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auszahlen

GrammatikVerb · zahlt aus, zahlte aus, hat ausgezahlt
Aussprache 
Worttrennung aus | zah | len
Wortzerlegung aus- zahlen
Wortbildung  mit ›auszahlen‹ als Erstglied: auszahlbar · Auszahlung

Bedeutungsübersicht

  1. 1. an jmdn. das ihm Zustehende zahlen
    1. a) ⟨jmdm. etw. auszahlen⟩
    2. b) ⟨jmdn. auszahlen⟩ jmdm. Geld zahlen, sodass kein Anspruch mehr besteht
  2. 2. [landschaftlich, umgangssprachlich] ⟨sich auszahlen⟩ sich bezahlt machen, sich lohnen

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
an jmdn. das ihm Zustehende zahlen
a)
jmdm. etw. auszahlen
Beispiele:
den Arbeitern den Lohn, den Angestellten das Gehalt, den Soldaten den Sold, den Studenten das Stipendium auszahlen
jmdm. sein Erbteil, seinen Anteil auszahlen
den Lotteriegewinn, die Rückvergütung, die Rente, Versicherungssumme, Zinsen auszahlen
sich [Dativ] den Betrag, das Geld auf der Bank, an der Kasse bar auszahlen lassen
umgangssprachlichetw. ausgezahlt bekommen
Bankweseneinen Scheck auszahlen (= die auf einem Scheck angegebene Summe in bar an jmdn. zahlen)
[…] seinen Tagesverdienst, den er sich in Naturalien auszahlen ließ, hatte er großzügig auf den Tisch gelegt […] [ BöllHaus94]
b)
jmdn. auszahlenjmdm. Geld zahlen, sodass kein Anspruch mehr besteht
Beispiele:
den Teilhaber an einem Geschäft auszahlen
einen Erben auszahlen
einen Arbeiter auszahlen und entlassen
2.
landschaftlich, umgangssprachlich sich auszahlensich bezahlt machen, sich lohnen
Beispiele:
die Sache zahlt sich nicht aus
die Investitionen, Anstrengungen, Sparmaßnahmen zahlen sich (nicht) aus
der Bau des neuen Hafens wird sich (wirtschaftlich) bald auszahlen
dass wir rechtzeitig gute Nachwuchskräfte herangebildet haben, zahlt sich jetzt aus
Und an diesem Tag zahlt die Güte sich aus / Und die Schlechtigkeit kostet den Hals […] [ BrechtGuter Mensch6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Zahl · zahlen · Zahlung · abzahlen · anzahlen · auszahlen · einzahlen · bezahlen · zahlbar · Anzahl · Zahlwort
Zahl f. ‘der Mengenbestimmung dienende, durch Zählen gewonnene Größe, Ziffer, Zahlzeichen, Anzahl, Menge, Numerus’, ahd. zala (8. Jh.), mhd. zal(e) ‘Zahl, Anzahl, Aufzählung, Erzählung, Rede’, asächs. tala, mnd. tal ‘Zahl, Anzahl, Zählung, Rechnung’, tāle ‘Sprache, Rede, Darlegung’, mnl. tāle ‘Erzählung, Rede, Sprache’, nl. taal ‘Rede, Sprache’, aengl. talu ‘Erzählung, Rede, Vortrag vor Gericht, Berechnung, Reihe’, engl. tale ‘Erzählung, Märchen, Sage’, anord. tala ‘Zahl, Zählung, Rechnung, Rede’ (germ. *talō), daneben die Neutra asächs. tal ‘Zahl, Reihe’, aengl. tæl ‘Zahl’, anord. tal ‘Zahl, Berechnung, Unterredung’, schwed. tal ‘Zahl, Rede’ (germ. *tala-); vgl. auch verwandtes got. talzjan ‘lehren’. Herkunft ungeklärt. Man nimmt Verwandtschaft mit griech. dólos (δόλος) ‘Köder, Lockmittel, Trug, List’, lat. dolus ‘List, Täuschung, Betrug’ an, wozu sich dehnstufig ahd. zāla ‘Not, Bedrängnis, Gefahr’ (8. Jh.), aengl. tǣl ‘Tadel, Spott’, anord. tāl ‘List, Betrug’ stellen würden, so daß von einer Wurzel ie. *del- ‘zielen, berechnen, nachstellen, listig schädigen, zählen, erzählen’ ausgegangen werden könnte. Andere halten Verwandtschaft mit der unter 2Zoll (s. d.) behandelten Wortgruppe für möglich, knüpfen also an die Wurzel ie. *del(ə)- ‘spalten, schnitzen, kunstvoll behauen’ an. Die Bedeutungen ‘Zahl, das Zählen’ und ‘Aufzählung, Erzählung, Rede, Sprache’ hätten sich dann in vorliterarischer Zeit aus ‘eingekerbtes Merkzeichen’ entwickelt. – zahlen Vb. ‘bezahlen, eine Schuld tilgen, vergüten’, ahd. zalōn ‘zählen, berechnen, überdenken’ (um 1000), mhd. zalen, zaln ‘zählen, berechnen, aufzählen, berichten, erzählen’, asächs. talon ‘berechnen’, mnd. mnl. tālen ‘zählen, erzählen, bezahlen’, aengl. talian ‘zählen, rechnen, bedenken, schätzen, achten, erzählen, zuschreiben’, anord. tala ‘reden, sprechen’; vom Substantiv abgeleitet. Zahlung f. ‘das Zahlen, gezahlter Betrag’ (15. Jh.). abzahlen Vb. ‘eine Schuld (allmählich in Raten) abtragen’, mhd. abezal(e)n. anzahlen Vb. ‘einen Teilbetrag zahlen’, spätmhd. anzalen. auszahlen Vb. ‘eine bestimmte Menge Bargeld geben, entlohnen’ (15. Jh.). einzahlen Vb. ‘in eine Kasse, in ein Guthaben zahlen, zur Weiterbeförderung einliefern’ (19. Jh.). bezahlen Vb. ‘den Gegenwert aufbringen, Geld aushändigen, begleichen, aufkommen für, die Folgen tragen’, mhd. bezaln ‘überzählen, berechnen, erkaufen, erwerben, bezahlen’. zahlbar Adj. ‘fällig, zu zahlen’ (18. Jh.). Anzahl f. ‘gewisse Menge, bestimmte Stückzahl’, spätmhd. anzal ‘der dem einzelnen zufallende Teil, Verhältnis’. Zahlwort n. Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von Numerale (s. d.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(jemanden) am Gewinn beteiligen · abfließen lassen (an) · ausschütten (Gewinn, Dividende ...) · auszahlen · verteilen (an) · weitergeben (an)

(Lohn) ausbezahlen · (Lohn) auszahlen · abgelten · besolden · bezahlen · entgelten · entlohnen · entschädigen · löhnen · vergelten · vergüten  ●  entlöhnen schweiz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›auszahlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auszahlen‹.

Legende: Adjektive Substantive

Verwendungsbeispiele für ›auszahlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir den zweiten Fall gleich anschließen würden, bekäme ich ab Weihnachten ungefähr 200 Mark ausgezahlt. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 11.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Wer allerdings die kleine Stadt wieder verläßt, läßt sich das Geld schon eher auszahlen. [Die Zeit, 15.04.1999]
Und dennoch hat sich die Diskussion der letzten Tage für den Minister schon ausgezahlt. [Die Zeit, 22.08.1997]
Warum aber zahlt sein Unternehmen nicht pünktlich die Löhne aus? [Die Zeit, 25.04.1997]
Schließlich bekommt kaum jemand von ihnen pünktlich den Lohn ausgezahlt. [Die Zeit, 28.02.1997]
Zitationshilfe
„auszahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auszahlen>.

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