur Abwehr von Stinkwanzen: So können Sie die Wanzen fernhalten.

Kurz gelüftet und ein paar Minuten nicht aufgepasst. Und dann hocken sie plötzlich irgendwo im Wohnzimmer, meist am Fenster, mal einzeln, mal gleich drei auf einmal. Aber dass sie kommen, darauf kann man sich verlassen.

Die Rede ist von Stinkwanzen. Warum sind die braunen und grünen Insekten plötzlich überall, und weshalb kommen sie ständig in unsere Wohnungen? Und vor allem: Wie hält man sie fern?

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Wanze in der Wohnung: Ist eine Stinkwanze gefährlich?

In Deutschland gibt es rund 1000 verschiedene Wanzenarten, viele davon sind in NRW heimisch. Dazu gehören beispielsweise die Grüne Wanze, die Feuerwanze oder die Graue Gartenwanze. Neu ist die Marmorierte Baumwanze aus Ostasien – für Laien ist sie allerdings kaum von der Grauen Gartenwanze zu unterscheiden.

Eines haben sie aber alle gemeinsam: Gefährlich sind sie nicht. Allerdings kann vor allem die eingeschleppte Baumwanze Schäden für Landwirte verursachen: „Wanzen treten als gefürchtete Schädlinge in der Landwirtschaft auf – oder auch als unsere Helfer, die Jagd auf schädliche Insekten machen“, so der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Für Menschen sind Wanzen aber höchstens Lästlinge. Und Achtung: Als Stinkwanze bezeichnet man die Insekten nicht umsonst. Fühlen die Tiere sich bedroht, versprühen sie nämlich ein unangenehm riechendes Sekret – das sei „vor allem bei Berührung“ der Fall, erklärt die Landwirtschaftskammer NRW.

Die Feuerwanze sieht zwar exotisch aus, ist aber in NRW heimisch. Sie gehört sogar zu den häufigsten Wanzenarten hierzulande. © FUNKE Foto Services | Stefan Arend

Wanzen sind keine Käfer

Sechs Beine, Flügel, Panzer: Auf den ersten Blick wirken Wanzen wie Käfer. Tatsächlich aber bilden sie eine eigene Ordnung innerhalb der Insekten und sind auch nicht wirklich nah mit Marienkäfer und Co. verwandt, erklärt der Naturschutzbund (NABU).

Am deutlichsten zeige sich das in der Entwicklung: Käfer bilden am Ende ihrer Wachstumsphase als Larve ein Puppenstadium aus, aus dem dann das ausgewachsene Insekt schlüpft. Wanzen aber wachsen kontinuierlich und entwickeln sich nach und nach zu einem erwachsenen Insekt.

Auch äußerlich unterscheiden sich die beiden Insektenarten: Das vordere Flügelpaar ist bei Wanzen nur im oberen Teil verhärtet. Anders als Käfer haben sie also keinen vollständigen Rückenpanzer.

Warum gibt es so viele Wanzen?

Aufgrund des Klimawandels breiten sich in Deutschland immer mehr Wanzen aus der Mittelmeerregion aus. Laut NABU gibt es hierzulande rund 1000 Wanzenarten – Tendenz weiter steigend. Wanzen vermehren sich extrem schnell. In der Regel paaren die Insekten sich im Mai und Juni, Weibchen legen in der Zeit bis zu 450 Eier ab. Je wärmer und trockener das Klima, desto besser.

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Wärme und Licht locken die Insekten an. Im Herbst suchen die zahlreichen Nachkommen sich ein warmes Plätzchen – und finden das in unseren Wohnungen und Häusern. Gleiches Spiel im Frühjahr: Sinken die Temperaturen unter zehn Grad, „kommen ihnen unsere Wohnungen gerade recht“, so der LWL. Oft suchen Wanzen aber auch Schutz in und unter Topfuntersetzern und Blumenkästen auf Balkon oder Terrasse.

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Auf der Mauer, auf der Lauer: Die Grüne Stinkwanze. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Legen Stinkwanzen Eier in der Wohnung?

Keine Sorge: Ihre Eier legen sie hier in der Regel nicht. Die Tiere paaren sich nur einmal im Jahr, und im Herbst haben sie die Paarungszeit bereits hinter sich. Und solange es kalt ist, legen sie auch nicht wieder los. Wenn es dann im Frühling wieder so weit ist, halten sie sich lieber draußen auf.

Wie kann man Stinkwanzen bekämpfen?

Wem die harmlosen Insekten in der Wohnung zu lästig sind, der kann sie ganz einfach mit einem Glas und einem Stück Papier raustragen. Die Tiere überleben auch gut bei Kälte, erklärt die Tierschutzorganisation Peta. Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Stinkwanzen aufsaugen oder zerdrücken. Denn dabei tritt ihr stinkendes Sekret aus. Beim Staubsaugerbeutel-Wechsel kann einen dann eine unschöne Überraschung erwarten.

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Damit die Tiere gar nicht erst reinkommen, empfiehlt sich beim Stoßlüften in der kalten Jahreszeit, das Licht auszuschalten. Und, wie bei anderen ungebetenen Gästen auch, helfen Fliegengitter. Was Stinkwanzen außerdem auch nicht mögen: Gestank. Öko-Test empfiehlt eine Mischung aus Wasser, Essig und Spülmittel. Diese Flüssigkeit verteilen Sie auf Fensterrahmen und Balkon- und Terrassentüren – das soll die Wanzen fernhalten.

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