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Tadel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tadels · Nominativ Plural: Tadel
Aussprache 
Worttrennung Ta | del
Wortbildung  mit ›Tadel‹ als Erstglied: tadelfrei / tadelsfrei · tadelhaft · tadellos · Tadelsantrag · Tadelsucht
 ·  mit ›Tadel‹ als Binnenglied: untadelig / untadlig
Mehrwortausdrücke  ohne Fehl und Tadel

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
ausdrückliches und missbilligendes Urteil wegen eines Fehlers, eines falschen Verhaltens, Rüge
in gegensätzlicher Bedeutung zu ¹Lob
Beispiele:
ein (un)berechtigter, (un)gerechter, empfindlicher, strenger, schwerer, harter, scharfer, milder, leiser Tadel
einen Tadel aussprechen, erhalten, bekommen
umgangssprachlicheinen Tadel einstecken
jmdm. einen versteckten (= nicht direkt, nicht offen ausgesprochenen) Tadel erteilen
sie sah ihn mit stummem Tadel an
wegen seines Verhaltens hat er diesen Tadel verdient, hat er sich [Dativ] den Tadel der anderen zugezogen
sie ist gegen Tadel sehr empfindlich
ihn trifft kein Tadel (= er hat keine Schuld)
DDR, Jura ein öffentlicher Tadel (= gerichtliche Strafe, durch die jmd. wegen eines Vergehens öffentlich getadelt wird)
Beispiel:
Der öffentliche Tadel wird ausgesprochen, wenn das Vergehen keine erheblichen schädlichen Auswirkungen hat oder wenn es zwar zu einem größeren Schaden führt, der Täter jedoch sonst ein verantwortungsbewußtes Verhalten zeigt und seine Schuld gering ist [ Strafgesetzbuch DDR44]
2.
gehoben Mangel, Makel, Unvollkommenheit
Beispiele:
sein Lebenswandel war ohne Tadel
scherzhaftein Ritter ohne, sonder Furcht und Tadel (= ein mutiger, unerschrockener Mann)
es war kein Fehl und Tadel an ihm [ FalladaWolf2,115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Tadel · tadeln · tadellos
Tadel m. ‘mißbilligende Äußerung, Rüge, Verweis, Vorwurf’, mhd. (besonders md.) tadel ‘Fehler, Makel, Gebrechen’. Sieht man in dem gut bezeugten mhd. Ausdruck eine aus dem Asächs. bzw. Mnd. stammende, dort allerdings nicht nachweisbare Form (vgl. aber aengl. tǣl f. ‘Tadel, Vorwurf, Verleumdung, Lästerung’), so kann als hd. Entsprechung das von der Lautverschiebung betroffene ahd. zadal ‘Mangel, Not’ (um 800), mhd. zadel, zādel ‘Mangel, Gebrechen’ herangezogen werden. Die Herkunft des Wortes ist jedoch mangels weiterer Anknüpfungsmöglichkeiten unbekannt. Der alte Wortsinn ‘Fehler, Gebrechen’ ist erhalten in der Wendung ohne Furcht und Tadel; im freien Gebrauch setzt sich jedoch im 17. Jh. die heute dominierende oben genannte Bedeutung durch, und zwar unter dem Einfluß von tadeln Vb. ‘einen Fehler feststellen, aussprechen, vorwerfen, rügen’ (16. Jh.), zuvor ‘Unrecht, Schmach zufügen’ (15. Jh.). – tadellos Adj. ‘ohne Makel, fehlerfrei’ (17. Jh.), dann ‘was keinen Vorwurf verdient, einwandfrei’, umgangssprachlich auch ‘großartig, erstklassig’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Abkanzelung · Ermahnung · Lektion · Maßregelung · Moralpredigt · Rüffel · Rüge · Schelte · Tadel · Verweis · Zurechtweisung  ●  Abmahnung juristisch · Ordnungsruf politisch · (ein) Donnerwetter ugs. · Abreibung ugs. · Adhortation fachspr., veraltet · Anpfiff ugs. · Anschiss ugs., salopp · Denkzettel ugs. · Einlauf ugs., salopp, fig. · Opprobration geh., veraltet, lat. · Schimpfe ugs. · Standpauke ugs. · Strafpredigt ugs. · Zigarre ugs., fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Direktoratsverweis · verschärfter Verweis
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Tadel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tadel‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Tadel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Neben dem Lob kann der Tadel für schlechtes Verhalten stehen. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 173]
Uns Kindern gegenüber war sie sparsam mit Lob wie mit Tadel. [Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 79]
Das ist kein Lob der Fusionen, aber auch kein Tadel. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.03.1932]
Wer damals in die Emigration gegangen ist, verdient keinen Tadel. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1954]]
Bei einem solchen Tadel lief es mir jedesmal eiskalt über den Rücken. [Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 37]
Zitationshilfe
„Tadel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tadel>.

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