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geigen

GrammatikVerb · geigt, geigte, hat gegeigt
Aussprache 
Worttrennung gei | gen
GrundformGeige
Wortbildung  mit ›geigen‹ als Erstglied: Geiger  ·  mit ›geigen‹ als Letztglied: aufgeigen · heimgeigen · vergeigen · vorgeigen

Bedeutung

eWDG
eWDG
umgangssprachlich auf der Geige spielen
Beispiele:
er muss täglich mehrere Stunden geigen
für heute habe ich genug gegeigt
ein Stück geigen
am Schluss des Konzerts hat er noch ein Solo gegeigt
salopp, übertragenjmdm. die Meinung geigen (= jmdm. die Meinung sagen)
salopp, übertragener hat ihm die Wahrheit gegeigt
salopp, übertragenich will dir’s schon geigen (= dir den Standpunkt klarmachen)
ich will euch doch geigen, wenn ihr tanzen wollt [ G. KellerRomeo6,105]
von Insekten   summende, singende Töne von sich geben
Beispiele:
die Grillen geigen
Manche Heuschrecken geigen mit ihrem Oberschenkel [ K. v. FrischLeben128]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Geige · geigen · Geiger
Geige f. viersaitiges Streichinstrument, ‘Violine’. Man hat versucht, die erst spät bezeugte und nur im Dt. heimische Bezeichnung des Musikinstruments ahd. gīga (Hs. 12. Jh.), mhd. gīge aus den Armbewegungen mit dem Bogen zu erklären, was jedoch wegen der schwierigen Bedeutungsübergänge nicht überzeugen kann. Als verwandt gelten anord. geiga ‘seitwärts abweichen, schwanken’, norw. (mundartlich) geiga ‘hin und her schwanken’, aengl. forgǣgan ‘vorbeigehen, übertreten’, auch (allerdings nur resthaft in Mundarten nachweisbares) nhd. geigen ‘sich hin und her bewegen’. Daraus läßt sich Anschluß an eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen’ (s. gähnen) herstellen (vgl. Pokorny 1, 421). Doch handelt es sich wohl eher um ein lautmalendes Wort, vgl. ahd. irgickazzen (s. gackern), mhd. frühnhd. geksen, gichsen, gichzen, md. gī̌ksen, südd. gīgen, geigen ‘hohe, schrille Töne von sich geben’. Geige verdrängt älteres Fiedel (s. d.), wird aber selbst im 17. Jh. durch Violine (s. d.) in seinem Geltungsbereich eingeschränkt; bei Adelung gilt Geige als Wort „vertraulicher Sprechart“. Häufig in redensartlichen Wendungen: jmdm. hängt der Himmel voller Geigen ‘jmd. ist glücklich und blickt froh in die Zukunft’ (um 1500); nach jmds. Geige tanzen ‘sich in allem nach jmdm. richten’ (19. Jh., in konkretem Sinne bereits mhd. nāch der gīgen tanzen); die erste Geige spielen ‘den Ton angeben’ (19. Jh.). – geigen Vb. ‘auf der Geige spielen’, mhd. gīgen, Ableitung vom Substantiv; jmdm. die Wahrheit geigen ‘sagen’, mhd. die wārheit gīgen. Geiger m., mhd. gīgære, gīger.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Geige spielen · Violine spielen · fiedeln · geigen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›geigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›geigen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›geigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn mich das Üben langweilte, habe ich zu diesen Platten gegeigt. [Die Zeit, 27.10.2008]
Dieses Lied geigt die Kapelle dann auch gleich mehrmals am Nachmittag. [Die Zeit, 21.09.1984]
Ein Mann geigt seit Jahren immer den einen Ton, unermüdlich, wieder und wieder. [Süddeutsche Zeitung, 17.11.2004]
Man verdient ja umso mehr, je höher der Kurs gegeigt wird. [Bild, 16.08.2001]
Sie geht hin, oder besser gesagt, legt sich hin, und er geigt ihr eins. [Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 79]
Zitationshilfe
„geigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/geigen>.

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