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Basketball-Wahnsinn in den USA: Vier Deutsche und ein Halleluja

Indianapolis. Vier Deutsche greifen beim Final Four der March Madness nach dem Titel. Der Kampf um die College-Meisterschaft elektrisiert die USA.
Ivan Kharchenkov von den Arizona Wildcats. © Getty | Shaw

70.000 Basketball-Verrückte in einem Footballtempel, Millionen vor dem Fernseher – und alle jubeln sie ein paar Studenten zu. Was für deutsche Ohren aberwitzig klingt, ist für US-Sportfans beim Final Four der March Madness Tradition. Dabei könnte erstmals seit zwölf Jahren wieder ein Deutscher beim Showdown um die College-Meisterschaft triumphieren. Die besten Chancen beim Finalturnier am Osterwochenende im Lucas Oil Stadium von Indianapolis, in dem sonst die Colts aus der NFL American Football spielen, hat aus deutscher Sicht wohl Ivan Kharchenkov. Der 19-Jährige war im Vorjahr vom deutschen Meister Bayern München zu den Arizona Wildcats gewechselt, die im Verlauf des prestigeträchtigen K.o.-Turniers ihren Anspruch auf den Titel untermauerten.

Kritik an Talentflucht

Wie so viele andere deutsche Basketball-Juwele war der U18-Europameister von 2024 ans College gegangen, wo man für die NBA im Schaufenster steht und mittlerweile mit den eigenen Namen- und Bildrechten viel Geld verdienen kann. In der Debatte um diese millionenschweren NIL-Deals (Name, Image, Likeness) hatte es durchaus Kritik aus der Bundesliga gegeben. Marko Pesic, der frühere Bayern-Geschäftsführer, hatte die Talentflucht aus Deutschland als „katastrophal“ bezeichnet. Für Kharchenkov lohnte sich der Schritt jedoch nicht nur finanziell. Der Nationalspieler spielt als Starter eine starke Debütsaison und führt das Team mit an.

Im Kampf um das Endspiel am Ostermontag müssen Kharchenkov und die Wildcats in der Nacht zu Sonntag (2.49 Uhr deutscher Zeit) die Michigan Wolverines ausschalten. Beim Team von der Alma Mater der Brüder Franz und Moritz Wagner spielt in Malick Kordel ein weiterer Deutscher. Im zweiten Halbfinale (0.09 Uhr) wollen U19-Vizeweltmeister Eric Reibe und Dwayne Koroma mit den UConn Huskies ins Finale, Gegner sind die Illinois Fighting Illini. Das Duo könnte in die Fußstapfen von Weltmeister Niels Giffey und Leon Tolksdorf treten, die 2014 mit UConn als bis dato letzte Deutsche die Meisterschaft gewonnen hatten.

Derlei Spektakel zieht die Massen an, entsprechend teuer sind die Tickets. Über die vom College-Sportverband NCAA beworbenen Webseiten wurden Halbfinalkarten für absurde 15.000 US-Dollar pro Stück angeboten. Die Preise für das Finale gingen ebenfalls hoch bis in die Tausende. Wer keines der rund 70.000 Tickets abbekommen hat, sitzt gebannt vor dem TV: 2025 schauten im Schnitt 18,1 Millionen Fans das Endspiel beim Sender CBS. sid

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