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Knie, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Knies · Nominativ Plural: Knie
Aussprache 

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
Gelenk zwischen Oberschenkel und Unterschenkel
Beispiele:
ein rundes, spitzes, zerschundenes Knie
sein rechtes Knie ist steif
jmdm. zittern die Knie
seine Knie wankten, schwankten
umgangssprachlichseine Knie schlotterten, wurden weich
die Knie durchdrücken, strecken, (ehrfürchtig, demütig) beugen
jmds. Knie umfassen
er hat sich [Dativ] das Knie verletzt
sie lag auf den Knien und scheuerte den Fußboden
auf die Knie fallen
sich vor jmdm. auf die Knie werfen und um Vergebung bitten
umgangssprachlichdu kannst Gott auf Knien danken, dass …
(erschöpft) in die, ins Knie sinken (= zusammensinken)
saloppein Kind übers Knie legen (= schlagen)
der Rock reicht bis zum, bis ans Knie
den Korb zwischen den Knien halten
bildlich, gehobenjmdn. auf die Knie zwingen (= jmdn. unterwerfen)
übertragen, umgangssprachlichetw. übers Knie brechen (= etw. übereilt tun)
Er ging langsam zum Hauptaltar hinunter, beugte dort die Knie [ BöllWort39]
ich habe sein Kinn mit dem Schädel von unten erwischt, und er geht langsam in die Knie [ RemarqueSchwarzer Obelisk436]
2.
umgangssprachlich Stelle des Knies im Hosenbein
Beispiele:
das Knie ist durchgescheuert
ein neues Knie stricken
3.
Biegung, Krümmung
Beispiele:
das Knie eines Ganges, Rohres, Flusses, einer Straße
Beim Aufgang zur zweiten Etage bildete der Korridor ein Knie [ Th. MannBuddenbrooks1,506]
Ich bin der Schweyk aus Budweis, wo die Moldau das Knie macht [ BrechtSchweykNachspiel]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Knie · knien · Kniebeuge · Kniefall · kniefällig · Kniescheibe
Knie n. Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein, auch ‘Biegung, Krümmung’, ahd. kneo, knio (8. Jh.), mhd. knie, asächs. knio, mnd. knē, mnl. cnie, nl. knie, aengl. cnēo(w), engl. knee, anord. knē, schwed. knä, got. kniu (germ. *knewa-). Außergerm. vergleicht sich aind. jā́nu, griech. góny (γόνυ), lat. genū ‘Knie’, so daß der u-Stamm ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ erschließbar ist, s. auch Kinn. Über Versuche, die hier für Knie genannten ie. Ausgangsformen mit den Wurzeln ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ zu verbinden, s. Kind. – knien Vb. ‘mit einem Knie oder beiden Knien auf dem Boden ruhen’, (reflexiv) ‘sich auf ein Knie oder die Knie niederlassen’, ahd. gikniuwen (9. Jh.), kniuwen (11. Jh.), mhd. kniewen, knien; daneben mit ableitendem l schweiz. chnülen, mnd. knēlen, mnl. cnielen, nl. knielen, engl. to kneel. Kniebeuge f. ‘das Beugen der Knie’ (18. Jh.) als ehrerbietiger Gruß, auch als Turnübung (vgl. Kniebeugung 1795, Kniebeugen Jahn 1816), älter, heute unüblich, ‘Kniekehle’ (Anfang 17. Jh.); s. Beuge. Kniefall m. ‘das Niederlassen auf die Knie’ (als Zeichen der Ehrerbietung, Huldigung, des flehentlichen Bittens, der Unterwerfung), zum Verb mhd. knievallen ‘auf die Knie fallen’, wozu auch kniefällig Adj. (beide 18. Jh.). Kniescheibe f. scheibenartiger Knochen an der Vorderseite des Kniegelenks, ahd. knioskība (Hs. 12. Jh.), mhd. knieschībe.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Technik
Knie · Winkel  ●  Fase fachspr.

Anatomie
Knie · Kniegelenk
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Kniegelenkscheibe  ●  Meniskus fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Knie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knie‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Knie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor dem Aufsetzen der Knie müssen die Arme etwas gestreckt werden. [Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 278]
Gespreizte Knie sehen sogar bei braungebrannten Beinen nicht gut aus. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 10]
An manchen Tagen schmerzt mein Knie, an anderen Tagen ist es der Rücken. [Der Spiegel, 30.11.1987]
Auf diesem thront ein Satan mit einem Kind auf den Knien. [o. A.: Lexikon der Kunst – J. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia 2001 [1991]]
Einer der Darsteller kommt mit einem bandagierten Knie in den Ring. [Die Zeit, 07.10.1999]
Zitationshilfe
„Knie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knie>.

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