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Fluch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fluch(e)s · Nominativ Plural: Flüche
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Fluch‹ als Erstglied: fluchbeladen · Fluchwort · fluchwürdig
 ·  mit ›Fluch‹ als Letztglied: Bannfluch · Kirchenfluch  ·  mit ›Fluch‹ als Grundform: fluchen
Mehrwortausdrücke  Fluch der bösen Tat

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
im Zorn gesagtes Kraftwort
Beispiele:
einen Fluch ausstoßen
ein furchtbarer, entsetzlicher, grässlicher, derber, wilder, kerniger, gotteslästerlicher, unterdrückter Fluch
[…] Flüche […] Kommandos […] Viertelwendung […] [ ZuchardtSpießrutenlauf8]
[…] nie in meinem Leben habe ich so unflätige Flüche gehört […] [ Feuchtw.Teufel152]
2.
gehoben abergläubische Verwünschung
Grammatik: meist im Singular
Beispiel:
Fluch (= Verderben) über seine Henker! Fluch, Fluch über Euch selber! [ SchillerRäuberII 2]
3.
furchtbare Strafe
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
etw. ist jmdm. zum Fluch geworden
jmdn. trifft ein Fluch
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, / Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären […] [ SchillerPiccolominiV 1]
[…] auf Euch wird der Fluch der Verdammnis fallen […] [ SchillerRäuberI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
fluchen · Fluch · verfluchen
fluchen Vb. ‘Verwünschungen ausstoßen, derb schimpfen’, ahd. fluohhōn (um 800), fluohhen (aostnfrk. 9. Jh.), fluohhan (9. Jh.), mhd. vluochen, asächs. flōkan, mnd. vlōken, mnl. nl. vloeken ‘schmähen, verwünschen, schelten’, aengl. flōcan ‘Beifall klatschen’, got. flōkan ‘beklagen’ führen mit anord. flōkinn ‘verwirrt’, flōki ‘gestampfter Filz’ und griech. -plēgnýnai (-πληγνύναι) ‘schlagen’, lat. plangere ‘schlagen, die Hand auf die Brust schlagen, laut trauern, wehklagen’, lit. plàkti ‘schlagen, züchtigen’, aslaw. plakati ‘weinen, beweinen’, russ. plákat’ (плакать) ‘weinen, klagen’ auf ie. *plāk-, *plāg- ‘schlagen’. Der Zusammenhang der Wörter des Fluchens, Klagens, Schlagens macht deutlich, daß der Vorgang des Verwünschens wie der des Klagens und Trauerns mit affektischem Schlagen an die Brust verbunden war. Heute gilt fluchen meist nur noch für ‘derb schimpfen’. Die Bedeutung ‘verwünschen, jmdm. etw. Böses wünschen’ übernimmt verfluchen (s. unten). – Fluch m. ‘Verwünschung, Schimpf’, ahd. fluoh ‘Verfluchung, Verwünschung’ (9. Jh.), mhd. vluoch, mnd. vlōk, mnl. vloec, nl. vloek, aus dem Verb rückgebildetes Abstraktum. verfluchen Vb. ‘jmdm. den Zorn Gottes, Unheil wünschen, verstoßen, verwünschen’, ahd. firfluohhōn (um 1000), firfluohhan (9. Jh.), firfluohhen (Hs. 12. Jh.), mhd. vervluochen.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Fluch · Fluchen · Verfluchung · Vermaledeiung · Verwünschung
Assoziationen

Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Fluch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fluch‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Fluch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Fluch zwei Positionen vor uns klärt uns auf – ausverkauft. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 300]
Einsam klagt er in der Nacht über den Fluch des Schicksals. [Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 298]
Das heißt praktisch, alle Planungen mit einem Fluch zu beginnen. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 77]
Der Fluch rechnet mit der magischen Kraft des gesprochenen Wortes. [Röhrich, Lutz: Fluch, fluchen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia 2000 [1994]]
Da habe ich ihm mit einem groben russischen Fluch geantwortet. [Der Spiegel, 09.09.1985]
Zitationshilfe
„Fluch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fluch>.

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