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keinesfalls

GrammatikAdverb
Aussprache 
Worttrennung kei | nes | falls
Wortzerlegung kein 2Fall

Bedeutung

eWDG
eWDG
auf keinen Fall
Beispiele:
das darf keinesfalls geschehen
so geht es keinesfalls weiter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
kein · keinerlei · keinesfalls · keineswegs
kein Indef.pron., das Vorhandensein einer Person oder Sache vollständig ausschließend, ‘nicht ein, nichts von’ in substantivischer Verwendung keiner ‘nicht einer, niemand’. Die älteste Zeit kennt ein verneinendes Pronomen ahd. nih(h)ein (9. Jh.), noh(h)ein (bereits 8. Jh.), dann auch neh(h)ein (um 1000), mhd. nehein und (mit verschobener Silbengrenze) nechein, nekein, schließlich (durch Austausch gegen die proklitische Form der vermeintlichen Negationspartikel) enhein, enkein. Dieses ahd. nihein, dessen Entsprechungen asächs. nigēn (neben seltenerem niēn, nēn), mnd. gēn, negēn, engēn (neben häufigerem nēn), mnl. gheen, negheen, engheen, nl. geen ein g aufweisen, das mit grammatischem Wechsel erklärt wird, setzt sich aus dem Zahlwort ahd. mhd. ein (s. 1ein Num.) und einer im Ahd. nicht mehr sicher nachzuweisenden (s. aber 2noch Konj.), jedoch in got. nih ‘und nicht, auch nicht’ (got. ni ‘nicht’, verbunden mit enklitischem -uh, -h ‘und’) erhaltenen germ. Konjunktion zusammen, die mit lat. neque, osk. nep übereinstimmt (ie. *neku̯e ‘und nicht’). Außerdem kann die Bedeutung ‘nicht ein’ durch verneinten Gebrauch von ahd. theh(h)ein, thoh(h)ein, auch thih(h)ein (alle 9. Jh.), mhd. dehein, dechein, dekein ‘irgendein’ umschrieben werden, dessen erstes Glied wahrscheinlich aus einer Kasusform (Lokativ oder Genitiv) vom Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. der) und (hier nur verstärkendem?) enklitischem germ. -h (vgl. got. -(u)h, s. oben) besteht (Grienberger in: ZfdWf. 9 (1907) 74 ff.; Bech in: Studia Neophilologica 35 (1963) 211 ff.). Schwund der Negationspartikel (wie vielfach im Mhd. bei Sätzen mit doppelter Verneinung) läßt mhd. dehein selbst den Sinn ‘nicht ein, kein’ annehmen. Damit wird um 1200 der Untergang von mhd. nehein eingeleitet (letzte Zeugnisse für die Variante enkein im 16. Jh., ein landschaftlicher Rest ist schweiz. nekein), dehein (oft synkopiert dhein) kommt von nun an bis ins Frühnhd. in den beiden gegensätzlichen Gebrauchsweisen vor, ohne daß die Verständigung ernsthaft beeinträchtigt scheint. Die auf Verkürzung beruhende, mit dem Guttural anlautende moderne Form kein, mhd. kein, zuerst an der Wende zum Mhd. belegt (chein ‘irgendein’, 2. Hälfte 11. Jh.), wird Ende des 12. Jhs. üblich; sie zeigt im Mhd. (und noch bis ins 16. Jh.) dieselbe semantische Doppelheit ‘kein, irgendein’, was für ihre Herleitung teils aus mhd. nehein, teils aus mhd. dehein (über die vereinzelt bezeugte Zwischenstufe mhd. ichein?) sprechen könnte. Behaghel lehnt aber wegen der frühen Zurückdrängung von mhd. nehein sowie aus lautlichen Gründen Zusammenfall der beiden Pronomen ab und führt kein ausschließlich auf mhd. dehein zurück; vgl. Beihefte zur Zs. d. Allg. Dt. Sprachvereins 5. Reihe (1913) 180. Auf adverbiell gebrauchten Genitiven beruhen die Zusammenrückungen keinerlei Adv. ‘keine Art von, in keiner Weise’ (schon mhd.?; nachweisbar ist erst spätmhd. keinerleie, 14. Jh., frühnhd. keinerlei, deheinerlei, auch noch in der Bedeutung ‘irgendwelcher Art’), meist bei einem Substantiv und dann wie ein flexionsloses Adjektiv aufgefaßt (zur Bildung s. -lei); keinesfalls Adv. ‘auf keinen Fall’ (1. Hälfte 19. Jh.), anfangs auch keinenfalls, vielleicht nach älterem allenfalls; keineswegs Adv. ‘durchaus nicht’, spätmhd. deheins wegs, deheinswegs, keins wägs (14. Jh.), frühnhd. kein(e)s wegs, vom 16. Jh. an kein(e)swegs (daneben noch bis ins 18. Jh. Getrenntschreibung); vgl. ferner gleichbed. frühnhd. in kein(en) weg.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Daran ist nicht zu denken. · absolut nicht · alles andere als · auf (gar) keinen Fall · bei weitem nicht · durchaus nicht · egal, wie man es betrachtet, nicht · ganz und gar nicht · gar nicht · in keiner Weise · in keinerlei Hinsicht · kein bisschen · keinesfalls · keineswegs · nicht im Entferntesten · nicht im Geringsten · nicht im Mindesten · nicht und niemals · partout nicht (wollen) · unter keinen Umständen · überhaupt nicht  ●  wie auch immer nicht variabel · i wo! ugs., veraltend · in keinster Weise ugs. · mitnichten geh. · mitnichten und mit Neffen ugs., scherzhaft · so gar nicht ugs.
Assoziationen
  • alles andere als · bei allem, was recht ist, nicht · beileibe nicht · bestimmt nicht · durchaus nicht · gewiss nicht · in der Tat nicht · sicher nicht · sicherlich nicht · wahrhaftig nicht · wahrlich nicht · wirklich nicht  ●  mitnichten geh. · nicht wirklich ugs. · nun wirklich nicht geh. · weiß Gott nicht ugs.
  • absolut nie · auf gar keinen Fall · keineswegs · nicht in diesem Leben · nie · nie und nimmer · nie und nirgends · niemals · zu keinem Zeitpunkt · zu keiner Zeit  ●  nimmerdar veraltet · nimmermehr veraltend · im Leben nicht ugs. · nie im Leben ugs.
  • auf gar keinen Fall · auf keinen Fall · ausgeschlossen · keineswegs · mitnichten · nein · nicht doch!  ●  Fehlanzeige ugs. · Gott behüte! ugs. · Nachtigall, ick hör dir trapsen. ugs., Spruch, berlinerisch · Not on planet earth ugs., engl. · denkste ugs. · ist nicht ugs. · kein Gedanke ugs. · keine Spur ugs. · mit Nichten und mit Neffen (Kalauer) ugs., Spruch · naa ugs., bairisch · nee ugs. · negativ fachspr., Jargon · nicht im Entferntesten geh. · nicht im Geringsten geh. · nope ugs., engl. · nö ugs. · von wegen! ugs.
  • kein Jota · kein bisschen · kein(en) Deut · kein(en) Funken · kein(en) Millimeter · keinerlei · nicht das kleinste Bisschen · nicht das kleinste bisschen · nicht ein bisschen · nicht ein(en) Millimeter  ●  kein Stück ugs. · keine Spur ugs. · nicht die Bohne ugs. · nicht die Spur ugs. · nicht für zwei Cent ugs., fig. · nicht für zwei Pfennige ugs., veraltet, Redensart, fig.
  • nichts  ●  nix ugs. · nüscht(e) ugs.
  • ausgeschlossen · daraus wird nichts · unmöglich · völlig ausgeschlossen · wo denken Sie hin! · wo denkst du hin!  ●  Da kann ja jeder kommen! ugs. · Ding der Unmöglichkeit ugs. · Wo kommen wir (denn) da hin!? ugs. · absolut unmöglich ugs. · beim besten Willen nicht ugs. · da kannst du lange drauf warten ugs. · da könnte ja jeder kommen (und ...)! ugs. · da musst du früher aufstehen! ugs., fig. · daraus wird nix ugs. · das kannst du dir abschminken ugs., fig. · denk nicht mal dran! (warnend) ugs., Spruch · ganz und gar unmöglich geh. · kommt (überhaupt) nicht in Frage ugs. · kommt nicht in die Tüte ugs., Spruch, fig. · nicht mit mir! ugs. · so gerne wie ich (etwas tun) würde, aber geh. · so haben wir nicht gewettet! ugs. · träum weiter! ugs., Spruch · vergessen Sie's! ugs. · vergiss es! ugs., Spruch · wo kämen wir (denn) da hin (,wenn ...)! ugs., emotional
  • alles andere als ein · beileibe kein · bestimmt kein · fürwahr kein · gewiss kein · in der Tat kein · nicht wirklich ein · sicher kein · tatsächlich kein · wahrhaftig kein · wahrlich kein · wirklich kein  ●  weiß Gott kein ugs.
  • eher nicht · kaum · nicht sehr (Gradadverb) · schlecht · vermutlich kaum · vermutlich nicht · wahrscheinlich kaum · wahrscheinlich nicht · wenig · wohl kaum · wohl nicht  ●  eher weniger auch ironisch · herzlich wenig ugs. · nicht groß ugs. · nicht großartig ugs. · nicht so gut ugs. · nicht so recht ugs. · nicht so richtig ugs. · nicht wirklich ugs., ironisierend · schwerlich geh.
  • (etwas) ganz bestimmt nicht tun · nicht wollen  ●  (etwas) auf gar keinen Fall (tun) ugs. · (etwas) fällt mir im Traum nicht ein ugs. · (etwas) würde mir im Traum nicht einfallen ugs. · den Teufel werd' ich tun (und ...) ugs. · ich denke nicht daran! ugs. · ich hab was Besseres zu tun (als) ugs. · ich werd(e) den Teufel tun (und ...) ugs. · ich werde mich hüten (zu / und ...) ugs. · wohl kaum (Kurzantwort) geh.
  • dem ist nicht so · dem war nicht so · falschliegen · nicht der Fall sein · nicht zutreffen · sich irren (du irrst dich) · weit gefehlt  ●  (da) sage noch einer (...) floskelhaft, variabel · nicht an dem sein (dass) biblisch, regional · womit eindeutig widerlegt wäre (dass) floskelhaft · (ein) Irrtum vom Amt ugs. · (ein) typischer Fall von denkste ugs., salopp, variabel · (einfach) nicht stimmen ugs. · (so) nicht stimmen ugs. · keine Rede sein können (von) ugs. · nicht die Rede sein können (von) ugs. · so ist das (aber) nicht ugs.
Zitationshilfe
„keinesfalls“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/keinesfalls>.

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