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staunen

GrammatikVerb · staunt, staunte, hat gestaunt
Aussprache 
Worttrennung stau | nen
Wortbildung  mit ›staunen‹ als Letztglied: anstaunen · bestaunen · erstaunen

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
eine ungewöhnliche Sache, Person mit Verwunderung wahrnehmen
Beispiele:
er staunte, dass es schon dunkel wurde
»das soll alles sein?« staunt er
neugierig, unverwandt, ungläubig, fassungslos staunen
umgangssprachlicher staunte nicht schlecht, als er mich plötzlich wiedersah
umgangssprachlich, scherzhaftda staunt der Laie und der Fachmann wundert sich
saloppBauklötze staunen 👁 Image
DWDS, 25.08.2025
der staunende Beobachter
etw. mit staunenden Augen betrachten
staunend dastehen, blicken, zuhören
»Wir haben uns lange nicht gesehen«, sagte er mit staunendem Lächeln [ KreuderGesellschaft5]
über etw., jmdn. staunenüber etw., jmdn. verwundert sein
Beispiele:
über diesen Zufall staunst du wohl?
wir staunten über diesen einfältigen Menschen
2.
einem bedeutenden Werk, einer hervorragenden Persönlichkeit Bewunderung entgegenbringen
Beispiele:
sie staunte, wie schön das Gemälde war
ehrlich, ergriffen, begeistert staunen
über etw., jmdn. staunen
über etw., jmdn. voll Bewunderung sein
Beispiele:
über ein Kunstwerk, einen Dichter staunen
eine staunende Menge, Welt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
staunen · erstaunen · erstaunlich
staunen Vb. ‘verwundert sein’, im 18. Jh. von dem Schweizer A. v. Haller in die Literatursprache eingeführt, schweiz. stūnen ‘in Gedanken versunken vor sich hinblicken’, eigentlich ‘starr sein, starr blicken’. Vergleichbar ist mnd. stǖnen, mnl. stunen ‘sich widersetzen’ und wohl auch griech. stȳ́ein (στύειν) ‘steif emporrichten’, aind. sthū́ṇā ‘Pfosten, Pfeiler, Säule’, so daß Anschluß an die schwundstufige Form der Erweiterung ie. *st(h)āu-, *st(h)ū- (s. stauen, Staude, stützen) der unter stehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ möglich ist. Im Hd. früher bezeugt ist erstaunen Vb. ‘in Verwunderung versetzen, geraten’ (16. Jh.), ebenfalls aus dem Schweiz., eigentlich ‘erstarren, vor Verwunderung starr werden’. erstaunlich Adj. (17. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(erst einmal) nichts zu sagen wissen · (jemanden) groß ansehen · (sehr) erstaunt sein · bestaunen · bewundern · kaum glauben wollen (was man sieht) · kaum glauben wollen (was man zu hören bekommt) · mit großen Augen ansehen · mit offenem Mund dastehen · seinen Augen nicht trauen (wollen) · seinen Ohren nicht trauen (wollen) · sich wundern · staunen (über) · verwundert anstarren  ●  aus dem Staunen nicht mehr herauskommen Verstärkung · nicht schlecht staunen Verstärkung · (den) Mund nicht mehr zubekommen ugs. · (jemanden) anstarren wie ein Wesen vom anderen Stern ugs., variabel · (jemanden) anstarren wie einen Marsmenschen ugs. · Bauklötze staunen ugs., Verstärkung · Glotzaugen machen ugs. · Kulleraugen machen ugs. · Stielaugen bekommen ugs., fig. · angaffen ugs. · doof gucken ugs. · große Augen machen ugs. · gucken wie ein Auto ugs., veraltend · wer beschreibt mein Erstaunen (als) geh., literarisch, variabel, veraltend, floskelhaft
Assoziationen
  • außer Fassung · entgeistert · fassungslos · ratlos · schockiert · verständnislos · wie vom Schlag getroffen  ●  (ganz) aufgelöst ugs. · (ganz) durcheinander ugs., fig. · (ganz) von den Socken ugs. · (jemand) weiß nicht, wie ihm geschieht geh. · (jemandem) bleibt die Spucke weg ugs., fig. · (jemanden) trifft der Schlag ugs., fig. · Schnappatmung (bekommen) ugs., übertreibend · dazu fällt jemandem nichts mehr ein ugs. · die Welt nicht mehr verstehen ugs. · entsetzt ugs., übertreibend · geschockt ugs. · konsterniert geh. · verdattert ugs. · wie vor den Kopf geschlagen ugs.
  • (ungläubig) den Kopf schütteln · erstaunt sein (über) · sich wundern · verdutzt sein  ●  (große) Augen machen fig. · sich (verwundert) die Augen reiben fig. · (jemanden) mit großen Augen anschauen ugs., variabel · (jemanden) ungläubig anschauen ugs. · mit den Ohren schlackern ugs., fig. · verdattert sein ugs. · vonne Socken sein ugs., ruhrdt.
  • (etwas) nicht fassen können · (etwas) nicht glauben wollen · (völlig) überrascht (sein) · erstaunt (sein) · nicht bedacht haben · nicht eingestellt (gewesen) sein (auf) · nicht gerechnet haben (mit) · nicht vorbereitet (gewesen) sein (auf) · überrascht werden (von)  ●  (den) Atem anhalten ugs., fig. · (etwas) nicht auf dem Zettel (gehabt) haben ugs., fig. · (für jemanden / jemandem) sehr plötzlich kommen ugs. · (jemand) weiß nicht, wie ihm geschieht geh. · (jemandem) bleibt die Spucke weg ugs., fig. · (jemandem) fällt die Kinnlade herunter ugs., salopp · (jemandem) klappt die Kinnlade herunter ugs., salopp · aus allen Wolken fallen ugs., fig. · kalt erwischt werden ugs. · mit etwas überhaupt nicht gerechnet haben ugs. · nicht auf dem Schirm (gehabt) haben ugs., fig.
  • erstaunt · irritiert · platt · sprachlos · verblüfft · verdattert · verdutzt · verwundert  ●  perplex lat. · (echt) von den Socken ugs. · baff ugs. · bass erstaunt geh., veraltend, Verstärkung · erstaunten Auges (adverbial) geh., scherzhaft, altertümelnd · geplättet ugs., fig. · platt wie 'ne Flunder ugs., Verstärkung · platt wie eine Briefmarke ugs.
  • Neugieriger · Schaulustiger · Umstehende (nur Plural) · Zaungast  ●  Gaffer ugs. · Maulaffe ugs., abwertend
  • du wirst es kaum für möglich halten · du wirst es kaum glauben · man glaubt es kaum · ob du es glaubst oder nicht · so unglaublich es auch klingt  ●  du machst dir (ja) keine Vorstellung! ugs. · tataa! ugs. · und jetzt halt dich fest: ... ugs.
  • schreckgeweitet (Augen)  ●  vor Schreck weit auf(gerissen) ugs.
  • (na) der wird sich (aber) wundern! · der wird Augen machen!
  • ich musste mich da wohl verhört haben · ich wollte es (erst) nicht glauben  ●  Ich wollte meinen Ohren nicht trauen. floskelhaft · Ich dachte, ich hör' nicht richtig. ugs., floskelhaft

Typische Verbindungen zu ›staunen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›staunen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›staunen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man aber den Fuß erst einmal an Land gesetzt hat, dann darf man staunen. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 603]
Wenn die Post funktionieren würde, würdest Du staunen und Du hättest wieder von mir Päckchen. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 11.12.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Wenn man älter wird, staunt man eher über die Überlebenden. [Die Zeit, 21.10.1999]
Wenn man bedenkt, daß dies alles schon vor 30 Jahren angefangen hat, dann darf man staunen, wie lebendig das noch ist. [Die Zeit, 26.11.1998]
Ich mußte selbst staunen, ich lief so schnell, daß ich das Tempo wirklich nicht sehr verringern mußte. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 29.05.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Zitationshilfe
„staunen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/staunen>.

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