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- Missstand – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele
Missstand, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Missstand(e)s · Nominativ Plural: Missstände
Nebenform Miss-Stand · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Miss-Stand(e)s · Nominativ Plural: Miss-Stände
Worttrennung Miss | stand · Miss-Stand
Ungültige Schreibung Mißstand
Rechtschreibregel § 45 (4)
Bedeutung
eWDG
eWDG
misslicher Zustand, Übelstand
Beispiele:
wirtschaftliche, soziale, unerträgliche Missstände
auf Missstände in der Verwaltung, Ausbildung hinweisen
einen Missstand beseitigen, abstellen
einem Missstand abhelfen, ein Ende machen
die Behebung eines Missstandes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. – mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. Hall); s. auch einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
| Assoziationen |
| Oberbegriffe |
|
| Unterbegriffe |
|
| Assoziationen |
|
Misere ·
Missstand ·
katastrophale Situation
Typische Verbindungen zu ›Missstand‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Missstand‹.
abhelfen
abstellen
angeprangert
anprangern
ansprechen
aufdecken
Aufdeckung
aufgedeckt
aufzeigen
beheben
Behebung
beklagt
benennen
beseitigen
Beseitigung
eklatant
entgegenwirken
festgestellt
geißeln
gesellschaftlich
gravierend
hinweisen
hygienisch
offenlegen
Pflegeheim
sozial
städtebaulich
Legende:
Adjektive
Substantive
Verben
Verwendungsbeispiele für ›Missstand‹, ›Miss-Stand‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
In der Praxis wird sie sich bei gehäuftem Auftreten von
Mißständen jedoch auch mit diesen Problemen
beschäftigen.
[Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 61]
Diese Mißstände bestanden insonderheit in der
schlechten Lage des flachen Landes.
[Harmjanz, Heinrich: Ostpreußische Bauern, Königsberg: Reichsnährstand Verl. Ges. 1939 [1938], S. 59]
Übrigens hatten sich in den parlamentslosen Jahren die
Mißstände vermehrt.
[Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia 2000 [1964]]
Mit flammenden Worten geißelte sie die
Mißstände in der Kirche.
[o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia 2000 [1966]]
Denn hier klärt die Mehrheit von heute die
Missstände der Mehrheit von gestern
auf.
[Die Zeit, 17.02.2000]
Fehler in Verwendungsbeispielen zu „Missstand“
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