Droht dieses Jahr ein heißer Sommer? Das sagt der Deutsche Wetterdienst
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Der Sommer 2026 wird nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder sehr warm. Die Wahrscheinlichkeit für mehr als 8,5 heiße Tage liege bei 71 Prozent, sagt der Leiter der Klimaüberwachung beim DWD, Andreas Becker. Unter diese Bezeichnung fallen Tage mit einer Temperatur von über 30 Grad. Nur im Norden sehe es nicht nach so großer Hitze aus. Laut Becker muss sich vor allem Ostdeutschland auf Trockenheit einstellen.
Im vergangenen Jahr blieb es vergleichsweise „kühl“ in Deutschland. Nach drei aufeinanderfolgenden Rekordjahren landete 2025 mit einer Jahresmitteltemperatur von zehn Grad nur auf dem achten Rang der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die höchste Tagestemperatur wurde mit 39,3 Grad in Andernach gemessen. Deutschlands höchster Berg kann gleich drei Rekorde vorweisen. Die Zugspitze war mit maximal minus 21,1 Grad im Januar sowie mit durchschnittlich minus 2,4 Grad der kälteste Ort, und mit 2193 Sonnenstunden auch der sonnenreichste.
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Klimawandel: Deutschland droht mehr Hitze, Trockenheit und Wasserknappheit
„Von einem Ende oder auch nur einer relevanten Abbremsung der globalen Erwärmung kann keine Rede sein“, warnt Becker. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre wurde die Schwelle von 1,5 Grad bei der Erderwärmung bereits deutlich überschritten. Der DWD geht davon aus, dass dieser Grenzwert des Pariser Klimaabkommens schon im kommenden Jahrzehnt dauerhaft überschritten wird. Damit nähmen auch die klimatischen Risiken wie Trockenheit, Hitze und Wasserknappheit weiter zu, erläutert Becker.
Der DWD sieht in Deutschland regional recht unterschiedliche Szenarien. Für ihre Prognose vergleichen die Wissenschaftler den Zeitraum zwischen 1961 und 1990 mit der Projektion auf die ferne Zukunft von 2071 bis 2100. Die Temperaturen steigen danach überall an, vor allem in den Sommermonaten. Mehr Regen erwartet der DWD im Winter im Norden und im Frühjahr im Nordosten. Trockener wird es im Westen und Südosten.
Solarenergie profitierte von überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden
Der Wetterdienst will mit seinem Datenschatz auch Politik, Behörden und Wirtschaft auf zu erwartende Veränderungen vorbereiten. So beschreibt der DWD etwa die Auswirkungen der Erderwärmung für verschiedene Bevölkerungsgruppen anhand von Beispielpersonen. Die brandenburgische Landwirtin Britta musste sich 2025 mit einem außergewöhnlich trockenen Frühjahr plagen. Ihre Erträge hingen stark vom später im Jahr einsetzenden Regen und vom Umfang der möglichen Bewässerung ab. Die Rentnerin Edda aus der Region am Oberrheingraben hatte wiederum mit der großen Sommerhitze und tropischen Nächten zu kämpfen. 35 Grad verzeichnete die Stadtklimastation in Freiburg im Juli.
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2025 war für die erneuerbaren Energien nur zum Teil ein gutes Jahr. Der Wind blies nur schwach. In 100 Meter Höhe, wo die Rotoren der Windanlagen die Energie aufnehmen, blies er nur mit 5,3 Metern pro Sekunde, eine Abweichung von sechs Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Dagegen konnten sich Betreiber von Solaranlagen über viele Sonnenstunden freuen. Die Strahlung übertraf den langjährigen Mittelwert um fast zehn Prozent.
