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- gleichen – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele
gleichen
GrammatikVerb · gleicht, glich, hat geglichen
Aussprache
Worttrennung glei | chen
Wortbildung
mit ›gleichen‹ als Erstglied:
Gleichnis · Gleichung
·
mit ›gleichen‹ als Letztglied:
abgleichen
· angleichen · ausgleichen
Mehrwortausdrücke
sich gleichen wie ein Ei dem anderen
Bedeutung
eWDG
eWDG
⟨jmdm., einer Sache gleichen⟩mit jmdm., einer Sache große Übereinstimmung zeigen
Beispiele:
er gleicht seinem Vater
sie gleichen sich äußerlich zum Verwechseln
die Zwillinge glichen sich wie ein Ei dem anderen, glichen sich aufs Haar 👁 Image
DWDS, 09.07.2025
DWDS, 09.07.2025
sie gleichen einander wie Tag und Nacht (= sie sind sich gar nicht gleich)
ein Gesicht, das gegerbtem Leder gleicht
der Tisch glich einer Festtafel
früher hatte der Garten einem Schmuckkästchen geglichen
Mein Gott, wie sie einander gleichen! [ KästnerLottchen124]
Dasselbe oder das gleiche?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
gleich · Gleiche · Gleichheit · gleichen · begleichen · vergleichen · Vergleich · Vergleichung · Gleichnis · gleichsam · Gleichung · Gleichgewicht · gleichgültig · Gleichgültigkeit · gleichmäßig · Gleichmaß · gleichmütig · Gleichmut · Gleichschritt · gleichwohl · gleichzeitig
gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. Leiche, -lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. – Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f., mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
(sich) vergleichen lassen (mit) ·
Züge haben (von) ·
angelehnt an (sein) ·
erinnern an ·
gleichen ·
gleichkommen ·
ähneln ·
ähnlich sein ●
etwas haben von (einem / einer) ugs.
| Assoziationen |
|
gleichen ·
identisch sein ·
übereinstimmen
| Oberbegriffe |
|
(sich) gleichen ·
(sich) ähneln ·
(sich) ähnlich sehen
| Unterbegriffe |
|
| Assoziationen |
|
Typische Verbindungen zu ›gleichen‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gleichen‹.
Achterbahnfahrt
bald
Baustelle
Bild
darin
Ei
Festung
Flickenteppich
Geisterstadt
Glücksspiel
Großbaustelle
Haar
Heerlager
Hexenkessel
Hinsicht
Hochsicherheitstrakt
Labyrinth
Mondlandschaft
Pulverfass
Puzzle
Quadratur
Schlachtfeld
Tollhaus
Triumphzug
Trümmerfeld
verblüffend
viele
Wunder
Wundertüte
äußerlich
Legende:
Adjektive
Adverbien
Substantive
Verwendungsbeispiele für ›gleichen‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
Meter für Meter wiederholte er seinen gestrigen Weg, als wollte er die Tage dazu bringen, einander zu gleichen.
[von Düffel, John: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 1]
Aber deswegen könnte qualitativ einer dem anderen in allen Zügen gleichen.
[Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 361]
Dieser braucht natürlich in keiner Art dem zu gleichen, was wir heute gewohnt sind.
[Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909–1914, 1918–1920]]
Es gleicht fast aufs Haar einem Ende der dreißiger Jahre bei Mäusen entdeckten Virus.
[Die Zeit, 19.08.1999]
Im Kampf gegen die Armut gleiche dies aber nur einem Tropfen auf den heißen Stein.
[Archiv der Gegenwart, 2001 [1993]]
Fehler in Verwendungsbeispielen zu „gleichen“
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