Würdiges Ende einer Ära: Füchse scheiden aus Play-offs aus
Es ist nicht nur das Ende einer Eishockey-Saison. Es ist das Ende einer Ära im Duisburger Eissport – allerdings ein sehr würdiges. Die Füchse mussten sich im fünften Spiel des Play-off-Viertelfinals dem Süd-Meister der Oberliga Süd, dem Deggendorfer SC, mit 2:6 (0:2, 1:3, 1:1) geschlagen geben und verlieren die Serie mit 1:4. Am Ende waren die Ausfälle zu massiv. Aufgrund der nachträglich Sperren gegen Carter Popoff und Luis Üffing konnte der EVD Spiel drei nur mit zweieinhalb Reihen bestreiten, verlor nach dem vorherigen Heimsieg aber nur knapp mit 3:4 nach Verlängerung, nachdem Sekunden vor dem Siegtreffer der Niederbayern Nicklas Mannes hauchdünn am Duisburger Erfolg gescheitert war. In den beiden folgenden Partien war dem stets kämpfenden Kader anzumerken: Die Kraftanzeige blinkt in Alarm-Rot.
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Mit dem Ziel, die Play-offs zu erreichen, waren die Füchse in die Saison gestartet, entwickelten einen bemerkenswerten Zusammenhalt, waren im eigenen Stadion kaum zu besiegen, spielten erst um das Erreichen der oberen Zwischenrunde, dann um das Heimrecht im Achtelfinale und erreichten all ihre Ziele. Obwohl nacheinander Spieler wie Martin Schymainski, Michael Fomin, Klavs Planics, Edwin Schitz und zwischenzeitlich auch Sandis Zolmanis ausfielen, blieben die Füchse am Drücker, eliminierten im Achtelfinale die Lindau Islanders und hätten in Bestbesetzung wohl auch eine deutlich bessere Chance gegen Deggendorf gehabt.
Am Ende haben wir nicht aufgegeben wie schon in der ganzen Saison. Wir hatten viele Verletzte, haben aber alles gegeben.
Frank Petrozza, Trainer der Füchse Duisburg
Die Saison war vom Bangen um die Zukunft der Eissporthalle geprägt, die schließlich in die positive und zudem einstimmige Entscheidung des Stadtrates mündete, eine neue Eissporthalle zu bauen. Bis zum Start der nächsten Spielzeit wird nun eine Übergangshalle errichtet, ehe die bestehende, mit einer Laufzeit am 26. Dezember 1970 eröffnete Heimat von Füchsen, DSC Kaiserberg und zahlreichen Hobbyteams und Freizeitläufern abgerissen wird. Danach wird an Ort und Stelle das neue Eisstadion entstehen. Damit schrieb Noah Münzenberger am Freitagabend Geschichte, als ihm der letzte Treffer in der alten Eissporthalle gelang.
Gerade offensiv hatte der EVD am Sonntag nichts mehr im Tank. Dennoch machten die Füchse bis zum ersten Duisburger Treffer ein sehr ordentliches Spiel. Danach ging es ein wenig dahin, die Abstände stimmten nicht mehr, zudem musste mit dem Kölner Förderlizenzspieler Max Ziergiebel ein junger Mann einspringen, der lange nicht im EVD-Kader stand, nachdem Daniel Geiger (Iserlohn) passen musste. Auch wenn es am Ende deutlich wurde, verabschiedeten sich die Duisburger erhobenen Hauptes aus einer Saison, die als eine der besten der letzten zehn Jahre in den Büchern stehen wird.
„Unser 18-jähriger Torhüter Aaron Kaiser hatte einige Big Saves. Am Ende haben wir nicht aufgegeben wie schon in der ganzen Saison. Wir hatten viele Verletzte, haben aber alles gegeben“, sagte Füchse-Trainer Frank Petrozza. „Am Ende fehlte die Kraft.“ DSC-Coach Casey Fratkin ergänzte: „Das war eine schwere Serie. Duisburg ist ein Team mit viel Kampf, Herz und Arbeit.“
Die Statistik:
Tore: 1:0 (14:04) Bergbauer (Leinweber, Humberstone), 2:0 (16:20) Baßler (Weilandt, Hafenrichter/5-4), 3:0 (26:22) Dylan Jackson (Ty Jackson, Baßler), 4:0 (27:09) Weilandt (Roy, Hafenrichter), 4:1 (35:29) Üffing (Zolmanis, Virch), 5:1 (39:25) Baßler (Ty Jackson), 5:2 (43:26) Sanche (Üffing), 6:2 (46:32) Roy (Pfänder, Baßler).
Strafen: Deggendorf 2, Duisburg 8.
Zuschauer: 2666.
Unbekannte Sanktionen
Wie genau die Strafe gegen den Deggendorfer SC nach den Vorfällen in Spiel drei rund um einen toten Fuchs an der Duisburger Mannschaftsbank und den Angriff eines Zuschauers auf Duisburger Spieler ausfällt, ist nicht bekannt. Ein DEB-Sprecher erklärte auf Nachfrage dieses Mediums: „Ich kann aus Sicht des DEB bestätigen, dass es einen Austausch mit den Verantwortlichen des DSC zu den Vorkommnissen gab. Ferner hat das DEB-Spielgericht eine Sanktion gegen den Deggendorfer SC ausgesprochen. Zu den Details wird sich der DEB nicht weiter äußern.“
