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grabbeln
GrammatikVerb · grabbelt, grabbelte, hat gegrabbelt
Worttrennung grab | beln
Wortbildung
mit ›grabbeln‹ als Erstglied:
Grabbelei
· Grabbelkiste · Grabbelsack · Grabbeltisch
· mit ›grabbeln‹ als Letztglied: begrabbeln
· mit ›grabbeln‹ als Letztglied: begrabbeln
Bedeutung
DWDS
DWDS
salopp ⟨jmd. grabbelt in, nach etw.⟩suchend mit den Fingern in, nach etw. wühlen, tastend nach etw. greifen
Beispiele:
Wir [Käufer] wollen das Überangebot, die Fülle. Wir wollen uns verlieren, in Hemden, in Schlafanzügen, in allem. Wir wollen grabbeln, wühlen, das preislich reduzierte Stück erlegen. [Die Welt, 27.01.2004]
Paolo Campana begleitet ihn über eine Plattenbörse, filmt ihn, wie er hektisch durch die Kisten grabbelt[…]. [Der Spiegel, 03.11.2011 (online)]
Peter steigt schwer, sich an dem Gelände festhaltend, hinauf. […] Er grabbelt umständlich nach einem Schlüssel, fühlt mit dem Finger nach dem Schlüsselloch und schließt auf. [von Luckner, Felix: Seeteufe. Leipzig: Koehler 1921, S. 17]
●
salopp, oft abwertend ⟨jmd. grabbelt⟩(jmdn.) mit den Händen, Fingern (leicht, plump oder zudringlich) am Körper berühren oder betasten
Beispiele:
Dauerlüstern wird gefingert, gefummelt,
gegrabbelt und getatscht. [Süddeutsche Zeitung, 10.03.2004]
Gemeinsam mit ihrem seit Februar angetrauten Jungspund
[…] genießt sie dort Sommer,
Sonne und feuchte Zweisamkeit. Sie busseln, knutschen und
grabbeln, als gäbe es kein Morgen. [Bild, 07.06.2005]
Wenn du mir an ’n Rock grabbelst, dann
scheuer ich dir eine. [Merian, Svende, Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch 1980, S. 279]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
grabbeln · grapschen · grapsen
grabbeln Vb. ‘schnell greifen, fassen nach, tastend befühlen, umhergreifen, herumwühlen’ (17. Jh.). Das besonders im nordd. Raum gebräuchliche Verb ist eine Iterativbildung zu nd. grabben ‘raffen, schnell fassen’; in hd. Mundarten entspricht grappeln (15. Jh.). Dazu gehören ferner die Intensivbildungen grapschen Vb. (19. Jh.) und grapsen Vb. ‘heftig, gierig greifen, an sich raffen’ (18. Jh.), heute vornehmlich ‘betasten, befingern’. Im germ. Sprachbereich sind vergleichbar engl. to grab, to grasp ‘hastig, gierig greifen, an sich reißen’, to grabble ‘herumtasten, tappen’, schwed. grabba ‘grapsen, packen’ sowie Grips (s. d.). Mit den außergerm. Verwandten aind. gṛb(h)ṇā́ti ‘ergreift’, lit. grė́bti ‘rechen, harken, unter Anwendung von Gewalt ergreifen, sich gewaltsam aneignen, rauben’, gróbti ‘gewaltsam ergreifen, an sich reißen, rauben’, lett. grābt ‘greifen, fassen, haschen, packen’, aslaw. grabiti ‘raffen, ergreifen’, russ. grábit’ (грабить) ‘rauben, plündern’ führen sie auf ie. *ghrebh- ‘ergreifen, erraffen, harken’ (s. graben).
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