Lufthansa sagt Bundeswehr Unterstützung zu: „Stehen bereit“
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine werden nicht nur innerhalb der Bundeswehr Überlegungen durchgespielt, was für Auswirkungen ein Krisenfall oder etwa die Ausrufung des Bündnisfalls der Nato für Deutschland hätte. Auch Unternehmen bereiten sich auf ein solches Szenario vor. Denn Deutschland würde zur Drehscheibe werden: Soldaten, Ausrüstung, schweres Gerät von verschiedenen Nato-Partnern – all das müsste durch Deutschland transportiert werden. Und das unter Mithilfe der Wirtschaft.
„Operationsplan Deutschland“ heißt das entsprechende Konzept, das die Bundeswehr mit Bund, Ländern und Kommunen sowie mit Polizei, Feuerwehr, Sanitäts- und Rettungsdiensten und der Wirtschaft erarbeitet hat und das stetig aktualisiert wird. Eines der Unternehmen, das in diesem Operationsplan eine wichtige Rolle spielen würde, wäre die Lufthansa.
Und die stünde für den Krisenfall bereit, die Bundeswehr zu unterstützen, versichert Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter im Gespräch mit dieser Redaktion. „Wir sind bereit, unsere Kooperation mit der Bundeswehr auszuweiten und einen Beitrag für die Sicherheit des Landes zu leisten, wenn man uns braucht.“
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Lufthansa: Schon heute arbeitet die Gruppe mit der Bundeswehr zusammen
Schon heute arbeite die Lufthansa Gruppe eng mit der Bundeswehr zusammen. So betreue etwa Lufthansa Technik die deutsche Regierungsflotte. Auch würden Piloten der Flugbereitschaft und seit November auch Piloten der Marine geschult werden, erläuterte Ritter. Im Krisenfall könnte die Rolle der Lufthansa bedeutend sein – schließlich kam unlängst eine Untersuchung, die in Kooperation der Quadriga Hochschule Berlin, der bundeswehreigenen Beratung BwConsulting und der zum Porsche-Konzern gehörenden Beratung MHP entstanden ist, zu dem Schluss, dass im Krisenfall Logistik-Kapazitäten fehlen würden.
Drohnen-Abwehr: Lufthansa-Chef fordert schnelle technische Umsetzung
Ein bereits aktuell drängendes Problem für die Airline ist aber die hybride Bedrohung. Immer wieder kam es zuletzt an europäischen Flughäfen zu Drohnensichtungen, teils wurde der Flugverkehr über Stunden lahmgelegt. Neben den Regelungen der Zuständigkeiten müsse nun die nötige Technologie zum Einsatz kommen, forderte Ritter. In Frankfurt am Main gebe es etwa bereits ein Drohnendetektionssystem. „Diese Technik muss jetzt auf alle großen Flughäfen ausgerollt werden, was die Bundesregierung ja auch vorhat.“
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Der Wunsch der Lufthansa: Es müsse nach dem Verkehrsaufkommen priorisiert werden. Bedeutet: Nach Frankfurt wäre als Nächstes der Münchner Flughafen an der Reihe, der mit einem solchen Detektionssystem ausgestattet werden müsste. Im Fall einer Drohnensichtung gehe die Sicherheit vor, betonte Ritter. Dennoch müsse das Schließen großer Flughäfen die Ausnahme bleiben.
