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Für Ihre Abfrage nach Brand gibt es mehrere Wörterbuchartikel.
  • 1Brand, der
    1. 1. gefährliches Feuer, das Schaden anrichtet, etw. zerstört oder vernichtet
      1. ● ⟨einen Brand legen⟩
    2. 2. das Brennen (1 a), Aufgehen in Flammen
    3. 3. [veraltend] brennender Gegenstand, mit dem etw. in ¹Brand (2) gesetzt werden soll, oder Fackel
    4. 4. [übertragen, gehoben] große Hitze
    5. 5. [umgangssprachlich] quälender Durst
    6. 6. an eine Verbrennung erinnernde Schädigung des Gewebes (2)
      1. a) bei Menschen und Tieren: krankhaftes Absterben (Nekrose) von Gewebe (2), das sich dabei dunkel verfärbt
      2. b) bei Pflanzen: durch Verletzung oder Parasiten hervorgerufener Schaden an (den Blättern) einer Pflanze
    7. 7. Vorgang des Brennens (6)
    8. 8. (besonders aus Obst hergestellter) Branntwein

  • 2Brand, der, das, die
    1. 1. Summe der Merkmale, durch die sich besonders Produkte, Unternehmen, Institutionen oder Personen von Konkurrenten so deutlich unterscheiden, dass sie von potenziellen Kunden oder Interessenten erkannt werden
    2. 2. Hersteller oder Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen mit geschütztem Namen
    3. 3. Ware‍(ngruppe), Produkt‍(reihe) oder Dienstleistung mit einem geschützten Namen

Brand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Brand(e)s · Nominativ Plural: Brände
Aussprache  [ˈbʀant]
formal verwandt mitbrennen
Wortbildung  mit ›Brand‹ als Erstglied: Brandalarm · Brandamtsrat · Brandanschlag · Brandartikel · Brandattacke · Brandausbruch · Brandbekämpfung · Brandbeschleuniger · Brandbestattung · Brandbettel · Brandbeule · Brandbinde · Brandblase · Brandbombe · Brandbrief · Branddirektor · Brandeinsatz · Brandeisen · Brandentdeckung · Brandente · Brandfackel · Brandfall · Brandfläche · Brandflasche · Brandfleck · Brandfuchs · Brandgasse · Brandgefahr · Brandgeruch · Brandgeschoss · Brandgiebel · Brandglocke · Brandgrab · Brandgranate · Brandgrube · Brandherd · brandig · Brandinspektor · Brandkanister · Brandkasse · Brandkatastrophe · Brandkultur · Brandlast · Brandleder · Brandleger · Brandlegung · Brandleiter · Brandloch · Brandmal · Brandmalerei · brandmarken · Brandmasse · Brandmauer · Brandmeister · Brandmeldealarm · Brandmelder · Brandmeldezentrale · Brandmunition · Brandnacht · Brandnarbe · Brandoberamtsrat · Brandoberinspektor · Brandoberrat · Brandopfer · Brandpfeil · Brandpilz · Brandquelle · Brandrakete · Brandrede · Brandrodung · Brandsalbe · Brandsatz · Brandschaden · brandschatzen · Brandschau · Brandscheibe · Brandschiefer · Brandschneise · Brandschürze · Brandschutz · Brandschützer · Brandschwaden · Brandserie · brandsicher · Brandsilber · Brandsohle · Brandstätte · Brandstelle · Brandstifter · Brandstiftung · Brandstoff · Brandteig · Brandunfall · Brandunglück · Brandursache · Brandverhütung · Brandverletzung · Brandwache · Brandwand · Brandwunde · Brandzeichen
 ·  mit ›Brand‹ als Letztglied: Altersbrand · Batteriebrand · Buschbrand · Dachbodenbrand · Dachstuhlbrand · Darmbrand · Dirndlbrand · Edelbrand · Faulbrand · Feinbrand · Feuerbrand · Fieberbrand · Flächenbrand · Flugbrand · Frostbrand · Garbrand · Gasbrand · Gefrierbrand · Gerstenbrand · Gestütsbrand · Gewebebrand / Gewebsbrand · Gletscherbrand · Glimmbrand · Großbrand · Grubenbrand · Haferbrand · Hartbrand · Hausbrand · Heidebrand · Höllenbrand · Kabelbrand · Knochenbrand · Korkbrand · Kornbrand · Kupferbrand · Leichenbrand · Liebesbrand · Lungenbrand · Milzbrand · Mottbrand · Obstbrand · Raubrand · Rauschbrand · Reichstagsbrand · Riesenbrand · Rindenbrand · Rohbrand · Schmierbrand · Schrühbrand · Schwelbrand · Sonnenbrand · Staubbrand · Steinbrand · Steppenbrand · Theaterbrand · Tresterbrand · Vergaserbrand · Waldbrand · Weinbrand · Weltbrand / Weltenbrand · Wohnungsbrand · Wundbrand · Wurzelbrand · Zimmerbrand
 ·  mit ›Brand‹ als Binnenglied: Dauerbrandofen · Holzbrandtechnik  ·  mit ›Brand‹ als Grundform: brand-

Bedeutungen

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
1.
gefährliches Feuer, das Schaden anrichtet, etw. zerstört oder vernichtet
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein folgenschwerer, verheerender Brand
als Akkusativobjekt: einen Brand auslösen, entfachen, verursachen, bekämpfen, eindämmen, ersticken, löschen, überleben, überstehen
in Präpositionalgruppe/-objekt: bei einem, durch einen Brand beschädigt, verletzt, zerstört werden, sterben, ums Leben kommen
als Aktivsubjekt: ein Brand vernichtet, zerstört etw., bricht aus, breitet sich aus, wütet
als Genitivattribut: der Auslöser, die Ursache des Brandes
Beispiele:
Auf Teneriffa brennen nach einer Hitzewelle die Wälder. Auch anderswo in Europa haben Dürre und extreme Temperaturen zu großen Bränden geführt. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2023]
Wissenschafter und Ranger dokumentieren laufend die Bestände der Fauna und der Flora. Invasive Pflanzen werden ausgerottet, und mit kontrollierten Bränden versucht man Waldbrände zu verhindern und die Verbuschung zu bekämpfen. [Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2024]
Der Brand hat in der Küchenzeile seinen Ausgang genommen. Ob er durch Speisen entstand, die auf dem Herd und im Rohr womöglich vergessen wurden, oder durch einen technischen Defekt, versuchen nun Brandermittler zu klären. [Der Standard, 20.11.2016]
Am 22. April zogen die Nazis das Gros der Berliner Feuerwehr aus der Stadt heraus, so daß praktisch kein Brand bekämpft werden konnte, der durch den Beschuß und die Kampfhandlungen entstand. [Berliner Zeitung, 15.06.1945]
bildlichDer Welt geht es gerade wie dem Wald im Dürresommer. Es wüten verheerende Brände, und überall drohen neue Feuer auszubrechen. Im ablaufenden Jahr hofften viele, die Ukraine könne Russlands Angriffsfuror stoppen. Das Gegenteil ist der Fall, Russland ist erneut in der Offensive. [Die Zeit, 28.12.2023]
Phrasem:
einen Brand legen (= etw. anzünden, um Schaden anzurichten)
Beispiele:
Die Feuerwehr kann den Brand zwar rasch löschen, aber zurück bleiben Rauch, Russ und eine unheimliche Gewissheit: Es war Brandstiftung. Seit März sind in der kleinen Zürcher Gemeinde mehrere Brände gelegt worden. [Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2024]
Der 24‑Jährige soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft in Kaltenkirchen mehrere Brände in Kellern gelegt und ein Auto sowie ein leerstehendes Haus angezündet haben. [Hamburger Abendblatt, 15.06.2024]
Als am 3. Januar 2021 die Scheune Hubertushof in Löhndorf in Flammen aufging, stand der 26‑Jährige bei der Polizei bereits unter Verdacht, Brände gelegt zu haben. [Rhein-Zeitung, 04.08.2022]
Auch an einer Lagerhalle an der Emil‑Hermann‑Nacke‑Straße brach Feuer aus und erfasste große Teile der ehemaligen Zellstofffabrik. Alle Brände wurden den Ermittlungen zufolge vorsätzlich gelegt und hatten das Potenzial, auf angrenzende Gebäude überzugreifen. [Dresdner Neueste Nachrichten, 21.06.2019]
bildlich Gewiß, unsere Situation ist nicht die von1918, als es überall Matrosen waren, die am Ende des Krieges die frühesten Brände der Revolution legten. [Berliner Zeitung, 21.02.1947]
2.
das Brennen, Aufgehen in FlammeneWDG, 1967
Grammatik: nur im Singular
Kollokationen:
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. in Brand setzen, stecken; etw. gerät, steht in Brand
Beispiele:
Im Duisburger Hafen ist am Donnerstag ein Feuer auf einem Recyclinghof mit Altfahrzeugen ausgebrochen. Ungefähr 100 Tonnen Schrott stünden in Brand, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. [Aachener Zeitung, 11.08.2023]
Die jährliche Marktveranstaltung ist mit dem Brand des Freifeuerofens, dem Töpfermarktlauf, dem Sammlermarkt für alte Keramik und dem breiten Rahmenprogramm eines der größten Volksfeste in der Region. [Thüringer Allgemeine, 15.06.2024]
Den Ermittlungen zufolge war gegen 21.20 Uhr aus einer Gruppe Jugendlicher heraus ein Böller geworfen worden, der die Säcke in Brand gesetzt hatte. [Reutlinger General-Anzeiger, 08.01.2024]
In Port Margot habe ein Mann versucht, ein Wahllokal in Brand zu stecken. Insgesamt sei der Wahltag aber ruhig verlaufen. [Der Standard, 21.11.2016]
Bei diesem Brand waren elf Stockwerke des größten Bauwerkes in Brand geraten, drei Fahrstühle sind brennend abgestürzt. [Neue Zeit, 31.07.1945]
3.
veraltend brennender Gegenstand, mit dem etw. in ¹Brand gesetzt werden soll, oder Fackel
Synonym zu Feuerbrand (3)
Beispiele:
Sie schleudert den Brand in den Holzstoß, der sich schnell hell entzündet. [Götterdämmerung 3. Aufzug 3. Szene 2, aufgerufen 30.08.2023]
Dieses Horn fülleten sie mit Wasser / um den Tobacks‑Rauch in etwas zu versüssen / darauf zündeten sie den Toback mit einem Brand aus dem Feuer überall an / und durfften mehr nicht / denn 2. oder 3. Mahl ziehen / so war er dahin / und hatten ihn verthan / wodurch sie denn einen so dicken Rauch erregten / dass solcher wie eine Wolcke / also zu reden / aufzog / und ihr gantzes Gesicht umnebelte. [Die Geschichte des Rauchens, 31.01.2018, aufgerufen 29.08.2023]
bildlich »Nur die Tat«, so das letztlich ausschlaggebende Motiv des militanten Burschenschafters, »kann noch einen Brand schleudern in die jetzige Schläfrigkeit.« [Der Spiegel, 22.10.1990]
[…] daß die Sorben jetzt die Brände tragen […] [ FreytagAhnen8,371]eWDG, 1967
4.
übertragen, gehoben große Hitze
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Morgens ziehen die Kolonnen in das Moor zur Arbeit hin. Graben bei dem Brand der Sonne, doch zur Heimat steht ihr Sinn. Wir sind die Moorsoldaten und ziehen mit dem Spaten ins Moor. [Die Moorsoldaten, Volkslied, 1933]
Wie dieser Stab in meiner Hand nie mehr sich schmückt mit frischem Grün, kann aus der Hölle heißem Brand Erlösung nimmer dir erblühn. [Thüringer Allgemeine, 25.01.2008]
Die alte Pumpe […] steht nicht weit von unserer Wohnung, gleich an der nächsten Ecke. Aus den fernen und friedlichen Zeiten meiner Kindheit ist sie mir wie ein Bild jener glücklichen Tage in Erinnerung geblieben: im heißen Brand der Sommersonne tummelte sich unser Schwarm, etwa ein Dutzend Jungen und Mädel, lachend und kreischend um sie herum, die, wenn auch laut quietschend, so doch bereitwillig ihr kühles Naß für unsere wilden Straßenschlachten lieferte. [Neues Deutschland, 12.02.1947]
Steinquadern, harte Lagerstatt, der Sonne glühend heißer Brand, und ringsum hinterm Stacheldraht fast ausgedörrtes Hügelland. [Neues Deutschland, 11.07.1946]
Und die Sonne versendet glühenden Brand […] [ SchillerBürgschaft]
5.
umgangssprachlich quälender DursteWDG, 1967
Grammatik: nur im Singular
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: einen Brand haben
Beispiele:
Die zweite Prüfung war bestanden. Bei der Dritten musste ich eine große Flasche Selter austrinken. Ich schaffte es, denn ich hatte einen riesigen Brand [Der Prignitzer, 22.05.2017]
Dann schleppt sich die Ich‑Figur in Gestalt Christian Dolezals endlich herein – mit großem Wasserglas, denn der Schreiberling hat einen Brand. [Der Standard, 13.03.2014]
Herr Meyer, als wir uns vor einigen Jahren erstmals trafen, waren Sie sehr verkatert. Ja, daran kann ich mich gut erinnern. Ich kam restalkoholisiert an und hatte einen tierischen Brand. [Der Tagesspiegel, 07.10.2013]
Aus den Kaufhallen werden die Getränke gleich kastenweise nach Haus geschleppt. Die kühle Flüssigkeit löscht zischend den heißen Brand und bringt eine Erfrischung, die im Augenblick höchsten Genuß bereitet. [Neue Zeit, 26.06.1986]
Ich stieg aus, ging zu meiner Glasbox, nahm auf dem Weg dahin drei Coca‑Flaschen aus einem Eisschrank, denn ich hatte einen mächtigen Brand. [Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind. Güterlsoh: Bertelsmann [u. a.] [1973] [1971], S. 164]
6.
an eine Verbrennung erinnernde Schädigung des Gewebes
Grammatik: Plural ungebräuchlich
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: feuchter, trockener, schwarzer Brand
a)
bei Menschen und Tieren   krankhaftes Absterben (Nekrose) von Gewebe, das sich dabei dunkel verfärbt
Synonym zu Wundbrand, Gangrän
Beispiele:
Der Tod säumte nicht. Er zwang den König aufs Lager, überzog den Körper, aufsteigend von den Beinen, mit schwarzem Brand. Letzte Ölung, letzter Segen, letzte Verfügung, letzte Worte. [Die Zeit, 27.08.2015]
Heiliges Feuer […] ist eine alte Bezeichnung für eine fiebrige Krankheit der Schafe mit rotlaufartiger, leicht in Brand übergehender Entzündung der Haut. [Wikipedia: Heiliges Feuer (Tierkrankheit), 09.07.2020, aufgerufen 01.07.2024]
Schiller stirbt heute vor zweihundert Jahren an einer unausgeheilten Brustentzündung, am »feuchten Brand«. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2005]
Ihm war laut FAZ am 27. August wegen eines fortschreitenden Brandes das linke Bein amputiert worden. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]]
Karbolsäure (Phenol), sehr giftig, verhindert Fäulnis, wirkt stark desinfizierend. Wird aber zu keimtötenden Umschlägen nicht mehr benutzt, da sie häufig Brand und Absterben der befallenen Körpergegend verursachte; reizt auch die Haut stark. [[o. A.]: Das Lexikon der Hausfrau. Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 163]
b)
bei Pflanzen   durch Verletzung oder Parasiten hervorgerufener Schaden an (den Blättern) einer Pflanze
Beispiele:
Welke Blätter lassen zum einen auf Trockenheit schließen, zum anderen gibt es aber auch die Flieder‑Seuche oder den Feuchten Brand. [Leipziger Volkszeitung, 29.09.2010]
Brand des Getreides, Krankheit fast aller Getreidearten, hervorgerufen durch Brandpilze (Ustilagineen), welche aus dem Ackerboden in die Pflanzen gelangen und hier mit Sporen erfüllte Stellen (Brandflecke) bilden. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia 2001 [1906]]
Anthraknose (grch.), Brenner, schwarzer Brand, Pech, Krankheit des Weinstocks, durch einen Pilz erzeugt, an braunen Flecken der grünen Teile kenntlich. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia 2001 [1906]]
Brand und Krebs, bei Bäumen Zersetzung des Holzes infolge starker Verwundungen; beim Brand ist die Wunde offen, beim Krebs bilden sich knollige Holzwucherungen. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia 2001 [1906]]
metonymisch Beim Flugbrand des Weizens und der Gerste dringt der Brandkeim während der Blüte in das Korn ein, während bei den anderen Brandarten: Steinbrand des Weizens, Gerstenhartbrand, Haferflugbrand, Roggenstengelbrand, die Ansteckung des fertigen Kornes von außen durch Sporen erfolgt. Der Brand (= Brandpilz) findet sich nicht nur auf den Kulturgewächsen, auch auf vielen wildwachsenden Pflanzen lebt er und kann von diesen auf das Getreide übertragen werden. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft. Berlin: Parey 1918, S. 159]
7.
Vorgang des Brennens
Beispiele:
Um den Segen für das Gelingen des Brandes zu erbitten, wurden der erste und der letzte Ziegel mit aufgehenden Sonnen und Monden verziert. [Wikipedia: Mauerziegel, 22.06.2024, aufgerufen 01.07.2024]
Mehrere Glasschichten können mit Farbpulvern, Metallen oder Mustern gestaltet werden. Danach werden diese bei einem 850 Grad heißen Brand im Fusingofen verschmolzen. [Landshuter Zeitung, 29.09.2022]
Durch den Brand veredelt, sind die Obstbrände neben dem Speck der Inbegriff für die Urwüchsigkeit des Schwarzwaldes und daher ein beliebtes Mitbringsel der Feriengäste. [Südkurier, 23.04.2022]
Wie früher bei den Germanen üblich[,] soll in dem über eintausend Grad heißen Brand der Ton zur Keramik gebrannt werden. [Thüringer Allgemeine, 18.08.2014]
8.
(besonders aus Obst hergestellter) Branntwein
Synonym zu Schnaps
Beispiele:
Im Zentrum von Jürgens Edelbrennerei stehen Obstbrände aus der Region, aber auch verschiedene Brände wie Gin, Whiskey, Wodka und Rum. [Niederösterreichische Nachrichten, 28.08.2018]
Fruchtigen Bränden darf bis zu 18 Gramm Zucker pro Liter Alkohol zugesetzt werden. [Aachener Zeitung, 04.05.2022]
Doch machen die Brenner auch eine Qualitätskontrolle? »Natürlich kontrollieren wir jeden Schnaps mit der Nase. Wir riechen sofort, wenn ein Schnaps gut ist und eine saubere Qualität hat. Nur selten trinken wir auch den Brand«, sagt Zahnd und macht auf die Gefahr von übermässigem Alkoholkonsum aufmerksam. [Thurgauer Zeitung, 12.02.2022]
Natürlich muss man [für dieses Gericht] keinen uralten französischen Cognac verkochen, es tut auch ein guter deutscher Weinbrand. Viele Winzer haben einen solchen Brand im Angebot[…]. [Süddeutsche Zeitung, 06.11.2021]
Auch in diesem Jahr stellte der Verein zwei Brände zur Begutachtung vor, und zwar den »Obstbrand aus Apfel und Quitte« sowie den »Quittenbrand«. [Fränkischer Tag, 03.10.2019]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Brand · Brandbrief · brandmarken · brandschatzen · Brandschatzung · Brandsohle · brandneu
Brand m. ‘Feuer, Vorgang des Brennens’, ahd. (9. Jh.), mhd. brant ‘Brennen, Brandstiftung, brennendes Holzscheit’ ist wie mnd. mnl. brant, asächs. nl. aengl. engl. brand, afries. brand, brond, anord. brandr, schwed. brand (germ. *branda-) mit ie. Dentalsuffix -to- zu einem starken Verb gebildet, das in ahd. brinnan, mhd. brinnen ‘brennen, erglühen, leuchten’ bezeugt ist, im Nhd. aber fehlt, da das ehemalige Kausativum brennen (s. d.) schon vom Ahd. an den intransitiven Gebrauch mit übernimmt. Seit dem 16. Jh. wird nhd. Brand (wie mnd. brant) auch auf krankhafte Veränderungen am menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismus übertragen. – Brandbrief m. ‘dringlicher Bittbrief’, spätmhd. brantbrief (14./15. Jh., brief hier in der älteren Bedeutung ‘Urkunde’, s. Brief) ‘Verordnung gegen Brandstifter’; im Nhd. zunächst (wie mnd. brantbrēf, 16. Jh.) ‘Brandstiftung androhender erpresserischer Brief’ (17. bis 19. Jh.), daneben vom 17. Jh. an (besonders südd. und md.) ‘zum Sammeln berechtigende Bescheinigung für Brandgeschädigte’, woran die heutige, im 18. Jh. in Studentenkreisen aufkommende Verwendung anknüpft. brandmarken Vb. ‘öffentlich anprangern’ (18. Jh.), ursprünglich ‘mit einem Brandzeichen versehen’, so vereinzelt schon spätmhd. (Ende 14. Jh.) und mnd. brantmerken, -marken, verbreitet seit dem 17. Jh.; gebildet zum Substantiv Brandmark n. und m. ‘einem Verbrecher eingebranntes Zeichen’ (nhd. belegt vom 17. bis 19. Jh., zuvor mnd. brantmerk, -mark). brandschatzen Vb. ‘durch Androhen von Raub und Brand Abgaben erpressen’, spätmhd. brantschatzen (14. Jh., zu spätmhd. brantschatz, mnd. brantschat ‘vor feindlichem Sengen und Brennen bewahrende Ablösungssumme’), vom 18. Jh. an auch allgemeiner ‘ausplündern, ausnutzen’; dazu Brandschatzung f., spätmhd. brantschatzunge. Brandsohle f. ‘Innensohle des Schuhs’ (17. Jh.), für die geringwertiges Leder, namentlich das durch ein Brandzeichen geschädigte Brandleder (17. Jh.) verwendet wird. brandneu Adj. ‘ganz neu’, das Adjektiv neu (s. d.) verstärkende Zusammensetzung, die gleichbed. engl. brand-new, bran-new nachbildet (30er Jahre 20. Jh.).

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Typische Verbindungen zu ›Brand‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brand‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Brand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brand#1>.

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Brand, der, das oder die

GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Brand(s) · Nominativ Plural: Brands
Nebenform Brand · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Brand · Nominativ Plural: Brands
Aussprache [bɹænd]
Wortbildung  mit ›Brand‹ als Grundform: 2branden
Herkunft aus gleichbedeutend brandengl, eigentlich ‘Brandzeichen’

Bedeutungen

DWDS
DWDS
1.
Summe der Merkmale, durch die sich besonders Produkte, Unternehmen, Institutionen oder Personen von Konkurrenten so deutlich unterscheiden, dass sie von potenziellen Kunden oder Interessenten erkannt werden
Synonym zu Marke (3 c)
Beispiele:
»St. Moritz ist wie eine Rolex«, sagt er und streicht dabei das weisse Tischtuch glatt. »Bei Rolex gibt es nie Rabatte oder Aktionen. St. Moritz in seiner Extravaganz, das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Wer Geld hat und nur das Beste will, soll zuerst an St. Moritz denken.« Sollte der Ort billig werden, dann habe der Brand, die Marke, ein Glaubwürdigkeitsproblem. [Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2022]
Was […] führt zu einer starken Marke, einer echten Brand? Eine Marke ist mehr als die Summe ihrer Teile, und es ist nicht nur mit einem Logo getan. Branding ist schwer greifbar und in jede Aktivität integriert – alles, was Sie von einer Firma sehen, jede E‑Mail, jedes Produkt, jede Kundenerfahrung ist »Branding«. Es ist die Seele, die ein Unternehmen mit Leben füllt. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 20.06.2024]
»Biden stichelt Trump auf seinem Account oft an. Social Media muss aber nicht immer so ein Gegeneinander sein.« Stattdessen soll sich der US‑Präsident mehr auf seinen »Brand« – seine Marke – konzentrieren, so der 23‑jährige Basler. [Luzerner Zeitung, 01.03.2024]
Es ist uns gelungen, vermehrt eigene Akzente zu setzen, anstatt nur auf die Politik der Pole zu reagieren. Mitte‑Positionen sind schwieriger zu vermitteln als Polpositionen. Dies erforderte mehr politisches Handwerk. [–] Ist der Wahlsieg das Produkt eines Marketingerfolgs des neuen Brands »Die Mitte« (= Schweizer Partei, die aus einem Zusammenschluss von CVP und BDP entstanden ist)? [–] Wir haben viel mehr getan als bloss die Marke zu wechseln. Wir definierten eine Strategie mit dem Ziel, nachhaltig mit unseren politischen Positionen erkennbar zu sein und unsere Konkurrenzfähigkeit zu verstärken, auch mit Blick auf die Vertretung im Bundesrat. Mit dem Namenswechsel ist unsere Politik attraktiv geworden für Neuwähler, für junge Menschen und für Frauen, die sich zuvor wegen des konfessionellen Anstrichs nicht mit uns auseinandersetzen oder uns sogar wählen wollten. [Bote der Urschweiz, 24.10.2023]
Tom Hanks übrigens hat zuletzt eine Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht, die sich hunderttausendfach verkaufte. […] Er sei eben eine »Brand«, eine Marke, [kommentierte ein Kritiker] ganz egal, in welcher Form er auftrete. [Welt am Sonntag, 02.10.2022]
2.
Hersteller oder Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen mit geschütztem Namen
Synonym zu Marke (3 b)
Beispiele:
Die chinesischen Anbieter sind […] primär im Massenmarkt der Unter‑ und Mittelklasse vertreten und machen somit vor allem französischen und italienischen Brands sowie einigen Marken des Volkswagen‑Konzerns Konkurrenz. [Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2024]
Zahlreiche Brands, vom coolen Startup bis zur großen Marke, stellen sich vor. [Der Tagesspiegel, 21.03.2024]
Der US‑Konzern entwickelt, produziert und verkauft Düfte, mehrheitlich unter Lizenz von bekannten Marken wie Gucci, Calvin Klein oder Chloé, aber zu einem kleineren Teil auch von Brands, die das Unternehmen selber besitzt, wie zum Beispiel Joop. [Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2023]
In diesem Bereich gibt es neben den etablierten bekannten Marken auch viele spannende neue Brands, die atemberaubende Kreationen entwerfen. [Basler Zeitung, 23.04.2022]
Heute setzt Spieker nicht mehr auf Luxuslabels, sondern auf nachhaltige Berliner Marken und Einzelstücke junger Brands aus Belgien oder Dänemark. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 15.01.2022]
3.
Ware‍(ngruppe), Produkt‍(reihe) oder Dienstleistung mit einem geschützten Namen
Synonym zu Marke (3 a)
Beispiele:
Welche Looks und Brands soll ich bei der Copenhagen Fashion Week als Moderedakteurin tragen? [Ich habe ChatGPT gefragt, 09.08.2024, aufgerufen 10.08.2024]
Brands wie Missoni, Fendi, Valentino, Balmain und Louis Vuitton trifft man im Hochsommer an Urlaubsorten an. [Reiseziele, die Modeherzen höher schlagen lassen, 06.08.2024, aufgerufen 07.08.2024]
Die Strassen in der Hauptstadt Peking sind voll mit Autos von schier unzähligen Marken mit uns völlig unbekannten Namen wie Arcfox, Hima, Fengchengbao oder Neta, aber auch inzwischen geläufigen Brands wie BYD, Geely, Great Wall oder Chery. [Luzerner Zeitung, 03.05.2024]
Zum Konzern gehören die Marken Sloggi und AMO’s Style by Triumph, die in Japan ein starker Brand ist. [Südkurier, 06.12.2023]
Uber zieht sich als Brand aus Südostasien zurück und überlässt dem Fahrdienstvermittler Grab das Feld. [Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2018]

Typische Verbindungen zu ›Brand‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Brand‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Brand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Brand#2>.

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