Bochums U19 greift nach DFB-Pokal-Final-Traum - Weiter ungeklärte Personalfragen
Es ist ein Spiel mit absolutem Seltenheitswert – und genau das macht die Ausgangslage für die U19 des VfL Bochum so besonders. Seit 37 Jahren hat es kein derart bedeutendes Duell für den Bochumer Nachwuchs mehr gegeben, nun steht das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart an.
Es könnte Zeit sein, Geschichte zu schreiben. Der Traum vom Finale jedenfalls lebt beim VfL Bochum – und Trainer David Siebers versucht, die Balance zu halten zwischen historischer Chance und möglichst viel Normalität.
Nervosität? Fehlanzeige. „Bisher noch überhaupt nicht“, sagt Siebers am Donnerstag, zwei Tage vor dem Spiel. Allerdings relativiert er gleich – die Trainingswoche lief bislang alles andere als gewöhnlich. Regeneration nach dem 0:4 in der DFB-Nachwuchsliga gegen den 1. FC Köln, ein freier Tag, dazu Abstellungen zu den Profis: Ein echtes Gefühl für seine Mannschaft bekommt der Coach erst kurz vor dem Spiel. Vielleicht ist es ganz gut so, um den Kopf frei zu halten.
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Stuttgart mit verstärktem Kader als klarer Favorit
Klar ist: Gegner VfB Stuttgart wird ein anderes Gesicht zeigen als noch vor wenigen Wochen, als Bochum den Vergleich in der Liga mit 2:0 gewann. Siebers rechnet fest damit, dass Spieler aus dem Drittliga-Kader zurückkehren und die ohnehin starke Offensive noch einmal aufwerten. Für ihn ist Stuttgart „glasklarer Favorit“ – eine Einschätzung, die den Druck bewusst nach außen verlagert. Denn das letzte Aufeinandertreffen gewann Bochum überraschend, fast schon „wundersam“, wie der Trainer selbst einordnet.
Ungewohnt ist auch der Spielort: Statt des gewohnten Rasens am Nachwuchsleistungszentrums an der Hiltroper Straße geht es auf den Leichtathletikplatz am Ruhrstadion. Für Bochum kein Heimvorteil, eher Neuland – allerdings auch für den Gegner. Siebers hätte lieber auf vertrautem Terrain gespielt, nimmt die Gegebenheiten aber pragmatisch an.
Personalsorgen plagen das Team – wichtige Führungsspieler fehlen
Die größte Baustelle bleibt ohnehin das Personal. Zwar sind mit Abwehrchef Jaden Kibbe und Elhan Kovacevic zwei Spieler ins Training zurückgekehrt, doch hinter den Einsätzen von Kacper Koscierski und Darnell Keumo stehen weiterhin dicke Fragezeichen. „Ich kann immer noch nicht sagen, ob sie bei uns dabei sein werden“, gibt Siebers offen zu. Trainiert wird zunächst ohne sie – ob sie noch dazustoßen, oder ob sie bei der U21 am Freitagabend oder bei den Profis am Sonntag dabei sind, ist weiter unklar. Der Coach bleibt gelassen: Er konzentriert sich auf die Spieler, die da sind.
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Schmerzhaft sind ohnehin andere Ausfälle: Tom Meyer fehlt ebenso wie Samuel Weber. Zwei Führungsspieler, die laut Siebers weit mehr als nur Qualität bringen – sie sind „Kopf“, „Gehirn“ und „Klebstoff“ der Mannschaft. Ihre Rollen müssen nun andere übernehmen.
