Gelungenes Comeback: Multhaup führt Saarbrücken mit Null-Meter-Tor zum Sieg
Maurice Multhaup, einer der bekanntesten Bottroper Fußballer, ist wieder zurück auf der Bühne der dritten Liga. Der 29 Jahre alte Profi, der beim VfB Kirchhellen seine Karriere begann, erzielte für den 1. FC Saarbrücken sein erstes Tor in dieser Saison. Beim 2:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden drückte er in der 31. Minute eine Ecke über die Linie.
Es war ein geradezu absurdes Tor; so leicht dürfte es ihm in seiner ganzen Laufbahn noch nie gefallen sein. Aus ziemlich genau null Metern, nämlich von der Torlinie, spitzelte er den Ball zum 1:0 in den Kasten. Wie das in diesem Geschäft so ist, stecken natürlich Training und System dahinter. „Ich soll genau da stehen, den Torwart ein bisschen behindern, beim Herauskommen stören und hoffen, dass mal einen Abpraller dahin rutscht“, berichtete der Angreifer.
Acht Wiesbadener können Multhaup nicht am Torerfolg hindern
Multhaup erfüllte seinen Job gegen Wehen Wiesbaden perfekt. Dabei war die Überzahl der Wehener Gegenspieler bei diesem Eckstoß gewaltig: Acht Wiesbadener gegen vier FCS-Angreifer in ihren dunkelgrauen Trikots im Fünfmeterraum und Multhaup stand direkt bei Torhüter Noah Brdar.
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Florian Pick schlug die Ecke dicht vors Tor, Innenverteidiger Lasse Wilhelm berührte ihn leicht und der 20-jährige Keeper verlief sich in seinem Strafraum – Multhaup stand plötzlich sehr allein auf der Torlinie. „Einer war noch mit dem Fuß ein bisschen dran“, beschrieb der Bottroper die Szene. „Ich habe den Ball kurz nicht gesehen, war dann ein wenig überrascht, als er direkt vor mir lag.“
Das Fazit des Arbeitstages ist für ihn hocherfreulich: „Das erste Spiel von Anfang an und gleich getroffen, so stellt man sich das auch vor.“ Es ist erst Multhaups neunter Einsatz in dieser Spielzeit, der vierte von Beginn an.
Maurice Multhaup steht nach Pause erstmals wieder in der Startelf
Nacken- und Rückenbeschwerden haben ihn ausgebremst: „Es war ein kleiner Bandscheibenvorfall und der hat ein wenig gedauert.“ Eine konservative Therapie ohne Operation brachte ihn wieder auf die Beine. Schnell durfte er in den Kraftraum: „Nacken- und Schulterbereich kräftigen. Aber Fußball und Jogging gingen eine Weile lang nicht.“
Unter Neu-Trainer Argirios Giannikis, der gegen die Hessen seinen zweiten Sieg feierte, kam der Bottroper am Sonntag in Schweinfurt erstmals wieder kurz zum Einsatz, gegen Wehen begann er und erhielt in der Fachzeitung Kicker die Note 2,5, die zweitbeste in diesem Spiel. Auch sein Schnitt ist mit 3,3 prima, nur fünf Saarbrücker sind ein wenig besser.
„Ich bin rechtzeitig fit, um mich noch ein bisschen zu zeigen,“ freut sich Maurice Multhaup, dessen Vertrag im Saarland noch bis Juni läuft. „Ich war ein paar Monate weg, aber jetzt sind es noch elf Spiele.“ Relativ entspannt blickt er nach seinem 66. Drittligaspiel (12 Tore) nach vorn: „Jetzt kann ich darauf schauen, wieder meine Leistung zu bringen.“ Der Offensivspieler bringt ja auch noch die Erfahrung von 109 Partien in Bundes- und zweiter Liga mit.
