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Hinterhalt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hinterhalt(e)s · Nominativ Plural: Hinterhalte
Aussprache  [ˈhɪntɐˌhalt]
Worttrennung Hin | ter | halt
formal verwandt mit1hinter
Wortbildung  mit ›Hinterhalt‹ als Erstglied: hinterhältig

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
Versteck, von dem aus man jmdm. auflauert
Beispiele:
im Hinterhalt liegen, lauern, stecken
den Gegner aus dem sicheren Hinterhalt beobachten
jmdn. aus seinem Hinterhalt herauslocken
jmdn. aus dem Hinterhalt überfallen
die Reiterei, der Tiger brach aus dem Hinterhalt hervor
ein Schuss aus dem Hinterhalt
übertragen, umgangssprachlichetw. im Hinterhalt (= in Reserve) haben
bildlichdieses Land wartete nur darauf, seine Nachbarn aus dem Hinterhalt anfallen zu können
bildlichdiese Kritik ist ein Angriff aus dem Hinterhalt
bildlichHätten die Sozialisten … einen Korruptionsfall zum Anlaß genommen, dem Regime einen Hinterhalt zu legen [ WerfelBernadette281]
Ort, an dem jmd. aus dem Versteck unerwartet überfallen wird
Beispiele:
jmdn. in den Hinterhalt locken
in den Hinterhalt des Feindes geraten
2.
veraltet
a)
Zurückhaltung
Beispiel:
warum dieser Hinterhalt? Warum sprichst du nicht offen zu mir? [ BrodFrau360]
b)
Rückhalt
Beispiel:
Valentin hatte es bald gefühlt, daß er an der Mutter einen Hinterhalt habe [ ViebigSchlafendes Heer302]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
2hinter · hinterher · hinterrücks · Hinterhalt · hinterhältig · Hinterlist · hinterlistig · Hinterland · Hintersasse · Hinterwäldler
2hinter Präp. mit Dativ und Akkusativ ‘an der, an die Rückseite von’, ein konstantes Lageverhältnis (bei Ruhe und gleichlaufender Bewegung) oder die Richtung auf einen Zielpunkt angebend, von räumlichen Vorstellungen her auch auf zeitliche Verhältnisse übertragen (vgl. etw. hinter sich haben, bringen); ahd. hintar (10. Jh., bereits für das 9. Jh. mehrfach als 1. Kompositionsglied bezeugt, ferner in hintarort ‘zurück, verkehrt’, gihintaren, firhintaren, s. hindern, verhindern), mhd. hinder, frühnhd. hinder, hinter, mnd. hinder (auch temporal ‘nach, von … an’), mnl. hinder, got. hindar (auch ‘jenseits von’). Die heute literatursprachlich allein in präpositionaler Verwendung übliche Lokalpartikel ist zunächst Adverb, daher noch mhd. mnl. aengl. hinder ‘hinten, nach hinten, zurück’ (aengl. auch ‘hinunter’) sowie die oben angeführten Ableitungen und zahlreiche Zusammensetzungen im Ahd.; nur die regionale Umgangssprache bewahrt Reste des adverbiellen Gebrauchs in Präfixverben wie omd. südd. hinterbringen, -kommen, -schaffen (‘nach hinten’), omd. hinteressen, -kippen, -schlucken (‘hinunter’); vgl. auch dahinter. Bei hinter, das wahrscheinlich an den unter hinten (s. d.) genannten erweiterten Pronominalstamm germ. *hind- anzuschließen ist, handelt es sich um eine Adverbialbildung auf -r, vergleichbar den in 1da, hier, wo (s. d.) fortlebenden Pronominaladverbien ahd. thār, hier, (h)wār und anderen lokalen Adverbien und Präpositionen mit derselben Endung, z. B. außer, nieder, über, unter (s. d.). Dieser Bildungstyp liegt vielleicht alten Komparativformen auf ie. -(t)ero- zugrunde (s. 1hinter Adj.). – hinterher Adv. räumlich ‘nach einer Person, Sache folgend’, auch (in der Gegenwart häufiger) zeitlich ‘danach, später’ (Anfang 18. Jh.), entstanden aus adverbialen Bestimmungen des Typs hinter jmdm., etw. her durch verkürzende Zusammenrückung von Präposition und nachgestelltem Adverb (s. her). hinterrücks Adv. ‘von hinten’, daher ‘unversehens, heimlich, heimtückisch’ (15. Jh., frühnhd. hinderrucks, -rücks), gelegentlich im Sinne von ‘rücklings, mit dem Rücken voran’; Verschmelzung von mhd. frühnhd. hinder Präp., das in älterer Zeit vereinzelt auch den Genitiv regiert, mit der Genitivform des (ehemals stark flektierenden) Substantivs mhd. frühnhd. rück(e), ruck(e) (s. Rücken); vgl. vorausgehendes ahd. hintarruggi (10. Jh.), mhd. hinderrucke ‘rückwärts, zurück’ (aus Präposition und Akkusativform). Hinterhalt m. ‘Versteck, von dem aus man einem Gegner auflauert, ihn überraschend (eigentlich von hinten) angreift, Falle’ (16. Jh.), früher auch ‘Truppenreserve, Stütze, Rückhalt’ (so schon 15. Jh.), ‘heimlicher Vorbehalt’ (17. Jh.); dazu hinterhältig Adj. ‘seine wahren Absichten verbergend, verschlossen, heimtückisch’ (17. Jh.; bis ins 19. Jh. oft hinterhaltig); nicht verwandt ist frühnhd. hynderheldig ‘abschüssig’, 15. Jh. (zu Halde, s. d.). Hinterlist f. ‘heimtückisches Wesen, unehrliches Handeln, Falschheit’, mhd. hinderlist m. (zum Grundwort s. List); dazu älter bezeugtes hinterlistig Adj. ‘heimtückisch, unaufrichtig’, ahd. hintarlistīg (Hs. 12. Jh.), mhd. hinderlistec. Hinterland n. ‘wirtschaftlich nutzbares Gebiet in der Umgebung einer Stadt, eines Hafens, Industriezentrums’, vom 15. Jh. an vereinzelt belegt, im letzten Viertel des 19. Jhs. geläufig, zu dieser Zeit vor allem Rechtsbegriff der Kolonialpolitik (vgl. die Entlehnungen engl. frz. ital. span. hinterland), seit den 20er Jahren des 20. Jhs. auch ‘Gebiet hinter der Front’. Hintersasse m. ‘von einem Feudalherrn abhängiger Bauer’ (eigentlich ‘wer hinter einem, in dessen Schutz ansässig ist’), auch ‘Stadtbewohner ohne Bürgerrechte, Zugezogener’ (seit dem 14. Jh. allgemeiner ‘zur Miete Wohnender’), mhd. hindersæʒe, hinderseʒʒe; im Nhd. setzt sich eine umlautlose Nebenform durch (zur Bildungsweise s. Insasse). Hinterwäldler m. ‘ungeschliffener, urwüchsig derber, weltfremder Mensch’, heute meist spöttisch für einen hinter der modernen Entwicklung Zurückgebliebenen; Lehnbildung (30er Jahre des 19. Jhs.) nach amerik.-engl. backwoodsman, das zunächst den Ansiedler im Westen Nordamerikas jenseits des Alleghanygebirges bezeichnet.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Falle · Hinterhalt · Überfall

Typische Verbindungen zu ›Hinterhalt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hinterhalt‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Hinterhalt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den perversen Hinterhalt, den er anderen legte, entfernt er schwer verletzt nun selbst. [Die Zeit, 25.07.1997]
Bei etwa 15 Überfällen schlug er aus dem Hinterhalt zu. [Die Zeit, 08.11.2010]
Das Feld der Pflichten ist weiter geworden, aber die Hinterhalte auch zahlreicher. [Die Zeit, 07.11.1975]
Und wie aus dem Hinterhalt getroffen denkst du plötzlich an alles. [Süddeutsche Zeitung, 16.11.2001]
Ich trete wieder aus dem Hinterhalt, mache den Deckel wieder auf. [Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 308]
Zitationshilfe
„Hinterhalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hinterhalt>.

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