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⇱ „Schlechter Scherz“, „nicht akzeptabel“ - Streit um die Regionalliga-Reform geht jetzt erst richtig los


Kompass oder Regionenmodell?

„Schlechter Scherz“ - Streit um die Regionalliga-Reform geht jetzt richtig los

Frankfurt am Main. Kaum hat sich die Arbeitsgruppe der AG Regionalliga-Reform auf zwei Lösungen geeinigt, da gibt es schon Kritik an einem Modell. Die war aber absehbar.
„Fürstentümer West und Südwest zerschlagen“ - hier sprechen sich die Fans von Dynamo Dresden für die Aufstiegsreform aus, die aber nicht zulasten des Ostens gehen darf. © IMAGO/Jan Huebner | IMAGO/Oliver Mueller

Das als Lösungsvorschlag erarbeitete Regionen-Modell der Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform stößt auf Kritik. „Ich halte es für instinktlos, dass das Regionen-Modell vorgeschlagen wurde! Es ist offensichtlich, dass die Vereine, die die Initiative „Meister müssen aufsteigen“ wieder ins Rollen gebracht haben, jetzt bestraft werden sollen“, sagte der Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), Hermann Winkler (62) dem MDR. 

Für Tommy Haeder, Sprecher der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ ist klar: „Wir stehen jetzt an einem Punkt, an dem klar ist: Es geht nicht mehr nur um sportliche Fragen – es geht um eine politische Entscheidung für die Zukunft des deutschen Fußballs. Das Kompass-Modell ist der einzige Ansatz, der von allen Staffeln Veränderungsbereitschaft einfordert und den Fußball zusammenführt, statt ihn weiter zu spalten.“

Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform hatte sich einstimmig für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen, damit künftig alle Regionalliga-Meister in die 3. Liga aufsteigen können. Das war aber der Minimal-Anspruch an die AG, die dafür nicht einen, sondern gleich zwei Lösungswege vorschlug.

Bei den erarbeiteten zwei Lösungsvorschlägen war eins das von vielen Clubs bevorzugte Kompass-Modell. Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison aus allen Regionalligisten im Grunde anhand der Entfernungen gebildet werden. Das zweite Modell nennt sich Regionen-Modell. Hierbei würden aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben. 

Ich würde es für sehr falsch halten, dann ausgerechnet die aktuell wahrscheinlich beste und attraktivste Regionalliga, nämlich die Regionalliga Nordost, zu zerschlagen.

Marcus Uhlig, Rot-Weiß Oberhausen

Winkler: Kompass-Modell gerechter

Dies würde praktisch den Wegfall des NOFV-Verbandes bedeuten. Ein neues Modell mit vier Regionalliga-Staffeln könnte bei entsprechendem Beschluss ab der Saison 2028/2029 umgesetzt werden. „Als Belohnung dafür, dass wir - Verband und Vereine - uns für eine gerechtere Lösung zum Aufstieg in die 3. Liga in ganz Deutschland eingesetzt haben. Dafür erhalten wir den Vorschlag, es kann ja ein Teil von euch in den Norden und einer nach Bayern. Das ist nicht akzeptabel und kann nicht die Lösung sein“, kritisierte Winkler und findet „das Kompass-Modell gerechter“.

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Unterstützung bekommt er von Traditionsvereinen verschiedener Himmelsrichtungen. Rot-Weiß Oberhausens Marcus Uhlig sagt: „Ich würde es für sehr falsch halten, dann ausgerechnet die aktuell wahrscheinlich beste und attraktivste Regionalliga, nämlich die Regionalliga Nordost, zu zerschlagen. Im Übrigen halte ich das für sportpolitisch instinktlos, ganz zu schweigen von den erwartbaren Fan-Protesten im Osten. Es sprechen einfach ganz viele Argumente für das Kompassmodell.“

„Regionen-Modell ein schlechter Scherz“

Daniel Meyer, Sportdirektor beim Halleschen FC, bewertet das Regionen-Modell als „schlechten Scherz“. Es zeige, auf welch „erschreckendem Irrweg sich einige Personen auf Verbandsebene im deutschen Fußball bewegen“, sagte Meyer der „Bild“. So werden die rund 70 Clubs der Aufstiegsreform-Initiative das Kompass-Modell geschlossen unterstützen. Dazu gehören neben vielen Nord- und Ostvereinen wie Hertha BSC, Union Berlin und Hansa Rostock auch Schalke 04, der MSV Duisburg, Rot-Weiß Oberhausen, Rot-Weiss Essen und die SG Wattenscheid.

„Wir als 1. FC Lokomotive Leipzig sind ganz klar für das Kompass-Modell, welches von fast allen Vereinen favorisiert wird“, sagte Sport-Geschäftsführer Toni Wachsmuth der „Leipziger Volkszeitung“ und betonte: „Eine komplette Zerschlagung der Regionalliga Nordost darf nicht infrage kommen. Es ist die attraktivste und interessanteste Regionalliga mit den meisten Traditionsvereinen und den mit Abstand höchsten Zuschauerzahlen.“

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