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Funke Mediengruppe
Meinung
Diesel für über 2 Euro

Höhere Spritpreise durch den Iran-Krieg: Eine Unverschämtheit der Ölkonzerne

Berlin. Die Spritpreise klettern nach dem Angriff auf den Iran in die Höhe. Autofahrer zahlen drauf und die Ölindustrie sammelt Gewinne ein.
Ein Kommentar von Leonie Urbanczyk
Krieg im Iran: Was das für deutsche Verbraucher bedeutet

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Die Spritpreise kletterten am Dienstag an einigen Tankstellen auf über zwei Euro, dabei liegt der Angriff der USA und Israels gegen den Iran erst wenige Tage zurück. Während im Nahen Osten gekämpft wird, machen also an den Zapfsäulen vorwiegend die Ölkonzerne Kasse.

Genau das spüren gerade die Autofahrer in Deutschland. Denn während die Tankstellen ihr Benzin noch vor einer Woche günstig einkaufen konnten, verkaufen sie genau dieses jetzt deutlich teurer an die Bevölkerung.

Dieselpreise explodieren: Autofahrer zahlen bis zu 65 Cent mehr pro Liter

Schon vor vier Jahren mussten die Autofahrer durch die angestiegenen Benzinkosten tief in die Tasche greifen. Die Kosten explodierten: Der Liter Diesel stieg im Schnitt um 30 Cent an. Damit steckte sich die Ölindustrie alleine im März 2022 mit dem Geld der deutschen Autofahrer zusätzliche Gewinne von 1,2 Milliarden Euro ein.

Leonie Urbanczyk ist Wirtschaftsvolontärin. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Aktuell sieht es noch dramatischer aus: Bis zu 65 Cent mehr pro Liter Diesel müssen die Autofahrer am Mittwochmorgen zahlen. Durch den Zapfhahn fließt damit flüssiges Gold in ein Auto, das aufgrund der maroden Infrastruktur im Bereich des Fern- und Nahverkehrs unverzichtbar ist. Denn warum sollte man teure Tickets für Züge zahlen, die nicht kommen oder sich verspäten? Einfach umsteigen und sparen ist ausgeschlossen.

Und die steigenden Benzinpreise schaden der Wirtschaft, wie Friedrich Merz am Dienstag bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington sagte. Bei einem weiteren Preisanstieg reicht politische Empörung jedoch nicht aus. Dann braucht es eine sichtbare Reaktion der Wettbewerbsbehörden. Das Bundeskartellamt muss untersuchen, wie sich die Margen entwickeln – und eingreifen, falls auf Kosten der Verbraucher Gewinn gemacht wird.

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