Funkels Ausblick vor dem Derby: Diese Tabellenplätze wünscht er MSV und RWE
Bayer Uerdingen, MSV Duisburg, Hansa Rostock, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, VfL Bochum, Alemannia Aachen, TSV 1860 München, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln, 1. FC Kaiserslautern und wieder 1. FC Köln: Friedhelm Funkel hat in seiner Trainerzeit für viele Traditionsklubs gearbeitet.
Mit 72 Jahren hat der Fußballlehrer – zumindest offiziell – seine Karriere immer noch nicht beendet. Der in Krefeld wohnhafte Funkel verfolgt das Geschehen von der ersten Liga bis zur Oberliga mit großem Interesse. Die Trainer-Ikone sprach mit uns über die Lage in den Ligen und bei einigen seiner Ex-Klubs.
Friedhelm Funkel über …
… das Aus von Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln: „Vielleicht hat er es ein bisschen übertrieben. Ich sage immer: Weniger ist manchmal mehr. Aber er ist nun mal dafür bekannt, dass er einen Spruch raushaut und den einen oder anderen auch mal anschnauzt. Das eine oder andere ist ihm vielleicht zu schnell herausgerutscht. Aber eigentlich kann man Kwasniok gar nicht so viel vorwerfen. Die Mannschaft hat überwiegend, zu 80 bis 85 Prozent, wirklich gute Spiele gemacht. Sie hat schlicht zu wenige Spiele gewonnen. Klar: Zwei Siege aus den vergangenen 18 Spielen sind zu wenig.“
Auch interessant
… seinen Kontakt zum 1. FC Köln: „Es gab keinen Kontakt zum 1. FC Köln. Es ist schon richtig, wie man sich jetzt entschieden hat. Ob ich es bei einer Anfrage gemacht hätte, weiß ich nicht. Das ist ja jetzt auch eine hypothetische Frage.“
Schalke-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Schalke-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
… den Abstiegskampf: „Die Spiele, die der FC noch vor der Brust hat, stimmen mich total optimistisch, dass sie hundertprozentig die Klasse halten. Das Verhältnis von René Wagner zur Mannschaft soll gut sein, was ich gehört habe. Aber auch da müssen jetzt die Ergebnisse kommen. Es ist unten nach wie vor sehr spannend. Heidenheim ist abgeschlagen und wird absteigen. Wolfsburg hat ein schweres Restprogramm. Hier könnte es am 34. Spieltag beim FC St. Pauli ein Endspiel um den Abstieg oder den Relegationsplatz geben.“
„Schalke ist noch nicht durch“
… den Aufstiegskampf in der 2. Liga: „Dass die Hertha noch einmal herankommt, glaube ich nicht. Platz eins bis fünf sind eng beieinander. Schalke ist stabil, aber sie haben viele Unentschieden auf dem Konto. Sie sind noch nicht durch. Sie haben aber auch die Arena als Faustpfand. Wenn sie auf Schalke ihre Spiele gewinnen, werden sie aufsteigen. Ansonsten schafft es eine Mannschaft, die mal drei Spiele hintereinander gewinnt. Den Spitzenmannschaften fehlte bislang die Konstanz, deshalb konnte sich niemand absetzen.“
Lesen Sie auch
… den Abgang von Elversbergs Sportdirektor Ole Book: „Der Wechsel nach Dortmund überrascht mich nicht, weil er seit beinahe einem Jahrzehnt überragende Arbeit macht. Aber klar: Dortmund ist jetzt eine andere Welt. Es ist ein ganz großer Schritt für ihn. Er ist aber, wie ich gelesen habe, seit Kindheitstagen BVB-Fan. Er muss diese Chance nutzen. Das ist eine sehr spannende Geschichte, die ich mit viel Interesse verfolgen werde. Sein Abgang hat keinen Einfluss auf die Mannschaft. Sie spielt unter Trainer Vincent Wagner sensationell gut. Aber nächstes Jahr wird der Abgang Einfluss haben, denn dann muss jemand anderes für die Elversberger Transfers sorgen. Books Fußstapfen sind groß.“
Auch interessant
… die Lage in Bochum und Düsseldorf: „Beide Mannschaften müssen aufpassen. Sie brauchen noch ein paar Punkte. Ich bin da aber sowohl für den VfL als auch für die Fortuna guter Dinge.“
… den Abstiegskampf in der 2. Liga: „Der ist auch brutal eng. Münster hat als Tabellenletzter ebenfalls noch alle Chancen. Ich will hier gar keine Prognose wagen, weil alles so eng beieinanderliegt. Von Platz zehn bis 18 sind es sieben Spieltage vor dem Ende gerade einmal sieben Punkte. Auch hier fehlt den Mannschaften einfach die Konstanz.“
Funkel wünscht sich MSV- und RWE-Aufstieg
… den Aufstiegskampf in der 3. Liga: „Hier verfolge ich natürlich auch die Lage. Der VfL Osnabrück wird wohl aufsteigen. Dahinter ist es spannend. Hansa Rostock ist gut in Form, ebenso wie die beiden Westklubs Rot-Weiss Essen und MSV Duisburg. Ich freue mich auf das Derby. Im Hinspiel war ich ja noch Experte bei Magenta Sport. Das hat Spaß gemacht. Eine Freude würde es mir auch bereiten, wenn Duisburg als Zweiter und Essen über die Relegation aufsteigt.“
Lesen Sie auch
… den KFC Uerdingen: „Ich war seit zehn oder 15 Jahren nicht mehr im Stadion. Das war alles nicht seriös – ob unter Lakis oder Ponomarev: Das war nicht meins. Deshalb bin ich nicht ins Stadion gegangen. Jetzt sind neue Verantwortliche am Werk, und irgendwie habe ich seit über 20 Jahren wieder ein besseres Gefühl, was die Uerdinger Führung betrifft. Sie hat nach 40 Jahren zuletzt auch eine Veranstaltung zum ‚Spiel des Jahrhunderts‘ organisiert: Uerdingen gegen Dresden. Da haben wir uns die zweite Halbzeit noch einmal in einem schönen Rahmen angeschaut. Eine tolle Veranstaltung! Ich hoffe, dass es jetzt in Ruhe, aber solide und seriös mit kleinen Schritten vorangeht, damit es beim KFC Uerdingen dauerhaft wieder Stabilität und Erfolg gibt.“
