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ausblenden

GrammatikVerb · blendet aus, blendete aus, hat ausgeblendet
Aussprache  [ˈaʊ̯sblɛndn̩]
Worttrennung aus | blen | den
Wortzerlegung aus- blenden
Wortbildung  mit ›ausblenden‹ als Erstglied: Ausblendung

Bedeutung

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
jmd. blendet etw. aus
a)
Rundfunk, Fernsehen, Film, Tontechnik durch allmähliches Abschwächen des Tones, Bildes beenden
in gegensätzlicher Bedeutung zu einblenden, siehe auch Blende (1)
Beispiele:
eine Szene, die Begleitmusik ausblendeneWDG, 1967
die Übertragung der Veranstaltung wurde nach dem Einsetzen des Beifalls ausgeblendeteWDG, 1967
Immer wieder wird die Musik ausgeblendet, um Ergebnisse [der Wahl] aus Hamburg zu aktualisieren. [Hamburger Abendblatt, 27.09.2021]
Gesang einblenden, Gesang ausblenden, nur ein paar Fragmente übrig lassen, […] den Bass bis zum Bersten aufdrehen. [Der Tagesspiegel, 16.04.2021]
Mit lachhaft pathetischem Chor im Hintergrund wird die Szene ausgeblendet. [Die Zeit, 15.04.2015]
Geschickt steigert er mit Bewegung und Musik die Intensität, lässt leise Töne bis ins Unerträgliche anschwellen oder blendet mit Licht und Dunkelheit Bilder ein und aus. [Luzerner Zeitung, 15.06.2007]
Licht und Sound werden anfangs in hartem Gegenschnitt ein‑ und ausgeblendet. [Die Welt, 11.02.2000]
b)
übertragen bewusst auslassen, weglassen; absichtlich verdrängen, ignorieren
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: Informationen, Tatsachen, Themen ausblenden; Wünsche, Triebe, Ängste ausblenden
Beispiele:
Mein Vater blendet die Wirklichkeit aus, er will nicht sehen, was das alles für uns bedeutet. [Süddeutsche Zeitung, 21.05.2016]
Bis dahin versuche sie, alles auszublenden, auch die kritischen Themen, die diese Spiele umtosen. [Süddeutsche Zeitung, 31.01.2022]
Dazu komme das Phänomen, […] dass Menschen dazu neigen, Informationen auszublenden, die ihren Einstellungen widersprechen. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021]
Damals wurde das »Andere«, der Trieb, die Gewalt, der Schmutz und der Makel, am zivilisierten Menschen ausgeblendet und auf den Menschen der Urzeit übertragen. [Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2018]
Wenn man psychische Probleme ausblendet, haben die Flüchtlinge ähnliche Krankheitsbilder wie auch die einheimische Bevölkerung. [Aachener Zeitung, 02.01.2016]
Die heute vorgestellte Greenpeace‑Studie blendet wichtige Fakten und Erkenntnisse zum Thema Emissionen aus, mit der klaren Absicht, den Energieträger Kohle zu diskreditieren und den Menschen Angst zu machen[…]. [Hamburger Abendblatt, 04.04.2013]
Wenn ich Geige spiele, kann ich den Alltag um mich herum völlig ausblenden. [Neue Westfälische, 08.11.2008]
c)
von Licht- und Schallwellen   unsichtbar, unhörbar, nicht mehr wahrnehmbar machen
Beispiele:
Beim gesunden Menschen blendet das Gehirn störende Umgebungsgeräusche aus der Wahrnehmung aus. [Berliner Morgenpost, 05.04.2003]
[…] Für guten, verständlichen Klang muss man mit dem Mikrofon oder Rekorder so nah wie möglich an die Schallquelle heran, um störenden Raumhall oder laute Geräuschkulissen auszublenden[…]. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 17.06.2017]
Durch die Überlagerung des Lichts zweier Teleskope ist es Astronomen gelungen, das Licht eines Sterns auszublenden. [Neue Zürcher Zeitung, 16.12.1998]
d)
von Elementen auf einer grafischen Benutzeroberfläche   in den Hintergrund rücken, verbergen
Beispiele:
Die Bildschirmanzeige […] im [PC-Spiel][…] kann nun angepasst bzw. ausgeblendet werden. [Der Standard, 21.12.2010]
[…] laufende Programme in der Taskleiste werden […][zur besseren] Übersicht ausgeblendet, was sich allerdings auch ändern lässt. [Der Standard, 23.04.2015]
Wählen Sie bei »Erweiterte Einstellungen« die Option »Versteckte Dateien« und »Ordner ausblenden« [um bestimmte Dateitypen oder Ordner auf Ihrem PC zu verstecken]. [Der Tagesspiegel, 05.08.2005]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke


achtlos vorbeigehen an · ausblenden · außen vor lassen · außer Acht lassen · außer Betracht lassen · ignorieren · nicht beachten · nicht berücksichtigen · nicht in Betracht ziehen · nicht in seine Überlegungen einbeziehen · nichts hören wollen (von) · nichts wissen wollen (von) · sich nicht interessieren (für) · sich nicht kümmern (um) · sich taub stellen · unberücksichtigt lassen  ●  etwas an sich abperlen lassen sprichwörtlich · sich nicht scheren um veraltend · auf d(ies)em Ohr ist er taub ugs., fig., Spruch · beiseite lassen ugs. · einfach nicht zuhören ugs. · in den Wind schlagen ugs. · links liegen lassen ugs. · sich nicht kehren (an) geh.
Assoziationen
  • achtlos · aus Sorglosigkeit · aus Unachtsamkeit · fahrlässig · gedankenlos · nachlässig · ohne einen Gedanken daran zu verschwenden · ohne weiter darüber nachzudenken · unachtsam  ●  frisch, fromm, fröhlich, frei ironisch, selten · unbedacht geh.
  • hinwegschauen (über) · hinwegsehen (über)
  • (einer Sache) keine Bedeutung beimessen · abtun · für unwichtig erachten · für unwichtig erklären · nicht ernst nehmen  ●  auf die leichte Schulter nehmen ugs., fig.
  • auf nichts eingehen (wollen) · auf seinem Standpunkt beharren · auf stur schalten · hartnäckig bei seiner Meinung bleiben · sich auf nichts einlassen wollen · sich stur stellen
  • (Probleme) zu verdrängen versuchen · fortsehen · ignorieren · nicht wahrhaben wollen · sich (einem Problem) nicht stellen  ●  (den) Kopf in den Sand stecken fig. · die Augen verschließen (vor) fig. · wegschauen fig. · wegsehen fig. · Realitätsverleugnung betreiben geh. · weggucken ugs. · wegkucken ugs., norddeutsch
  • für etwas nicht verantwortlich sein · keine Schuld tragen (an/für) · nicht die Schuld tragen für · nicht jemandes Fehler sein · nicht jemandes Problem (sein) · nicht verantwortlich sein (für) · nicht zuständig sein (für)  ●  (an etwas) nicht schuld sein ugs. · (etwas) nicht in Schuld sein ugs., ruhrdt. · an der falschen Adresse sein (bei) ugs. · außerhalb jemandes Zuständigkeitsbereich liegen fachspr., Amtsdeutsch · nicht jemandes Verantwortung unterstehen geh. · nichts zu tun haben mit ugs.
  • (bewusst) weghören · (etwas) ignorieren · (etwas) nicht hören wollen · (sich) taub stellen · nichts hören wollen (von)  ●  (wie) gegen eine Wand (an)reden variabel · Tomaten auf den Ohren haben fig. · die Ohren auf Durchzug geschaltet haben fig. · die Ohren auf Durchzug stellen fig.
  • nicht erwähnt werden  ●  in der Schublade verschwinden fig. · unter den Teppich fallen fig.
  • (die) Hilfe verweigern · (jemandem) nicht helfen · (jemanden) seinem Schicksal überlassen  ●  (jemanden) hängen lassen ugs. · am ausgestreckten Arm verhungern lassen ugs., fig. · im Regen stehen lassen ugs., fig. · im Stich lassen ugs.
  • (jemanden) nicht (weiter) beeindrucken  ●  (an jemandem) abprallen fig. · (an jemandem) vorbeigehen fig. · (jemanden) kalt lassen fig. · (jemanden) kaltlassen fig. · (jemanden) nicht (weiter) tangieren fig. · (jemanden) nicht berühren fig. · (jemanden) unberührt lassen fig. · nicht den Nerv (von jemandem) treffen fig.
  • (besser) nicht so genau hingucken · (etwas) lieber nicht wissen wollen · (sich) nicht interessieren (für) · (sich) nicht kümmern (um) · weggucken · wegkucken

(etwas) ausblenden · (sich) keine Gedanken machen (um) · keinen Gedanken verschwenden (an) · nicht denken an  ●  (etwas) nicht auf dem Schirm haben fig.
Assoziationen

ausblenden · nicht sehen wollen · verdrängen · wegblenden  ●  beiseiteschieben fig.
Assoziationen
  • (einer Sache) Rechnung tragen · aufgreifen · berücksichtigen · einberechnen · einbeziehen · einkalkulieren · einplanen · einrechnen · erwägen · in Betracht ziehen · in Erwägung ziehen · in Rechnung stellen · integrieren · mit einbeziehen  ●  einpreisen fig. · in Anschlag bringen geh.
  • (etwas) ausblenden · (sich) keine Gedanken machen (um) · keinen Gedanken verschwenden (an) · nicht denken an  ●  (etwas) nicht auf dem Schirm haben fig.
  • (absolutes) Stillschweigen bewahren (über) · (eine Sache) totschweigen · geheim halten · nicht ans Licht der Öffentlichkeit gelangen lassen · nichts davon ans Licht der Öffentlichkeit kommen lassen  ●  (den) Mantel des Schweigens breiten (über) fig. · unter Verschluss halten fig. · unter dem Deckel halten fig. · unter der Decke halten fig. · (über etwas) Gras wachsen lassen ugs., fig. · unter den Teppich kehren ugs., fig. · unter den Tisch kehren ugs., fig.

(etwas) ausblenden · (etwas) nicht sehen wollen  ●  (einen) Tunnelblick haben fig.
Assoziationen

(langsam) ausblenden (Musik) · in einem Fade-Out enden lassen · mit einem Fade-Out ausklingen lassen · mit einem Fade-Out beenden · per Fade-Out beenden
Assoziationen
  • (langsam) ausgeblendet werden (Soundwiedergabe) · mit einem Fade-Out enden  ●  in einem Fade-Out ausklingen variabel · leiser werden und (allmählich) verklingen ugs.

Typische Verbindungen zu ›ausblenden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausblenden‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive
Zitationshilfe
„ausblenden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausblenden>.

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