Die Bahn setzt auf kleine Schritte: Das ist enttäuschend, aber realistisch
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Die Deutsche Bahn wird nur in kleinen Schritten besser. Das ist eine nicht neue, aber dennoch ernüchternde Erkenntnis. Bis die Infrastruktur wieder so intakt ist, dass der Verkehr reibungslos laufen kann, werden noch viele Jahre vergehen. Ein Teil der Ursachen vieler Probleme ist ja sogar erwünscht. Immer mehr Menschen nutzen Züge, um zu reisen oder zu pendeln. Der Verkehr nimmt immer weiter zu, und das verstopft seine Adern.
In dieser Analyse sind sich auch alle Beteiligten einig, die am Maßnahmenpaket einer Taskforce mitgearbeitet haben. In dieser Runde ging es nicht um den großen Wurf, sondern um kleine Brötchen für einen zuverlässigeren Verkehr. Die 22 vorgeschlagenen Maßnahmen erscheinen geeignet, etwas Besserung herbeizuführen. Was sie nicht leisten werden, ist eine Ausweitung der Kapazitäten im Schienenverkehr. Dieser würde den Ausbau des Netzes beinhalten und viel zusätzliches Geld kosten.
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Begrenzte Mittel drohen sinnvolle Maßnahmen auszubremsen
Doch über Finanzen durfte in der Taskforce nicht gesprochen werden. So steht dem eigentlich guten Willen aller Beteiligten eine Begrenzung der finanziellen Möglichkeiten entgegen. Deshalb ist es aber nicht falsch, das anzupacken, was halt gerade machbar ist. Die Kunden haben auch die Nase voll von Ankündigungen, die dann doch keine spürbaren Wirkungen nach sich ziehen. Das war schon zu oft der Fall.
Eine grundsätzliche Frage tut sich auf. Ist es sinnvoller, durch weniger Verkehr für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen? Die Taskforce lässt dies als letzte Möglichkeit offen. Das lässt die Sorge vor Angebotskürzungen wachsen, könnte aber zu einer Entlastung der Schienenwege beitragen.
