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Wiege, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Wiege · Nominativ Plural: Wiegen
Aussprache 
Worttrennung Wie | ge
Wortbildung  mit ›Wiege‹ als Erstglied: Wiegendruck · Wiegenfest · Wiegengabe · Wiegenlied
 ·  mit ›Wiege‹ als Letztglied: Bauernwiege · Doppelwiege · Holzwiege · Kinderwiege · Löschwiege · Puppenwiege

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
früher übliches, kleines Bett für den Säugling, das an seinen Schmalseiten auf einem nach oben abgerundeten Brett aufliegt, sodass es seitwärts geschaukelt werden kann
Beispiele:
eine geschnitzte, bemalte Wiege aus Holz
das Kind lag in der Wiege und schlief
bildlich, gehobenseine Wiege stand in B (= er ist in B geboren, stammt aus B)
Da setzte sie sich neben die Wiege und wiegte ihr Kind [ Hesse3,264]
a)
etw. ist jmdm. in die Wiege gelegt worden (= jmd. besitzt etw. von Geburt an) 👁 Image
DWDS, 24.10.2024
Beispiele:
dieses Talent, diese Gabe ist ihr in die Wiege gelegt worden
von der Wiege an (= von Geburt an, von klein auf) hatte er ein schweres Leben
häufig scherzhaftvon der Wiege bis zur Bahre (= das ganze Leben hindurch) 👁 Image
DWDS, 28.02.2023
Die Sprache … bekommt der Mensch nicht als Geschenk in die Wiege gelegt, sondern er muß sie erlernen [ Gesundheit1967]
b)
das ist ihm nicht an der Wiege gesungen worden (= das war nicht vorauszusehen, das hätte er nie gedacht)
Beispiel:
Auch an der Wiege der Rheinländerin hätte man es wahrscheinlich nicht gesungen, daß sie einmal Löwen im roten Ring vorführen würde [ SokolZirkus164]
2.
gehoben, übertragen Anfang, Ursprung von etw., Ausgangspunkt
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Frankreich war im 18. Jahrhundert die Wiege des Fortschritts
diese Halle ist die Wiege des Walzwerks
ich habe unter Bopp Sanskrit getrieben und glaubte damit bis zur Wiege der Menschheit vorzudringen [ G. HermannGebert110]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Wiege · 1wiegen · Wiegendruck
Wiege f. ‘zum Schaukeln eingerichtetes, ursprünglich frei an Deckenbalken hängendes Kinderbett’, ahd. wiega (Hs. 12. Jh.), mhd. wiege, (md.) wige, mnd. wēge, mnl. wieghe, nl. wieg. Daneben stehen ablautend die gleichbed. Formen ahd. waga (9. Jh.), wiga, wega (11. Jh.), mhd. wage und (mit expressiver Konsonantendoppelung) anord. schwed. vagga, die sich an die unter bewegen (s. d.) angeführte Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’ anschließen. Ahd. wiega, mhd. wiege, nhd. Wiege und seine unmittelbaren Verwandten dürften dagegen eine auf dem iterativen Charakter des Wortes (‘das sich Bewegende, das Schaukelnde’) beruhende reduplizierende Wurzelform ie. *u̯eug̑h- (germ. *weug-) voraussetzen. – 1wiegen Vb. ‘ein Kind in der Wiege schaukeln’ (Ende 15. Jh.), dann auch ‘(sich) hin und her bewegen, schwanken’ (17. Jh.); vom Substantiv abgeleitet. Wiegendruck m. ‘Druck aus der Frühzeit (bis 1500) des Buchdrucks’ (1. Hälfte 19. Jh., geläufig gegen Ende 19. Jh.), zu Wiege im Sinne von ‘Ursprung, erster Anfang’, Verdeutschung von Inkunabel (s. d.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Ursprung  ●  Geburtsstätte fig. · Wiege fig.
Assoziationen

Ausgangspunkt · Ursprungsort  ●  Wiege geh., fig.
Assoziationen

Babybett · Wiege

Typische Verbindungen zu ›Wiege‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Wiege‹.

Legende: Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Wiege‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wiege der neuzeitlichen Kultur aber liegt wie immer in den Städten. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 80]
Daß er ein Kommunist werden würde, war ihm nicht an der Wiege gesungen worden. [Widmer, Urs: Das Buch des Vaters, Zürich: Diogenes 2004, S. 380]
Sie halten die Tiefe des Alls für die Wiege des Lebens. [o. A.: Brachten Kometen das Leben? In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Am liebsten legte er den Kindern Computer schon in die Wiege. [Die Zeit, 19.01.1996]
Nein, die Männer werfen sie wieder ins Meer, darin sie wohlig schaukeln wie in einer Wiege. [Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 207]
Zitationshilfe
„Wiege“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Wiege>.

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