Siegerjubel und ein emotionaler Abschied: Teutonia Riemke glückt Revanche
Bei dem ausgelassenen Jubel nach dem Schlusspfiff der Partie gegen HB Bad Salzuflen hätte man meinen können, die Regionalliga-Handballerinnen des SV Teutonia Riemke hätten gerade eben die Meisterschaft gewonnen. Dabei war es „nur“ die Begeisterung der Grün-Weißen über das knappe 24:23 (11:13) gegen den Tabellennachbarn aus Ostwestfalen - mit dem finalen Wurf der Partie in der letzten Sekunde sorgte Rechtsaußen Nele Dieker für den perfekten Abschluss.
Eine Punktlandung war dieser 24. und letzte Treffer der Bochumerinnen, die sich damit für die 26:27-Hinspielniederlage revanchierten. „Überzeugend war das ja nicht gerade“, atmete Teutonia Riemkes Rückraumschützin Janine König kurz nach Spielende ganz tief durch, ihr Grinsen auf dem Gesicht konnte sie aber kaum verbergen. Schöner Nebeneffekt dieses doppelten Punktgewinns: So wurde es doch noch ein runder Abend trotz der melancholischen Stimmung in Reihen der Teutonia - immerhin war es das letzte Heimspiel für Cara Franke (28), die nach sechs Jahren in der Böll-Halle ihren Abschied vom aktiven Geschehen nimmt.
Ich wollte ja letztes Jahr eigentlich schon aufhören, aber da hat mich die Mannschaft noch mal überredet.
Cara Franke (28), Spielerin von Teutonia Riemke, die nach Saisonende die Schuhe an den Nagel hängt
„Du warst eine große Stütze für uns“, sagte Riemkes Arjeta Istrefi bei ihrer kleinen Abschieds-Ansprache in Richtung der langjährigen Leistungsträgerin, die allerdings als einzige Akteurin zum Saisonende (nach dem Gastspiel beim ASC 09 Dortmund am 12. April) die Teutonia verlassen wird. „Ich wollte ja letztes Jahr eigentlich schon aufhören, aber da hat mich die Mannschaft noch mal überredet“, ließ Franke wissen. „Ich bin jetzt 21 Jahre verletzungsfrei“, beeilte sie sich zu erwähnen - auch recht ungewöhnlich in diesem intensiven Sport. Künftig will sie noch mehr Zeit für ihren Hund haben, aber natürlich wird sie auch weiterhin die Partien ihrer Riemkerinnen verfolgen. „Mein Pass bleibt jedenfalls hier.“
Beinahe hätte Cara Franke - das wäre wirklich dramaturgisch ein Volltreffer gewesen - sogar das Siegtor gemacht. Doch nach ihrem 23:22 nur 36 Sekunden vor dem Ende musste das Team von Trainer Niels Vogel doch noch einmal um den Sieg bangen. Bad Salzuflen konterte mit dem zehnten Tor von Finja Tinnemeier. Da waren noch acht Sekunden auf der Uhr. Letzte Auszeit Riemke, kurze Besprechung für den finalen Angriff. Die Torfrau nahm Vogel vom Feld, mit Sieben gegen Sechs sollte das Happy-End erzwungen werden. Und es klappte tatsächlich. Der Ball kam auf den rechten Flügel, wo die Ex-Coesfelderin Nele Dieker gleich abzog und ganz platziert traf - eine Millisekunde vor der letzten Sirene zappelte die Kugel zum 24:23 im Netz.
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Umstellung in der Deckung war ein Riemker Schlüssel zum Erfolg
Nach dem 2:2 zu Beginn lag fast durchweg Bad Salzuflen in Front, zwischendurch sogar mal mit fünf Treffern (10:5/21.). Die Ostwestfälinnen versäumten es sogar, noch weiter davonzuziehen, stellten lange das überlegene Team. „Wir haben uns über die gesamten 60 Minuten vorne extrem schwer getan, hatten viel Pech mit Abprallern, die meist beim Gegner landeten“, so Coach Niels Vogel. Die Umstellung aufs offensivere Abwehrsystem mit der vorgezogenen Sarah Remer klappte dann in Abschnitt zwei viel besser, mit drei Toren in Serie zum 18:18 (47.) kippte die Begegnung dann doch noch. „Meine Mannschaft hat nie aufgegeben und sich diesen Sieg am Ende hart erarbeitet“, brachte es der Riemker Trainer auf den Punkt.
Teutonia: Hinz, M. Remer; Owczarzak (4), Schmidt (1), Istrefi, S. Remer (1), Dieker (3), Franke (5), Wieczorek, Mittich (2), König (5), Kudella (3/3), Hansmeyer.
