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Knochen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Knochens · Nominativ Plural: Knochen
Aussprache 
Worttrennung Kno | chen
formal verwandt mitverknöchern
Wortbildung  mit ›Knochen‹ als Erstglied: Knöchel · Knöchelchen · Knochenabbau · Knochenabsplitterung · Knochenabszess · Knochenarbeit · Knochenasche · Knochenatrophie · Knochenbank · Knochenbau · Knochenbeilage · Knochenberg · knochenbildend / Knochen bildend · Knochenbildung · Knochenbolzung · Knochenbouillon · Knochenbrand · Knochenbrecher · Knochenbruch · Knochenbrühe · Knochenchirurgie · Knochendichte · knochendürr · Knochenentzündung · Knochenerweichung · Knochenfäule · Knochenfett · Knochenfinger · Knochenfisch · Knochenfortsatz · Knochenfraß · Knochengallert · Knochengerät · Knochengerippe · Knochengerüst · Knochengeschwulst · Knochengestell · Knochengesundheit · Knochengewebe · knochenhart · Knochenhaut · Knochenjob · Knochenkohle · Knochenkotzen · Knochenkrebs · Knochenleim · Knochenmann · Knochenmark · Knochenmehl · Knochenmühle · Knochennagelung · Knochenplastik · Knochenreifung · Knochenriss · Knochensäge · Knochenschinken · Knochenschwund · Knochenspiel · Knochensplitter · Knochensubstanz · Knochentransplantation · knochentrocken · Knochentuberkulose · Knochentumor · knöchern · knochig
 ·  mit ›Knochen‹ als Letztglied: Armknochen · Augenknochen · Backenknochen · Beckenknochen · Belegknochen · Brustknochen · Dinosaurierknochen · Eheknochen · Exerzierknochen · Fingerknochen · Fußknochen · Gabelknochen · Geizknochen · Handknochen · Handwurzelknochen · Hausknochen · Hüftknochen · Inkaknochen · Intermaxillarknochen · Kauknochen · Kieferknochen · Knaupelknochen · Liebesknochen · Mammutknochen · Markknochen · Mittelfußknochen · Musikantenknochen · Oberarmknochen · Oberschenkelknochen · Reitknochen · Rippenknochen · Röhrenknochen · Schädelknochen · Schenkelknochen · Schulterknochen · Schwanzknochen · Schweinsknochen · Suppenknochen · Wangenknochen · Wirbelknochen · Zwischenkieferknochen
 ·  mit ›Knochen‹ als Binnenglied: derbknochig · feinknochig · grobknochig · spitzknochig · starkknochig · zartknochig

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
harter, fester Bestandteil des Skeletts des Menschen und der Wirbeltiere
Beispiele:
harte, feste, schwere, zarte Knochen
die Wunde geht bis auf den Knochen
der Hund nagt an einem Knochen
aus Knochen eine Brühe kochen
Fleisch mit, ohne Knochen kaufen
sich [Dativ] (bei einem Unfall) die Knochen brechen
salopp, übertriebenich schlage dir alle Knochen kaputt
umgangssprachlich, übertriebenmir tun schon alle Knochen weh
umgangssprachlich, übertriebenich fühle alle meine Knochen
umgangssprachlich, übertriebensie ist nur noch Haut und Knochen (= völlig abgemagert) 👁 Image
DWDS, 30.11.2020
umgangssprachlich, übertragendie harte Arbeit geht über die Knochen
umgangssprachlich, übertragenwenn es an die eigenen Knochen geht, überlegt man es sich schon
übertragen, saloppkeinen Mumm in den Knochen haben (= energielos, feige sein)
umgangssprachlich, übertragenDer verfluchte Krieg! Wir müssen unsere Knochen hinhalten [ W. Dehmelin: Hammer und Feder50]
a)
etw. steckt, sitzt, liegt jmdm. in den Knochen (= jmd. hat etw. noch nicht überwunden)
Beispiele:
die Erkältung steckt mir noch in den Knochen
das Gewitter, die Grippe steckt mir schon in den Knochen (= fühle ich schon)
Ernas Beschimpfungen sitzen mir noch in den Knochen [ RemarqueSchwarzer Obelisk128]
Schließlich lag den Leuten noch die Schießerei vom Morgen in den Knochen [ UhsePatrioten1,37]
b)
etw. fährt jmdm. in die Knochen (= etw. erschreckt jmdn. sehr)
Beispiel:
die Nachricht, der Schreck ist ihm in die Knochen gefahren
c)
bis auf, in die Knochen (= völlig, ganz und gar, durch und durch)👁 Image
DWDS, 03.12.2020
Beispiele:
er ist durchgeweicht bis auf die Knochen
er hat sich bis auf die Knochen blamiert
jmdn. bis auf die Knochen bloßstellen
mit dem Eisernen Erster an der Front ausgezeichnet, deutsch bis in die Knochen [ Kellerm.Totentanz32]
2.
umgangssprachlich Glieder
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
die Knochen zusammenreißen (= strammstehen)
die alten Knochen wollen nicht mehr
ruh dir deine müden Knochen aus!
saloppnimm deine Knochen weg!
er eilte, so gut es seine alten Knochen erlaubten … vorwärts [ DodererLederbeutelchen13]
3.
salopp, abwertend ein alter Knochenein alter Kerl
Beispiele:
ein müder Knochen (= energieloser Mensch)
Schimpfwortdu elender, fauler Knochen!
im Lokal war kein Knochen! (= niemand!)
Ein alter Knochen wie er sollte sich nicht übernehmen [ A. ZweigGrischa226]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Knochen · Knöchel · Knöchelchen · knöchern · verknöchern · verknöchert · knochig · Knochenfraß · Knochenmann
Knochen m. ‘Teil des Skeletts’, mhd. knoche ‘Knochen’, mnd. knōke, knāke ‘Knochen, Hirnschale’, mnl. cnōke, nl. knook ‘Knochen, Glied, Gelenkhügel’, schwed. knoge ‘Knöchel’, norw. knoke setzen mit lit. gniáužti ‘(mit der Hand) fest zusammendrücken, quetschen, (aus)pressen’, gniáužta(s) ‘geballte Hand, Pfote, Handvoll’ und wohl auch serbokr. gnjáviti ‘drücken, pressen, quetschen, würgen’, slowen. ‘quälen, belästigen’ ie. *gneug̑- voraus, das sich zusammen mit mehreren anderen Erweiterungen an die Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ anschließt (s. Knopf, Knorren, Knoten, Knust, knabbern, 2kneipen). Knochen hat altes Bein (s. d.), das noch Luther bevorzugt, weitgehend zurückgedrängt. Dazu das Deminutivum Knöchel m. ‘Knochenvorsprung an Finger- und Fußgelenken’, mhd. knöchel, knüchel, frühnhd. knöchel, knochel, knuchel, mnd. knȫkel. Mit erneuter Deminuierung (aus dem Md.) Knöchelchen n. ‘kleiner Knochen’ (18. Jh.). – knöchern Adj. ‘aus Knochen bestehend’ (18. Jh.). verknöchern Vb. ‘zu Knochen werden, durch Alter oder Mangel an Bewegung steif, unbeweglich werden’ (18. Jh.); verknöchert Part.adj., auch ‘geistig unbeweglich, starr, spießig’ (19. Jh.). knochig Adj. ‘mit starken, sichtbar hervortretenden Knochen ausgestattet, derb, plump, ungeschlacht’ (15. Jh.). Knochenfraß m. (um 1800), älter Beinfraß. Knochenmann m. ‘Tod’, personifiziert vorgestellt als Skelett (17. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Anatomie
Bein · Gebein · Knochen
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Orthopädie fachspr.
  • Exostose fachspr. · Überbein ugs.
  • Knochenmetastase · Skelettmetastase · ossäre Metastase
  • Knochennekrose · Osteonekrose  ●  Knocheninfarkt ugs.
  • Knochenszintigrafie · Skelettszintigrafie
  • Knochenmehl
  • Knochenlehre  ●  Osteologie fachspr.
  • Osteosarkom · osteogenes Sarkom

Technik
Knochenschlüssel · Zehnlochschlüssel  ●  Knochen (Werkzeug) ugs.
Oberbegriffe

Tastenhandy · altes Mobiltelefon  ●  Dumbphone ugs., abwertend, engl. · Feature Phone (Featurephone, Feature-Phone) fachspr. · Knochen ugs., veraltend, scherzhaft · Steinzeit-Handy ugs., übertreibend, fig. · altes Handy ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Knochen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Knochen‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Knochen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber nur Knochen größerer Tiere haben sich erhalten – alle kleineren Dinge nicht. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7]
Sie ist eine Folge von Mangel an Kalk in den Knochen. [Die Landfrau, 05.09.1925]
Wieder drehte die Mutter das linke Ärmchen nach hinten; diesmal brachen zwei Knochen. [Die Zeit, 21.11.1997]
Um so mehr, als diese überwiegend urbane Elite korrupt ist bis in die Knochen. [Die Zeit, 14.08.1997]
Aber unzweifelhaft war dieser blanke Knochen ein Teil von ihm. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 376]
Zitationshilfe
„Knochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Knochen>.

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Worthäufigkeit Was ist das?

selten häufig

Geografische Verteilung Was ist das?

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