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Hochwasser, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Hochwassers · Nominativ Plural 1: Hochwasser · Nominativ Plural 2: besonders AHochwässer
Aussprache  [ˈhoːχvasɐ]
Worttrennung Hoch | was | ser
Wortzerlegung hoch Wasser
Mehrwortausdrücke  Hochwasser haben

Bedeutungen

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
1.
(höchster) Wasserstand bei oder während der Flut
Grammatik: Plural selten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das mittlere Hochwasser
als Aktivsubjekt: das Hochwasser steigt [an, weiter]
als Genitivattribut: die Marke des Hochwassers
Beispiele:
Auf St. Pauli sollen die [erhöhten] Wasserstände am Nachmittag voraussichtlich bei etwas mehr als 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser liegen, teilte das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie mit. [Hamburger Abendblatt, 08.01.2019]
Der zeitliche Verlauf des Wasserstandes zwischen Niedrigwasser, Hochwasser und darauf folgendem Niedrigwasser ergibt die Tidenkurve. [Die Gezeiten – Ebbe und Flut, 21.10.2013, aufgerufen 01.09.2020]
Die 136 Kilometer lange Fahrrinne der Elbe soll so weit ausgebaggert werden, dass bei Hochwasser Schiffe mit einem Tiefgang von 14,50 Metern in den Hamburger Hafen einlaufen können. [Hamburger Abendblatt, 24.08.2018]
Da Du mit Deinem Boot drei Stunden vor Hochwasser in die Bucht einläufst, befinden wir uns in der Mitte des Tidenstiegs. [Hochseeschein Fragen, 04.01.2016, aufgerufen 01.09.2020]
Da sich die Gezeiten jeden Tag um eine Stunde nach hinten verschieben (zwischen zwei Hochwassern liegen ca. 12,5 Stunden), lief die Lagune nun […] erst am […] Abend voll. [Sotavento Beach, 15.05.2004, aufgerufen 01.09.2020] ungewöhnl. Pl.
2.
(durch starke Regenfälle, Schneeschmelze oder andere natürliche Einflüsse hervorgerufener) erhöhter, angestiegener Wasserstand eines Gewässers
Grammatik: meist im Singular
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das alljährliche Hochwasser
als Akkusativobjekt: das Hochwasser auslösen
als Aktivsubjekt: das Hochwasser geht zurück
als Genitivattribut: der Scheitel, der Scheitelpunkt, die Scheitelwelle des Hochwassers; der Höchststand des Hochwassers
Beispiele:
das Hochwasser ist im Sinken begriffen, erreichte seinen HöchststandeWDG, 1969
Weder im Frühjahr noch im Spätsommer des vergangenen Jahres traten die für diese Jahreszeiten typischen Hochwasser infolge von Schneeschmelze oder regenreichen Tagen ein. [Die Zeit, 17.11.2016 (online)]
Wie berichtet, ist der Leipziger Auwald zu trocken, weil durch den Bau der Neuen Luppe im vorigen Jahrhundert die typischen Hochwässer zur Flutung ausbleiben. [Leipziger Volkszeitung, 05.05.2021]
Man stellt sich auf das Hochwasser im Frühjahr ein und ist an den Anblick freiliegender Uferzonen bei Niedrigwasser im Sommer gewöhnt. [Rhein-Zeitung, 22.12.2017]
Um die Bezugsgröße für ein Hochwasser, das langjährige Mittel des Wasserstands, zu erhalten, werden einmal am Tag – meist um 7 Uhr morgens – bundesweit die Meßlatten in allen Seen und Fließgewässern abgelesen. [Aktuelles Lexikon 1974–2000. München: DIZ 2000 [1997]]
Die Jahreszeit, in der die meisten Hochwässer […] aufzutreten pflegen, […] ist der Sommer mit seinen schweren und häufigen Gewitterregen. [Abel, Othenio: Amerikafahrt. Jena: Fischer 1926, S. 363]
a)
spezieller ÜberschwemmungeWDG, 1969
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein verheerendes, schlimmes, extremes, katastrophales Hochwasser
als Dativobjekt: dem Hochwasser standhalten
als Akkusativobjekt: das Hochwasser eindämmen, zurückhalten
als Aktivsubjekt: das Hochwasser fließt ab, fließt zurück
in Präpositionalgruppe/-objekt: vorbereitet auf das Hochwasser [sein]; von einem Hochwasser heimgesucht, eingeschlossen [werden]; von einem Hochwasser bedroht, betroffen [sein]; vom Hochwasser überschwemmt, verwüstet; der Schutz vor Hochwasser; die Schäden, Zerstörungen durch das Hochwasser; der Wiederaufbau, die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser
in Koordination: Hochwasser und Sturmfluten, Überschwemmungen, Überflutungen
als Genitivattribut: die Folgen, die Auswirkungen, die Spuren, das Ausmaß des Hochwassers; die Betroffenen, die Geschädigten, die Opfer des Hochwassers; der Rückgang, der Abfluss, das Abfließen des Hochwassers
Beispiele:
das Hochwasser hat in den Elbeniederungen großen Schaden angerichteteWDG, 1969
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor möglichen Hochwassern und Lawinenabgängen aufgrund von Tauwetter und Regen in der Region. [Badische Zeitung, 19.01.2021]
Infolge des Hochwassers habe sich […] ein »Schlammgebirge« aufgestaut, was zur Folge habe, dass die Poller und weißen Pfosten verschmutzt seien. [Allgemeine Zeitung, 10.03.2021]
Angesichts steigenden Hochwassers im australischen Bundesstaat Queensland hat die dortige Regierung tausende Menschen zur Flucht in höher gelegene Gebiete aufgefordert. Die Bewohner von St. George im Südwesten von Queensland sollten die Kleinstadt verlassen. [Dramatische Hochwasser-Lage in Australien, 05.02.2012, aufgerufen 18.08.2015]
[…] Österreichweit [wird es] künftig einheitliche Gefahrenzonen geben. Auf Basis dieser Pläne werden einheitliche Hochwassergefahrenkarten erstellt, mittels derer von jedermann Einsicht genommen werden kann, wie gefährdet sein Grund und Boden durch Hochwässer ist. [Der Standard, 01.03.2011]
Normalerweise braucht das Hochwasser sechs bis acht Tage, bis der Scheitelpunkt erreicht ist – in Bad Schandau und Pirna werden die Höchststände wohl Montagnacht erreicht. [Süddeutsche Zeitung, 03.04.2006]
Wovon einst nur die Jahrzehnte meldeten, wovon man sonst jahrzehntelang sprach, von den großen Hochwassern des Rheins, davon bringt das letzte Jahrfünft schon zum dritten Male die Kunde. [Kölnische Zeitung (1. Morgenblatt), 01.01.1926]
b)
metonymisch den mittleren Wasserstand übersteigende, meist über die Ufer getretene Wassermassen
Beispiele:
im Frühjahr führen alle Gebirgsflüsse HochwassereWDG, 1969
Die Temperaturen sind mild in diesem Monat, die Isar führt Hochwasser, so dass das Wasser in flussnahe Häuser eindringt – woran man in Landshut allerdings gewöhnt ist. [Landshuter Zeitung, 06.12.2018]
Sie hat Hochwasser im Keller. [Saarbrücker Zeitung, 05.06.2018]
Allein in Nepal hat Hochwasser mehr als 80.000 Häuser zerstört. [Süddeutsche Zeitung, 02.09.2017]
Weil dieser Abrollbehälter, der sowohl Löschwasser in großen Mengen fördern, als auch bei Überschwemmungen Hochwasser abpumpen kann, 13 Tonnen wiegt, lässt er sich auf den vier vorhandenen Wechselladern nicht transportieren. [Fränkischer Tag, 02.05.2016]
Stellen Sie sich vor, dass im Einzugsbereich eines großen Flusses heftige Wolkenbrüche niedergehen. Jedes Rinnsal, jeder Bach, jedes Flüsschen und jeder Fluss schwillt an und dann steht flussabwärts[…] eine ganze Region unter Hochwasser. [Zentral oder dezentral?, 28.11.2011, aufgerufen 01.09.2020]
Die »Hohe Birga« ist ein kleiner bewaldeter Hügel, der sowohl Schutz gegen Vermurungen und Hochwässer als auch gegen mögliche menschliche Feinde bot, beschrieb Grabungsleiter Florian M[…] den Fundort. [Der Standard, 22.04.2009]
Das Holz wurde [in früheren Jahrhunderten] im Spätherbst und Winter geschlagen und im zeitigen Frühjahr, mit den kalten Hochwassern der Schneeschmelze, stromabwärts geflößt. [Thüringer Allgemeine, 10.06.2002]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
hoch · Hoch · Höhe · Anhöhe · Hoheit · höchstens · erhöhen · Hochachtung · hochachtungsvoll · hochdeutsch · hochherzig · Hochmeister · Hochmut · hochmütig · hochnäsig · Hochofen · Hochschule · Hochstapler · hochtrabend · Hochwasser · Hochwild
hoch Adj. ‘aus einer Ebene herausragend, weit nach oben reichend’, übertragen ‘nach Wert, Maß, Rang, Bedeutung hervorragend, über den Durchschnitt hinausgehend’, ahd. hōh (8. Jh.), mhd. hōch, , asächs. hōh, mnd. hō(ch), mnl. , hooch, nl. hoog, aengl. hēah, engl. high, anord. hār, got. hauhs, germ. *hauha- geht vielleicht wie Hügel (s. d.) und aind. kucaḥ ‘weibliche Brust’, kucáti ‘zieht sich zusammen, krümmt sich’, lit. kaūkas ‘Beule’, kaũkaras ‘Hügel’, russ. kúča (куча) ‘Haufen, Heuschober’ auf die Gutturalerweiterung ie. *keuk-, *kūk- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ zurück (wozu auch 1Hocke, Hobel, Haufen, hüpfen, Haube, s. d.), so daß hoch ursprünglich als ‘(hervor-, empor)gewölbt’ zu verstehen ist. – Hoch n. ‘Höhe, Größe’ (17. Jh.); in der Meteorologie (20. Jh.) Kurzform für Hochdruckgebiet (um 1900). Höhe f. ‘Ausdehnung, Ausmaß in vertikaler Richtung, Dimension, Spitze, Gipfel’, mit vielfältigem übertragenem Gebrauch, ahd. hōhī (8. Jh.), mhd. hœhe, hōhe, asächs. hōhi, got. hauhei. Anhöhe f. ‘Hügel, ansteigendes Gelände’ (17. Jh.). Hoheit f. ‘Erhabenheit, hohe Würde, Herrschaftsbefugnis (über ein bestimmtes Gebiet)’, auch Anrede für einen hohen fürstlichen Würdenträger, mhd. hōchheit, hōcheit. höchstens Adv. ‘maximal, im äußersten Falle’ (16. Jh.), dann auch ‘im günstigsten Falle, bestenfalls’, gebildet zum Superlativ höchst. erhöhen Vb. ‘in eine höhere Position bringen, (an)heben, verherrlichen’, ahd. irhōhen (9. Jh.), mhd. erhœhen; vgl. gleichbed. ahd. hōhen (8. Jh.), mhd. hōhen, hœhen. Hochachtung f. ‘Wertschätzung, Respekt’ (16. Jh.); hochachtungsvoll Adj. ‘respektvoll, von Wertschätzung erfüllt’, besonders als Schlußfloskel bei förmlichen Briefen (19. Jh.). hochdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung gekennzeichneten) Sprachstandes des Mittel- und Oberdeutschen (2. Hälfte 15. Jh.), dann auch im Sinne von ‘nicht mundartlich, der Norm der Literatursprache entsprechend’; ausgehend wohl von der meist gebirgigen Beschaffenheit der mittel- und oberdeutschen Landschaften (s. das Gegenwort niederdeutsch und vgl. die Bezeichnung Niederlande). hochherzig Adj. ‘großmütig, von edler, selbstloser Gesinnung’ (17. Jh.), vgl. aengl. hēahheort, got. hauhhaírts ‘hochmütig, überheblich’. Hochmeister m. ‘Oberster eines geistlichen Ritterordens’, mhd. hōchmeister, hōmeister, dann auch ‘Vorsteher der gesamten Judenschaft im Reich, hoher Gelehrter’. Hochmut m. ‘übersteigertes Selbstgefühl, Überheblichkeit’, ahd. hōhmuot (11. Jh.), mhd. hōchmuot, auch im Sinne von ‘hohe, edle Gesinnung, Hochstimmung, Freude’; hochmütig Adj. ‘überheblich, übertrieben stolz’, ahd. hōhmuotīg (um 1000), mhd. hōchmüetic. hochnäsig Adj. ‘anmaßend, eingebildet’ (18. Jh.); vgl. die Redensart die Nase hoch tragen (18. Jh.). Hochofen m. hoher Schachtofen zur Ausschmelzung des Roheisens aus dem Erz, zunächst Hoherofen (18. Jh.), Hohofen (19. Jh.). Hochschule f. Bildungsstätte, in der die Qualifikation für akademische Berufe vermittelt wird, ‘Universität’ (15. Jh.), daneben zunächst auch Hohe Schule, Hoheschule. Hochstapler m. ‘seriös und vornehm auftretender Betrüger’ (18. Jh.), zu rotw. Stappler, Stabeler, Stabuler ‘Bettler’ (15. Jh.), vgl. rotw. stappeln, stapeln, stabeln ‘bettelnd umherziehen’, nhd. (literatursprachlich und landschaftlich) stapeln ‘hochbeinig, gespreizt gehen, betteln gehen’. hochtrabend Part.adj. ‘von oben herab, überheblich’ (vgl. auf dem hohen Roß sitzen), mhd. hōchtrabende. Hochwasser n. ‘höchster Wasserstand innerhalb der Gezeiten, Überschwemmung(sgefahr)’ (19. Jh.), vorher hoch Wasser (16. Jh.). Hochwild n. ‘wertvollste Wildkategorie’, z. B. Rotwild, Schalenwild, edles Federwild (16. Jh.), hoewilt (15. Jh.), entsprechend der Einteilung in hohe, (mittlere,) niedere Jagd.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Geografie
Flut · Hochwasser
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Gezeit  ●  Tide norddeutsch
  • Gezeiten Plural · Tiden Plural, norddeutsch · Ebbe und Flut ugs.
  • Brandungsrückstrom · Rippstrom · Rippströmung · Trecker
  • Flutmulde · Flutrinne
Antonyme

Geografie
Hochwasser · Überflutung · Überschwemmung  ●  Inundation geh., lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Inundierung  ●  Inundation geh., lat.
  • Heinrichsflut · Julihochwasser · Schwarzer Freitag von Waldeck
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hochwasser‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hochwasser‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Hochwasser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hochwasser>.

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