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Beichte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beichte · Nominativ Plural: Beichten
Nebenform süddeutsch Beicht · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Beicht · Nominativ Plural: Beichten
Aussprache 
Worttrennung Beich | te · Beicht
Wortbildung  mit ›Beichte‹/›Beicht‹ als Erstglied: Beichtformel · Beichtgang · Beichtgebet · Beichtgeheimnis · Beichtgespräch · beichthören · Beichtkind · Beichtmöglichkeit · Beichtsiegel · Beichtspiegel · Beichtstuhl · Beichtvater · Beichtzettel
 ·  mit ›Beichte‹/›Beicht‹ als Letztglied: Erstbeichte · Generalbeichte · Herzensbeichte · Lebensbeichte · Ohrenbeichte · Osterbeichte

Bedeutung

eWDG
eWDG
Geständnis, Bekenntnis
a)
Religion Sündenbekenntnis
Beispiele:
die erste, heilige, österliche Beichte
zur Beichte gehen
dem Priester die Beichte ablegen
jmdm. die Beichte abnehmen
der Pfarrer hört, sitzt Beichte (= sitzt im Beichtstuhl zum Anhören der Sündenbekenntnisse)
die allgemeine Beichte
b)
Bekenntnis dessen, was jmdn. bedrückt
Beispiele:
die Mutter hörte die Beichte ihres Kindes an
umgangssprachlich, scherzhaftich muss dir eine Beichte ablegen (= muss dir etwas gestehen)
der Richter … ging überhaupt nicht auf seine niederschmetternde Beichte ein [ O. M. GrafMitmenschen168]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Beichte · Beicht · beichten · Beichtiger · Beichtvater · Beichtkind · Beichtgeheimnis · Beichtsiegel
Beichte südd. auch Beicht f. ‘Geständnis, Bekenntnis’, in der christlichen Religion ‘Bekenntnis der Sünden’ (Bußsakrament der römisch-katholischen Kirche). Ahd. bī̌giht, bī̌jiht (9. Jh.), bī̌gihta (11. Jh.) ‘Bekenntnis, feierliche Aussage, Versprechen, Sündenbekenntnis’, mhd. begiht(e), bīht, asächs. bigihto, mnl. bijichte, nl. biecht, afries. bijechte ist Verbalabstraktum zu ahd. bijehan ‘bekennen, Lob sprechen’ (8. Jh.), mhd. bejehen ‘bekennen, beichten’, asächs. bigehan, mnd. begēn, bejēn, afries. biia. Dessen Simplex germ. *jehan ‘sprechen, versichern’, woraus ahd. jehan ‘sagen, bekennen’ (8. Jh.), mhd. jehen, asächs. gehan ‘sagen, sprechen’, aber auch ‘bekennen, geloben’, mnl. gien, anord. und zugehöriges ahd. jiht ‘Bekenntnis, Lobpreis’ (um 1000), mhd. giht, mnd. mnl. gieht, afries. iecht kann mit aind. yā́cati ‘fleht, fordert’, lat. iocus ‘Scherzrede, Scherz’ (s. Jux) zur Wurzel ie. *i̯ek- ‘(feierlich) sprechen’ gestellt werden (s. auch genieren, Gicht). Das seit dem Mhd. auftretende Endungs-e (ahd. -a) setzt sich spät endgültig durch; Luther gebraucht meist, Adelung nur Beicht, Campe verbucht beide Formen Beicht und Beichte. Germ. *bi-jihti- gehört zunächst im Sinne von ‘Bekenntnis, Geständnis, Gelöbnis’ zur Rechtssprache. Die Verwendungsweise entspricht damit genau der von lat. cōnfessio ‘Ein-, Zugeständnis, Geständnis’, danach kirchenlat. ‘Sündenbekenntnis’ (s. Konfession). Doch die Annahme einer Lehnübertragung ist keineswegs zwingend. Vom Substantiv abgeleitet beichten Vb. ‘eine Beichte ablegen, seine Sünden bekennen’, auch ‘gestehen, bekennen’, mhd. bīhten. Zum katholischen Sprachgebrauch gehören Beichtiger m. (heute selten) ‘Beichtvater’, ahd. bī̌gihtigāri ‘Bekenner des Glaubens’ (Hs. 12. Jh.), mhd. bīhtegære, bīhtigære ‘Bekenner (Beichtkind), Beichtvater’, zu mhd. bīhtegen ‘beichten’, abgeleitet von ahd. bī̌gihtīg (9. Jh.), mhd. bīhtec, bīhtic ‘zur Beichte bereit, seine Sünden bekennend’; Beichtvater m. ‘Geistlicher, bei dem gebeichtet wird’, mhd. bīhtvater, und Beichtkind n. ‘Beichtende(r)’ spätmhd. bīhtkint. Beichtgeheimnis n. ‘Pflicht des Geistlichen, über das Anvertraute zu schweigen und das ihm Anvertraute selbst’ (Mitte 19. Jh.) neben älterem Beichtsiegel n. (2. Hälfte 17. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Beichte · Bekenntnis · Geständnis
Unterbegriffe
  • Urgicht · gichtiger Mund

Religion
Amt der Schlüssel · Beichte · Bußsakrament
Assoziationen
  • (die) Beichte ablegen · beichten · zur Beichte gehen

Typische Verbindungen zu ›Beichte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Beichte‹ und ›Beicht‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Beichte‹, ›Beicht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange Sie mir aber erlauben, Ihnen zu schreiben, will ich mich nicht beklagen und fahre in meiner Beichte fort. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 251]
Um fünf Uhr mußten sie zur ersten Beichte in der Kirche sein. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 174]
Wir haben es hier mit einer sehr unvollständigen Beichte zu tun. [Der Spiegel, 23.03.1998]
Auf eine für ihn sinnvolle Reduzierung seiner lebenslangen Sperre bräuchte er nach einer möglichen Beichte wohl nicht zu hoffen. [Die Zeit, 12.01.2013 (online)]
Mir wäre nichts lieber, als an dieser Stelle meine Beichte abbrechen zu können. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 450]
Zitationshilfe
„Beichte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Beichte>.

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