Lindt, Milka & Co.: Darum sind Schokohasen gerade so teuer
Zum Oster-Fest gehört für viele Schokolade. Die Supermärkte sind seit Wochen schon voll mit Schokohasen und Co. Doch wer genau hinsieht, stellt fest: Der süße Nager ist in diesem Jahr deutlich teurer. Genau genommen hat die Verbraucherzentrale in Hamburg anhand von Stichproben einen Preisanstieg von 25 Prozent für Oster-Schokoladenprodukte festgestellt. Und das, obwohl die Preise für Rohkakao zuletzt gesunken waren.
Im Vergleich zum Jahr 2020 haben die Preise sogar um 100 Prozent zugelegt, sich also verdoppelt, schreibt der „Spiegel“. Gleichzeitig gab es einen Preissturz von 75 Prozent innerhalb eines Jahres bei Kakao.
Schokopreise: Milka- und Lindt-Hasen sind deutlich teurer
Der Vergleich bei einzelnen Supermärkten und Herstellern zeigt, dass die Preise stark variieren können. Die Händler bestimmen die Preise für die Schokofiguren selbst und nicht allein anhand der Produktionskosten. Dem Bericht zufolge kostet der Milka-Schmunzelhase mit 90 Gramm Gewicht seit Ostern vorigen Jahres 22,3 Prozent mehr, der 100-Gramm-Goldhase von Lindt 16,3 Prozent. Der Lindt-Hase kostet vor Ostern fast fünf Euro. Der 50-Gramm-Sitzhase von Aldi hingegen sei im Preis unverändert.
Die Rohkakaopreise an den Börsen sind zuletzt wieder deutlich gesunken, weil in Westafrika mehr Kakao geerntet wurde. Der von der Internationalen Kakao-Organisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag Anfang März bei knapp 2600 Euro pro Tonne – also etwa auf dem Vorkrisenniveau von 2023.
Oster-Süßigkeiten: Hohe Preise trotz sinkender Kakaokosten
Experten begründen dies auch mit der schwachen Nachfrage und rechnen sogar mit einem Überangebot. Supermärkte und Discounter haben kürzlich die Preise zahlreicher Eigenmarkenprodukte reduziert. Warum sind die Kosten für die Oster-Süßigkeiten nun also so teuer?
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Hersteller Lindt & Sprüngli teilt auf Nachfrage mit, dass Kakao langfristig eingekauft werde, um eine uneingeschränkte Verfügbarkeit zu gewährleisten. „Daher wird es einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden.“ Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass andere Kosten, etwa für Rohstoffe wie Nüsse und Verpackungen, weiterhin hoch seien. Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, seien „sorgfältig abgestimmte, marktspezifische Preiserhöhungen“ nötig.
Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie wirken sich Rohpreisentwicklungen oft erst nach mehreren Monaten im Handel aus. Trotz sinkender Preise an der Börse zahlten viele Unternehmen „weiterhin die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden“. Eine Anfrage an Milka-Hersteller Mondelez blieb unbeantwortet.
mit dpa
