Titel-Endspiel: Bochumer Basketballer wollen Spitzenreiter Recklinghausen stürzen
So ganz hat sich die Gefühlslage beim TV Gerthe nach diesen bittersüßen Tagen noch nicht ganz geklärt. Auf der einen Seite stand mit dem Einzug ins Final Four des WBV-Pokals der größte Vereinserfolg für die Bochumer Basketballer. Auf der anderen Seite stand jedoch auch ziemliche Enttäuschung nach dem 81:90 im Halbfinale gegen die TG Düsseldorf trotz einer starken Leistung. Und mittendrin mischte sich, neben all den Emotionen, unüberhörbarer Stolz über das bisher Erreichte – und noch haben die Gerther die Chance, die Saison auf eine andere Weise zu veredeln.
„Das wichtigste Spiel war am Freitag“, sagt auch Dennis Klüsekamp, Team-Manager des TV. Da hatten die Gerther mit einem 100:58-Sieg gegen die Iserlohn Kangaroos die Tür zu einem möglichen Aufstieg in die 1. Regionalliga offen gehalten. Die Entscheidung fällt in knapp zweieinhalb Wochen, am 18. April. Viel besser hätten es die Spieltagsplaner nicht treffen können: Am vorletzten Spieltag empfängt der TV Gerthe als Tabellenzweiter der 2. Regionalliga den Spitzenreiter Citybasket Recklinghausen. Es ist das Endspiel um den Aufstieg.
Gerthe als Spitzenmannschaft passt Citybasket „nicht in den Kram“
Das Hinspiel hatte Gerthe mit 85:67 für sich entscheiden können, es war die einzige Niederlage in der Liga für die Recklinghäuser in dieser Saison. Sie wollen den Aufstieg und haben dafür in diesem Jahr noch zweimal prominent nachgelegt.
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Zum einen verstärkten sie sich mit dem US-Amerikaner Francis Sio, der unlängst beim 95:76 gegen die BG Dorsten 33 Punkte beisteuerte. In diesem Spiel gab auch der ehemalige Münsteraner ProB-Spieler Kai Hänig sein Debüt. „Man sieht, dass sie viel Druck haben, aufzusteigen“, meint Klüsekamp. „Es passt ihnen gar nicht in den Kram, dass wir auch noch da oben mitspielen.“
Aber auch die Recklinghäuser Zugänge sorgen in Gerthe nicht für das große Zittern. Auch Pokal-Gegner Düsseldorf konnte mit einigen ehemaligen erfahrenen Bundesliga-Spielern aufwarten, und tat sich gegen Gerthe schwer. „Das hat uns gezeigt, dass der Unterschied gar nicht so groß war“, sagt Klüsekamp. Im Laufe der Saison hat der Gerther Kader an Tiefe und Breite gewonnen. Es liegt nicht mehr nur auf den Schultern der Importspieler, sondern auch „junge Spieler wie Jan Manten haben sich gut etabliert“, sagt Klüsekamp. „Sie haben einen positiven Eindruck hinterlassen und bekommen ihre Spielzeit“.
Gerthe zieht Lehren aus Niederlage und blickt selbstbewusst voraus
Vielleicht war die Niederlage gegen Düsseldorf am Ende gar ein heimliches Geschenk – eine lehrreiche Schlappe vor dem alles entscheidenden Showdown. So ähnlich sieht es auch Gerthes Headcoach Heiko Skiba: „Wir können aus dieser Niederlage sehr viel lernen und für das Spiel gegen Recklinghausen unsere Schlüsse daraus ziehen, was und wie wir in engen Spielen anders und besser machen müssen.“
Ein Selbstläufer wird dieses Aufstiegs-Endspiel in keinem Fall. Trotzdem geht der TV Gerthe – und das vollkommen zurecht – mit Selbstvertrauen ins Derby. Oder wie es Dennis Klüsekamp sagt: „Die Krönung kommt noch.“
