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Geusenwort, das
Bedeutung
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Sprachwissenschaft Wort, das ursprünglich verwendet wurde, um bestimmte Gruppen von Personen zu beschimpfen und später von den Betroffenen selbst in einem neuen, positiven Zusammenhang benutzt wird
Synonym zu Trotzwort (1)
Beispiele:
»Weib« war früher ein neutrales Wort, während »Frau« adligen oder sozial einflussreichen und vermögenden Frauen vorbehalten war. »Geil« war einst vulgär, genauso wie »schwul« ein Schimpfwort war. Letzteres wurde enttabuisiert, weil es Homosexuelle selber zu verwenden begannen. In der Fachsprache nennt man einen solchen Begriff »Geusenwort« oder »Trotzwort«. [Basler Zeitung, 18.01.2022]
Allein die Bezeichnung »Christ« war ursprünglich ein
»Geusenwort«, ein Schimpfwort für rebellische,
aufständische Menschen, die die etablierte Kultur in Frage stellten. [Weihnachten und Nachhaltigkeit, 20.12.2014, aufgerufen 14.06.2023]
Dass gesellschaftlich diskriminierte Gruppen beleidigende Begriffe
aufnehmen und zu den ihren machen, ist nicht neu. Sinti und Roma in
Deutschland nutzen schon lange den Begriff Zigeuner; in amerikanischen
Großstädten reden sich schwarze Jugendliche als »Nigga« an. Man bezeichnet
das als »Geusenwörter«. Diese Umkehrung von
Beleidigungen ist auch in anderen Bereichen zu beobachten, etwa in der
Aneignung des ursprünglich ebenfalls abschätzigen »queer«‑Begriffs bei
Schwulen und Lesben oder in der Bezeichnung »Nigga« im HipHop. [Fußballtor, 15.01.2014, aufgerufen 14.06.2023]
Die Geusenwörter »schwul« und »lesbisch«
haben eine völlig andere politisch‑provokative Qualität als »queer«
(zumindest im deutschen Sprachraum), sie lösen viel eher die eingeübten
Aggressionen der heteronormativen Umwelt aus, und sie machen es daher auch
viel eher nötig, sich mit diesen Aggressionen auseinanderzusetzen. [Es gibt keine Emanzipation in Schlumpfhausen, 25.06.2017, aufgerufen 15.06.2023]
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