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Abfall, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abfall(e)s · Nominativ Plural: Abfälle
Aussprache  [ˈapfal]
Worttrennung Ab | fall
Grundformabfallen
Wortbildung  mit ›Abfall‹ als Erstglied: Abfallabfuhr · Abfallaufkommen · Abfallbehälter · Abfallbehörde · Abfallberater · Abfallberg · Abfallbeseitigung · Abfallcontainer · Abfalldeponie · Abfalleimer · Abfallenergie · Abfallentsorger · Abfallentsorgung · Abfallerzeuger · Abfallerzeugnis · abfallfrei · Abfallgefäß · Abfallgesetz · Abfallgrube · Abfallhaar · Abfallhalde · Abfallhaufen · Abfallheizkraftwerk · Abfallholz · Abfallkalender · Abfallkorb · Abfallkübel · Abfallleder / Abfall-Leder · Abfallmaterial · Abfallmenge · Abfallplatz · Abfallpolitik · Abfallprodukt · Abfallquote · Abfallrecht · Abfallsack · Abfallsammler · Abfallsatzung · Abfallstoff · Abfallstück · Abfallsünder · Abfalltonne · Abfalltrennung · Abfallverbrennung · Abfallverbrennungsanlage · Abfallvermeidung · Abfallverordnung · Abfallverwertung · Abfallwagen · Abfallwirtschaft · Abfallzweckverband
 ·  mit ›Abfall‹ als Letztglied: Atomabfall · Bauabfall · Bergabfall · Bioabfall · Blechabfall · Blutdruckabfall · Druckabfall · Fabrikationsabfall · Fellabfall · Fischabfall · Fleischabfall · Garnabfall · Gartenabfall · Gebirgsabfall · Geschwindigkeitsabfall · Gewerbeabfall · Glaubensabfall · Grünabfall · Hausabfall · Holzabfall · Industrieabfall · Küchenabfall · Kunststoffabfall · Kursabfall · Lederabfall · Leistungsabfall · Materialabfall · Nuklearabfall · Papierabfall · Plastikabfall · Problemabfall · Produktionsabfall · Qualitätsabfall · Restabfall · Siedlungsabfall · Sonderabfall · Spannungsabfall · Stahlabfall · Steilabfall · Stoffabfall · Strahlenabfall · Südabfall · Tafelabfall · Temperaturabfall · Terrainabfall · Uferabfall · Verpackungsabfall

Bedeutungen

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
1.
Flanke, Seite o. Ä. mit einer nach unten gerichteten Neigung; Verringerung, Abnahme der Höhe bzw. der Höhenmeter (im Hinblick auf eine Geländeform, eine Strecke o. Ä.)
Grammatik: meist im Singular
Kollokationen:
mit Genitivattribut: der Abfall des Geländes
Beispiele:
ein steiler, jäher, sanfter, allmählicher Abfall des GebirgeseWDG, 1967
der südliche Abfall des BergeseWDG, 1967
Dort [vor dem Schloss] wenden wir uns nach links und folgen einem Pfad den steilen Abfall des Schlossberges durch schönen Buchenbestand hinab in das enge, tief eingeschnittene Tal des Wolfsbaches. [Nortwaldweg – Lehesten, 02.07.2015, aufgerufen 14.06.2023]
Nach Westen schließt sich daran [an die Zentral-Kordillere] das Cauca‑Tal und die nicht ganz so hohe West‑Kordillere an, auf die der sanfte Abfall zum Pazifischen Ozean folgt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.1999]
[…] abgesehen von einem fruchtbaren Küstenstreifen mit feuchtheißem Klima am Roten Meer […] [besteht] der überwiegende Teil des Staatsgebiets [des Jemen] aus einem wenig ergiebigen plateauartigen Hochland mit trockenem, heißem Steppen‑ und Wüstenklima […]. Für die Wirtschaft des Landes besonders von Bedeutung ist der gutberegnete Abfall des Hochlandes zur Küste. [Neue Zeit, 28.06.1956]
Er [der Jura] ist, genau wie die Alpen, ein Faltengebirge, aber er bildet nicht eine, sondern an manchen Stellen acht, neun, ja zehn und elf Falten nebeneinander. Nach der Schweiz zeigt er schroffe Abfälle, nach Frankreich geht er allmählich in das Hochland über. [Fetz, August: Geographie. Berlin 1912]
Die Flüsse können infolge des steilen Abfalles des Randgebirges für die Schiffahrt nur in ihrem kurzen Unterlauf benutzt werden. [Dilcher, Adolf [u. a.].: Erdkunde für Volks- und Mittelschulen. Ausg. A. 4. Aufl. Frankfurt a. M. 1908]
Gegen Osten hin ist der Abfall des Gebirges sanft und allmählig, denn sanft schlängeln sich die Gewässer durch Wiesengründe nach Neckar und Donau; nach dem Rheine zu aber fällt das Gebirge steil und kurz ab, reißend und tobend stürzen sich die Gewässer durch enge Schluchten nach dem vaterländischen Hauptstrome[…]. [Billig, Gustav: Erdkunde von Deutschland und seinen Nachbarländern. Jena 1852]
2.
häufig abwertend das (als abtrünnig aufgefasste) Sichlösen bzw. Trennung, Abweichung von etw., jmdm. (häufig von etwas Regelhaftem, etw. oder jmdm. bislang Vertrautem o. Ä.)
Grammatik: Plural ungebräuchlich
siehe auch ¹Bruch (1 ●)
Kollokationen:
mit Präpositionalgruppe/-objekt: der Abfall vom Christentum, vom Islam, von Gott
Beispiele:
der Abfall vom Glauben, von der KircheeWDG, 1967
der Abfall der NiederlandeeWDG, 1967
Wallensteins AbfalleWDG, 1967
jmdn. zum Abfall überreden, verleiteneWDG, 1967
Ich habe dieser Tage [Karl Ludwig von] Woltmanns Schrift über die Reformation, die bis an Luthers Tod fortgeführt ist[,] gelesen, und bin durch jene theologische Revolution an die neueste philosophische erinnert worden. In beiden war etwas sehr bedeutend reales, dort der Abfall von Kirchensatzungen und die Rückkehr zu den Quellen, Bibel und Vernunft: hier der Abfall vom Dogmatismus und der Empirie. Aber bei beiden Revolutionen sieht man die alte Unart der menschlichen Natur, sich gleich wieder zu setzen, zu befangen und dogmatisch zu werden. [Karl Ludwig Woltmann, 15.10.2014, aufgerufen 14.06.2023]
»Der Mensch«, so sagt der junge Dr. B[…], »ist, seinem Gebiß nach zu urteilen, früher einmal ausschließlich Frucht‑ und Wurzelesser gewesen. Er war also Vegetarier. Der Abfall vom Vegetarischen ist ein Abfall vom Menschlichen. […]« [Die Zeit, 13.03.1952]
Er [Albert Speer] stellte seine Kunst und sein Können in die Dienste des Faschismus. […] Sein späterer »Abfall« von Hitler, im März 1945, ist wohl leicht zu erklären. Zu dieser Zeit mußte jeder einsehen, daß der Krieg verloren war. [Neue Zeit, 31.07.1946]
scherzhaft Oh […] Gebieter der Röstmaschine und Koffeinbringer, verzeih deinem unterwürfigstem Diener vielmals für seinen (temporär begrenzten) Abfall vom Pfad der Bohne. [Tag 2 ohne Kaffee, 14.04.2010, aufgerufen 15.06.2023]
3.
Überrest, der als Nebenprodukt (im Arbeitsprozess) anfällt, entsteht
Synonym zu Müll (1), siehe auch Unrat
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: biologische, chemische, organische Abfälle; abbaubare, deponierte, gewerbliche, industrielle, kompostierbare, landwirtschaftliche, stinkende, tierische, verwertbare, wiederverwertbare Abfälle; asbesthaltige, kontaminierte, schadstoffhaltige, giftige, toxische Abfälle; atomare, nukleare, radioaktive, strahlende, verstrahlte, verseuchte Abfälle
als Akkusativobjekt: (den) Abfall sammeln, recyceln, verarbeiten, verwerten, beseitigen, deponieren, entsorgen, sortieren, trennen; Abfall erzeugen, reduzieren, vermeiden
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Beseitigung, die Entsorgung, die Verbrennung, die Lagerung, die Verwertung, die Vermeidung von Abfällen
als Aktivsubjekt: die Abfälle liegen herum, türmen sich, stapeln sich
Beispiele:
[…] in der täglichen Anwendung erweisen sich die Abfalleimer als unbrauchbar. Die Öffnung ist zu klein, Pizzaschachteln und Lunchboxen verstopfen sie, der Abfall quillt rasch über, und zu guter Letzt kommen Möwen und Tauben gut an die Reste heran und verteilen sie über die Stadt. [Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2022]
Wo Menschen leben, ist auch die Futterquelle nicht fern: Tauben ernähren sich vor allem von Abfällen. […] Was ist dran am Mythos der »Ratten der Lüfte«? [Rhein-Zeitung, 03.06.2023]
Anwohner und Fischer sind […] überzeugt, dass grundsätzlich zu viele Abwässer und Abfälle in das Gewässer geleitet werden. [Hamburger Abendblatt, 22.10.2019]
Dort [in einem Zwischenlager zur Aufbewahrung von ausgedienten Brennelementen und radioaktiven Abfällen] lagern 152 Transportbehälter des Typs Castor mit hochverstrahltem Abfall […]. [Aachener Zeitung, 25.10.2010]
[…] insgesamt gab es [in der DDR] 15 Sero‑Betriebe in den Bezirkshauptstädten mit mehr als 7.000 Filialen. Der Name »Sero« entstand, weil diese gesammelten, für die Wiederverwertung bestimmten Abfälle in der ehemaligen DDR als »Sekundär‑Rohstoffe« bezeichnet wurden. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.1994]
4.
messbare Abnahme, Verringerung (einer Größe, eines Indikators o. Ä.)
Grammatik: Plural ungebräuchlich
Kollokationen:
mit Genitivattribut: der Abfall der Amplitude, des Blutdrucks, der Herzfrequenz, des Meeresspiegels, der Leistungsfähigkeit, der Temperatur
Beispiele:
ein Abfall der Preise, in der KohlenförderungeWDG, 1967
Eine Vergiftung mit Barium führt […] zum Abfall der Kaliumspiegel im Blut. [Der Mineralstoff: Kalium. Ein lebensnotwendiges Element, 10.11.2018, aufgerufen 12.07.2023]
Vor etwa 13.000 Jahren[…] sorgte ein massiver Schmelzwassereinbruch vom nordamerikanischen Kontinent für einen Abfall des Salzgehalts im Atlantik, was die Kaltperiode Europas nochmals über knapp ein Jahrtausend ausdehnte. [Welt am Sonntag, 07.11.2010]
Bei einem massiven Abfall der Nachfrage sind Staatsausgaben notwendig, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. [Der Standard, 12.06.2009]
Wegen des starken Abfalls der Rohölpreise Anfang 2007 habe man eine Lagerabwertung durchführen müssen, so die OMV [ein österreichischer Erdöl- und Erdgaskonzern]. [Der Standard, 18.02.2007]
Bei niederohmiger Belastung (30 Ohm) zeigt der Ausgang einen drastischen Abfall zu niedrigen Frequenzen hin. [C’t, 2000, Nr. 10]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Abfall · Abhang · Gefälle · Hang · Senkung
Unterbegriffe
  • Festungsabhang  ●  Glacis fachspr., franz.
Assoziationen

Abfall · Fall · Fallen · Niedergang · Sinken · Sturz · Untergang
Assoziationen

Abfall · Ausschuss · Hausabfall · Hausmüll · Müll · Unrat  ●  Kehricht schweiz. · Spreu fig. · Schrott ugs. · für die Tonne ugs., fig.
Oberbegriffe
  • Abfall · Müll · Unrat  ●  Ist das Kunst oder kann das weg? ugs., scherzhaft, kommentierend
Unterbegriffe
Assoziationen

Abfall · Müll · Unrat  ●  Ist das Kunst oder kann das weg? ugs., scherzhaft, kommentierend
Unterbegriffe
Assoziationen

Abfall · Abnahme · Dämpfung · Einbuße · Nachlassen · Regression · Rückgang · Schwund · Verringerung  ●  Degression fachspr. · Dekreszenz fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Abfall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abfall‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Abfall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abfall>.

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