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deuten

GrammatikVerb · deutet, deutete, hat gedeutet
Aussprache 
Worttrennung deu | ten
Wortbildung  mit ›deuten‹ als Erstglied: deutbar · deuteln · Deuter · deutlich · Deutung
 ·  mit ›deuten‹ als Letztglied: andeuten · ausdeuten · bedeuten · herausdeuten · hindeuten · hineindeuten · missdeuten · umdeuten
 ·  mit ›deuten‹ als Binnenglied: doppeldeutig · eindeutig · mehrdeutig · vieldeutig · zweideutig

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
etw. zu erklären versuchen, auslegen
Beispiele:
den Traum, ein Gleichnis, Zeichen, eine Schrift, einen Text, ein Gedicht deuten
etw. richtig, falsch, verkehrt, verschieden deuten
jmdm. etw. übel deuten
er deutet es in seinem Sinn, nach seinen Wünschen
umgangssprachlichetw. deutet sich leicht, schwer (= man kann es leicht, schwer deuten)
Versuch, die Welt als ein System des Guten zu deuten [ KelsenRechtslehre27]
2.
mit etw. auf etw. hinweisen, zeigen
Beispiele:
mit dem Finger, Kopf, den Augen auf etw., jmdn., nach einer Richtung, Norden, rechts, oben deuten
Joseph deutete in die Ebene [ BöllBillard229]
übertragen etw. deutet auf etw. (= etw. weist auf etw. hin, lässt etw. erwarten)
Beispiele:
alles deutet auf einen baldigen Umschwung, eine Wetteränderung, Regen
das deutet auf nichts Gutes
alles deutet darauf, dass …
Laute, die auf den Beginn des Festes deuteten [ SeghersDie Toten6,115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
deuten · Deutung · deutlich · deuteln · zweideutig · bedeuten · bedeutend · bedeutsam · Bedeutung
deuten Vb. ‘zu erklären versuchen, auslegen, (mit dem Finger) auf etw. zeigen, hinweisen’. Ahd. thiuten (um 1000), mhd. diuten ‘verständlich machen, erklären, zeigen, übersetzen, bedeuten’, mnd. dǖden, mnl. dūden, dieden, nl. duiden, aengl. geþīedan ‘übersetzen’, anord. þȳða ‘deuten, erklären’, schwed. tyda, dän. tyde sind wie deutsch (s. d.) Denominativa zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ie. *teutā ‘(Menge) Volk, Land’, das seinerseits t-Ableitung zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə- ‘schwellen’ (s. Daumen) ist. Die Bedeutung des Verbs kann danach etwa ‘vor dem versammelten Volk erklären, für das Volk verständlich machen’ lauten. Daraus entwickelt sich früh ‘(Vorgänge, Erscheinungen und Äußerungen) erklären, auslegen’ und ‘(aus einer fremden Sprache in die eigene) übersetzen’, auch ‘einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’; in mhd. Zeit kommt ‘auf etw. zeigen, hinweisen’ dazu. – Deutung f. ‘Auslegung, Erklärung, Bedeutung’, mhd. diutunge, mnd. dǖdinge, nl. duiding. deutlich Adj. ‘klar erkennbar, verständlich, eindeutig’, spätmhd. diutlich, mnd. dǖdel(i)k, nl. duidelijk; vereinzelt mhd. frühnhd. diutelich, deutelich (mit Fugen-e), im 16./17. Jh. in adverbialer Verwendung gelegentlich diutelichen, deutelichen. deuteln Vb. ‘kleinlich, spitzfindig auslegen, (herum)deuten’ (1. Hälfte 16. Jh.), Iterativbildung zu deuten. zweideutig Adj. ‘zwei Deutungen zulassend, anzüglich’, seit der Mitte des 17. Jhs. als Verdeutschung von spätlat. aequivocus ‘doppelsinnig, mehrdeutig’ bezeugt, bald danach auch im Sinne von ‘unverständlich, rätselhaft, unklar’. Im 18. Jh. entwickelt zweideutig die Bedeutung ‘anzüglich, schlüpfrig’, die mehr und mehr an Gebrauchshäufigkeit zunimmt. bedeuten Vb. ‘einen bestimmten Sinn haben, von bestimmtem Wert, von Wichtigkeit sein’, ahd. bithiuten ‘meinen, bedeuten’ (11. Jh.), mhd. bediuten ‘andeuten, verständlich machen, mitteilen, urteilen’, auch reflexiv sich bediuten ‘bedeuten, zu verstehen sein’; dazu bedeutend Part.adj. ‘beachtlich, bemerkenswert, wertvoll, bedeutungsvoll’ (18. Jh.), ursprünglich ‘auf etw. hindeutend, etw. ausdrückend’; bedeutsam Adj. ‘wichtig, vielsagend, bedeutungsvoll’ (Ende 18. Jh.); Bedeutung f. ‘Sinn, Wort-, Begriffsinhalt, Wichtigkeit’, mhd. bediutunge ‘Auslegung’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke


Oberbegriffe

deuten · weisen · zeigen

(etwas) anzeigen · (etwas) vermuten lassen · Anlass zu der Vermutung geben (dass) · ein Hinweis sein (auf) · einen Hinweis darstellen (auf) · hindeuten (auf) · zu der Vermutung berechtigen (dass)  ●  deuten (auf) geh. · ein Marker sein (für) fachspr., medizinisch
Oberbegriffe
  • nicht sicher (sein) · nicht unbedingt zutreffen (müssen) · ungewiss (sein) · unsicher (sein)  ●  (nach etwas) nicht gehen können ugs. · auch anders (kommen können) ugs., variabel · nicht gesagt (sein) ugs. · nicht stimmen müssen ugs.
Assoziationen
  • (eine) dunkle Ahnung haben · (etwas) ahnen · (jemandem) schwanen · Vorahnung(en) haben · erahnen · erwarten · kommen sehen · vorausahnen · voraussehen · vorhersehen · wittern  ●  konjizieren geh., veraltet
  • (es gibt) keine andere Erklärung · (es) deutet alles darauf hin (dass) · aller Voraussicht nach (zukunftsbezogen) · höchstwahrscheinlich · mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit · nach menschlichem Ermessen · sehr wahrscheinlich · soweit erkennbar  ●  (es) spricht viel dafür (dass) variabel · wenn nicht (noch) ein Wunder geschieht (zukunftsbezogen) variabel · (die) üblichen Verdächtigen ugs., Redensart · vermuten lassen geh.

Typische Verbindungen zu ›deuten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›deuten‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›deuten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er deutet aus dem Fenster auf die langgestreckten Häuser der Siedlung. [Kursbuch, 1971, Bd. 24]
Er deutet mit verborgenem Stolz auf ein dickes türkisches Buch auf dem Tisch. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 421]
Er deutet auf das Lassen, in welches sich auch das Tun der Aufklärung strukturell eingebettet wissen muß. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 6099]
Auch deutet der Ausdruck »Ausbeutung« nach einer andern Richtung als der unsern. [Schumpeter, Joseph: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, Berlin: Duncker u. Humblot 1997 [1912], S. 188]
Dabei erfasst der Recorder nicht nur beliebige Wörter, sondern deutet auch ihren Sinn. [C’t, 1999, Nr. 23]
Zitationshilfe
„deuten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/deuten>.

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