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Stoffel, der
Bedeutungsübersicht
Bedeutung
DWDS
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D, umgangssprachlich, meist abwertend
a)
sozial unaufmerksame oder ungesellige Person, die Höflichkeitsregeln außer Acht lässt
Beispiele:
Am Valentinstag trägt selbst der größte Stoffel mal ein Blümchen heim – aber am schönsten sind Blumen natürlich ganz ohne Anlass vor und nach dem 14. Februar. [Münchner Merkur, 14.02.2022]
»Natürlich braucht man einfühlsame Ärzte, und mehr Empathie ist wünschenswert – aber vor allem braucht es Ärzte, die besser kommunizieren.« […] Aus manchem Stoffel im weißen Kittel sei so [durch das Kommunikationstraining] ein verständnisvoller Arzt geworden. [Süddeutsche Zeitung, 31.07.2019]
»Als ich ihn kennenlernte, fand ich es supercool, wie er auf Partys immer arrogant im Türrahmen stand« sagt meine Nachbarin, »jetzt, 25 Jahre später, zische ich ihm zu: ›Sei doch nicht immer so ein Stoffel! Misch dich unter die Leute!‹«. [Bild, 27.07.2013]
Er heißt Juan Carlos (23) wie Spaniens König und behandelt seine deutsche Freundin Andrea (25) wie eine Prinzessin. »Da kommen die deutschen Stoffel nicht mit«, sagt die Arzthelferin. [Bild, 03.08.2001]
Jeder fünfte Chef ist […] ein »Stoffel«, dem kein »Dankeschön« für besondere Einsätze über die Lippen kommt. [Die Zeit, 02.09.1977]
b)
mürrische, abweisende oder unfreundliche Person
Beispiele:
Das Schlimmste aber ist, daß der ein totaler Stoffel ist. Der geht zum Lachen in den Keller. Und kontrollieren tut der auch echt alles. [Bild am Sonntag, 10.04.2005]
Als Spieler lernte ihn das Publikum als einen furchtlosen Kämpfer kennen, die Presse als wortkargen Stoffel. [Süddeutsche Zeitung, 13.03.2017]
Zum Beispiel Z[…] [Gewinner einer Castingshow]: Als er damals von null auf eins kam, da war er plötzlich ein Michael Jackson. Dass der überhaupt noch Guten Tag gesagt hat. Ich dachte, was will eigentlich dieser [eingebildete] Stoffel? [Berliner Zeitung, 09.03.2002]
»Intoleranter, streitsüchtiger Eigenbrödler sucht Frau zum exzessiven Ausleben von Depressionen.« Was muss der Kerl für ein Stoffel sein, wenn er so eine Kontaktanzeige aufgibt[…]. [Bild, 22.08.2001]
Einem solchen Stoffel und Schimpfpeter, der seine Tage damit zubringt, unserm Herrgott die Fehler vorzuhalten, die er bei der Schöpfung gemacht hat, möchte ich zeitlebens das Maul mit Senfpflaster zukleben oder ihm einen Papageien kaufen, der ihm bei Tag und Nacht in die Ohren schrie: »Schimpfen ist leichter als loben.« [Berliner Zeitung, 05.09.1954]
c)
unbeholfene, wenig intelligente oder wenig wortgewandte Person
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein dämlicher, gutmütiger Stoffel
Beispiele:
[…] meistens stehe ich […] auf die Underdogs, die Sidekicks und gutmütigen Stoffel, die ein bisschen naiv und trottelig sind. [Blogparade von Singende Lehrerin, 04.08.2016, aufgerufen 01.09.2020]
Er habe ja nicht einmal gemerkt, wie er seit langem schon betrogen worden sei, der Stoffel. [Leipziger Volkszeitung, 20.01.1997]
Wer ihn auch nur einmal im Fernsehen erlebt hat, weiß: [der französische Philosoph Alain] Finkielkraut ist intellektuelle Beweglichkeit, brillante Beredsamkeit in Person. […] Kein Stoffel, sondern ein Mann mit Esprit. [Die Welt, 23.04.2014]
Sie sagen dann zu ihren Männern, hörste, der Meier von nebenan hat sich ein Haus gebaut, aber du Stoffel bist dazu natürlich nicht imstande. [Der Spiegel, 12.12.1951]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Stoffel · Toffel · stoff(e)lig
Stoffel m. ‘Tölpel, ungeschickter Kerl’ (16. Jh.), Kurzform von Christoffel, der Koseform des männlichen Eigennamens Christoph(orus), griech. Christophóros (Κριστοφόρος), eigentlich ‘Christus tragend’ im Sinne von ‘ihn hervorbringend’ (von der Geburtsstadt Bethlehem), übertragen ‘Christus in sich tragend, Christusverehrer’; vgl. griech. -phóros (-φόρος) ‘-tragend, -träger’, zu griech. phérein (φέρειν) ‘tragen, hervorbringen’. Der heilige Christophorus gilt als einer der vierzehn Nothelfer (gegen Wetterschaden und schnellen Tod) und als Patron der Schiffer, Fährleute, heute auch der Autofahrer. Nach einer aus dem Namen gebildeten Legende soll er das Christuskind durch einen Strom getragen haben. Er wird als ungelenker, einfältiger, gutmütiger Riese vorgestellt; sein in der Kurzform Stoffel auf Personen übertragener Name entwickelt sich zum Appellativum. Auch omd. Toffel m. ‘dummer, unfeiner, unhöflicher Kerl’ (19. Jh.). stoff(e)lig Adj. ‘ungeschickt, ungelenk, tölpelhaft’ (19. Jh.).
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
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trübe Tasse ugs.
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