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Mutterkind, das
Bedeutung
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Psychologie Kind (häufig ein Junge) das eine auffällig enge Beziehung zur Mutter und ein weniger stark ausgeprägtes Verhältnis zum Vater hat, oft auch bis ins Erwachsenenalter hinein
siehe auch Muttersöhnchen, in gegensätzlicher Bedeutung zu Vaterkind
Beispiele:
Söhne seien, heißt es, oft Mutterkinder. [Süddeutsche Zeitung, 02.11.2013]
Erich Kästner, ein im Alter unglücklicher, einsamer, ja verbitterter
Mann, sehr später Vater eines Sohnes und zeit seines Lebens ein
Mutterkind, also ein Junge, der seine Mutter
abgöttisch liebte, hat im Buch den Kindern eine große Macht gegeben. [Die Welt, 01.08.2009]
Der deutsche Titel seines Buches, »Die verlorene Gleichung«, ist
recht passend, denn Petit hat sein Ziel nicht erreicht. Zum einen, weil er,
wie er zugibt, keine Ahnung von Mathematik hat; zum anderen weil Wolfgang
ein Mutterkind war und seinem Vater so fremd
gegenüber stand wie dieser ihm. [Berliner Zeitung, 20.10.2005]
Da neigst du dazu, dich unter dem Rock der Mutter zu verstecken.
Ruhen. Atmen. Schlafen. Ja, ich würde sagen, ich bin ein richtiges
Mutterkind. [Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999, S. 52]
Die Mutter war die große Identifikationsfigur. Sie schickte die
halbwüchsige Tochter auf jene deutsche Schule nach Flensburg, an der sie
früher selbst Lehrerin gewesen war. »Ich verging vor Heimweh«, erinnert sich
Margarete Mitscherlich an das erste Jahr allein in der Fremde. »Ich war ein
Mutterkind ohnegleichen«. [die tageszeitung, 27.09.1997]
●
allgemeiner Kind, das, bedingt durch die Abwesenheit des Vaters, bei der alleinerziehenden Mutter aufwächst
Beispiele:
Der Abnabelungsprozess war
schwierig[,] meinen Vater habe ich nie
kennen gelernt, denn der fiel gleich am dritten Kriegstag. Ich bin
sozusagen als Mutterkind allein aufgezogen
worden. [Die Zeit, 29.06.2000]
»Ich wuchs an der Hand der besten Mutter als ein Weiber‑ und
Mutterkind auf[…].
Ich kam, wie man bei uns sagt, jahraus jahrein nie hinter dem Ofen
hervor.« Die Mutter, eine früh verwitwete Frau, glaubte, mit ihrer
treuen Magd den Spieldrang der Kinder aus Kostengründen einschränken zu
müssen. [Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2007]
Der Vater war Seemann, oft und lange unterwegs. Der Sohn ein
Mutterkind, behütet, umsorgt, auch
geliebt. [Die Zeit, 23.11.2006]
Geboren in Zürich am 12. Januar 1746, wuchs er nach dem Tod
seines Vaters, eines Chirurgen, als »Weiber‑ und
Mutterkind« auf – ein Manko, dem er selbst
größte Bedeutung beimaß[.] [Berliner Zeitung, 13.01.1996]
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