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Magdeburg nach Füchse-Sieg: Meistertitel „in unseren Händen“

Magdeburg . Mehr Weltklasse-Handball geht kaum. Dramatik, Top-Torhüter und ein Tor-Festival allererster Güte. Das bessere Ende im Kampf um den Meistertitel hat Magdeburg.
Der Berliner Mathias Gidsel (Mitte) wird von den Magdeburgern Albin Lagergren (l.) und Magnus Saugstrup gestoppt. © dpa | Hartmann

Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert pustete nach dem Schlusspfiff ganz tief durch. Auf der Gegenseite stand Welthandballer Mathias Gidsel fragend mit den Armen in der Hüfte gestützt da, als wollte er fragen: Wie konnten wir das Spiel noch verlieren? Nach der 33:35 (15:15)-Niederlage scheint die Titelverteidigung der Füchse Berlin, die auf Rang drei abrutschen, nahezu ausgeschlossen. 

Der SC Magdeburg ist zwar rechnerisch noch nicht durch, hat aber bei noch acht Spielen sieben Punkte Vorsprung vor der SG Flensburg-Handewitt. Acht Punkte liegt der SCM schon vor den Berlinern. „Jetzt ist die Meisterschaft zu 100 Prozent in unseren Händen. Da kann uns nur unser Kopf oder fehlende Mentalität stoppen“, sagte SCM-Star Gisli Kristjansson. 

Ein Mentalitätsproblem hat die Mannschaft von Bennet Wiegert aber keineswegs. Nach der kräftezehrenden EM und einer kleinen Formkrise mit drei Niederlagen und einem Unentschieden in der Champions League und Bundesliga drehte der SCM in der spannenden Schlussphase die Partie noch. „Das waren zum Schluss Nuancen. Es hätte in beide Richtungen ausgehen können. So fühlen wir uns verdammt gut, das auf unsere Seite gezogen zu haben. Mich macht besonders stolz, dass die Jungs diesen Charakter gezeigt haben, obwohl nicht alles für uns lief“, sagte Wiegert. Der Isländer Kristjansson meinte cool: „Wir wissen, was man tun muss, um gegen solche Mannschaften zu gewinnen.“

Dabei lief anfangs alles für die Füchse. Der serbische Keeper Dejan Milosavljev brachte die Magdeburger zur Verzweiflung, parierte von sieben Strafwürfen fünf – und das gegen fünf verschiedene Schützen. Doch SCM-Torhüter Matej Mandic wurde mit zwölf Paraden gerade in der engen Schlussphase zum Matchwinner für den Gastgeber. Füchse-Coach Nicolej Krickau haderte mit „Kleinigkeiten“ in der Schlussviertelstunde, war nach der „unfassbaren Partie, die eines Topspiels würdig war“, aber mit vielen Dingen zufrieden. 

Vorgeschmack auf die Finalwochen

Immerhin war das Topspiel ein Vorgeschmack auf die Finalwochen. „Ich denke, wir spielen dieses Jahr nochmal gegen Magdeburg“, sagte Milosavljev. Im Final Four in Köln um den Pokal oder in der Königsklasse? „Ich denke beides“, sagte der Füchse-Torhüter. Im Pokal könnten beide Teams im Finale aufeinandertreffen. In der Vorschlussrunde am 18. April müssen die Füchse gegen den TBV Lemgo ran. Magdeburg spielt gegen den Bergischen HC. In der Champions League ist das Final Four in Köln auch für beide möglich. Im Vorjahr hatte der SCM das Endspiel souverän gegen den Hauptstadtklub gewonnen. 

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Die Magdeburger, die am 3. Mai Verfolger Flensburg daheim empfangen, können womöglich in Kürze die nun im Keller der Füchse-Geschäftsstelle wieder aufgetauchte Meisterschale in die Höhe strecken. Das Ost-Derby gegen den Dauerrivalen zeigte aber auch: Die Füchse sind mit Welthandballer Gidsel (elf Tore) mehr als nur dran. Mit der Verpflichtung des französischen Weltstars Dika Mem (FC Barcelona) sowie dem Dänen Simon Pytlick spätestens zum Sommer 2027 ist der Kader dann auf absolutem Weltklasse-Niveau. dpa

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