Deutsches Duell beim Boat Race: Freischem Sisters verzücken die Insel
Lilli und Mia Freischem haben vorgesorgt. Damit ihren Eltern beim heiklen Familienduell ein Dilemma erspart bleibt, verschenkten die Schwestern zu Weihnachten kurzerhand handgemachte Pullover mit geteiltem Cambridge-Oxford-Design. Beim legendären Boat Race, dem traditionsreichen Schlagabtausch der beiden Eliteunis, können Mutter und Vater Freischem also am Ende in jedem Fall jubeln – egal, welche Tochter zuerst ins Ziel rudert.
Doch nicht nur die Familie blickt voller Vorfreude auf das erste deutsche Schwesterduell auf der Themse. Die renommierten Zeitungen Times, Telegraph oder Daily Mail – sie alle erzählen die außergewöhnliche Geschichte der Freischem Sisters aus Köln, die die Ruderfans auf der Insel verzückt. Man verstehe erst, wenn man es einmal hautnah miterlebt habe, „wie legendär dieses Rennen ist“, sagte Lilli Freischem. Da es nun sogar zum Kräftemessen mit ihrer Schwester kommt, werde es wohl ein Public Viewing zu Hause in Deutschland geben. Die Eltern würden aber irgendwo entlang der etwa 6,8 Kilometer langen Strecke zwischen Putney und Mortlake mitfiebern. Neben ihnen werden am Samstag in London wieder Zehntausende Zuschauer erwartet.
Letztmögliches Duell
Englische Medien schrieben von einem „historischen Ereignis“. Erstmals seit 22 Jahren treffen Schwestern beim Boat Race aufeinander. Zugleich ist es die erste und letzte Chance auf das besondere Duell der Freischems. Denn Lilli, 26, Doktorandin der Atmosphärenphysik und schon im Vorjahr dabei, als ihre Dark Blues aus Oxford zum achten Mal in Serie verloren, befindet sich in ihrem letzten Studienjahr. Mia, 24, Doktorandin der Chirurgie, feiert bei der 80. Ausgabe des Frauenrennens ihre Premiere und hat dank Antonia Galland sogar deutsche Unterstützung im Cambridge-Achter. Frederik Breuer, Olympia-Vierter in Paris im Deutschland-Achter, startet im Männerrennen bei den Light Blues als Schlagmann.
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Dass die Schwestern inzwischen im Boot sitzen, liegt eher an einem Zufall als einem klaren Plan. 2020 begannen sie während ihres Bachelor-Studiums an der Uni in Edinburgh mit dem Rudern, aus „Corona-Langeweile“, wie Mia Freischem berichtete. „Rudern war die einzige Sportart, die wir ausüben durften, als sich noch alle an die Abstandsregeln halten mussten.“ Mitte April werden sich die Verantwortlichen des Deutschen Ruderverbandes in München vor Ort ein Bild von den Freischem-Schwestern bei der Deutschen Meisterschaft machen. Allerdings unter anderen Voraussetzungen. „Wir werden die Rivalität beiseitelegen“, kündigte Mia Freischem an, „und gemeinsam ins Boot steigen.“ sid
