Krisenjob beim 1. FC Köln: Wagner als Taktgeber und Trostspender
Vor seiner ersten sportlichen Prüfung ist René Wagner nicht nur als Fußballfachmann gefragt. Ob als Ruhepol inmitten des nervösen Umfelds, als Stabilisator einer verunsicherten Mannschaft oder als einfühlsamer Psychologe für den trauernden Said El Mala – der erhoffte Retter des 1. FC Köln muss umgehend seine Qualitäten als vielseitiger Krisenmanager unter Beweis stellen. Und als wäre all das nicht schon genug, kämpft der Interimscoach noch um seine persönliche Beförderung zur Dauerlösung. Zunächst einmal sei es aber an ihm und seinem Trainerteam, sagte der 37-Jährige vor seiner kniffligen Premiere als Chefcoach in der Bundesliga, „den Druck von den Spielern weitestgehend zu lösen“.
Köln braucht El Mala
Wagner, der bislang nur als Assistent von Steffen Baumgart und des entlassenen Lukas Kwasniok gearbeitet hatte, muss nach Gesprächen entscheiden, ob El Malas Kopf schon wieder frei genug ist, um am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) bei Eintracht Frankfurt zu helfen. Der 19-Jährige trauert um seine verstorbene Großmutter. Viele Fans hoffen seit Kwasnioks Rauswurf jedenfalls, dass der Liebling der Massen unter Wagner häufiger von Beginn an stürmen darf. Köln braucht El Mala – aber El Mala braucht auch Köln, um sich doch noch für die WM empfehlen zu können.
„Ich nehme René und seinen Staff in der neuen Konstellation im Trainerteam sehr positiv wahr“, sagte Sportchef Thomas Kessler dem Kölner Stadt-Anzeiger. Dass es im Gespann mit dem erfahrenen Co-Trainer Armin Reutershahn (66) und Ex-Profi Lukas Sinkiewicz als zweitem Assistenten so schnell funktioniere, sei „nicht selbstverständlich nach einer so kurzen Zeit“. Wagner, der bereits der zwölfte Trainer in Köln seit dem Abgang von Peter Stöger im Dezember 2017 ist, wird das gerne hören. Einen weiteren Trainerwechsel wünscht sich der Interimschef ebenso wenig wie die Spieler. sid
