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wohlhabend

GrammatikAdjektiv · Komparativ: wohlhabender · Superlativ: am wohlhabendsten
Aussprache  [ˈvoːlhaːbənt]
Worttrennung wohl | ha | bend
Wortzerlegung 2wohl haben 2-end
Rechtschreibregel § 36 (1.2)
Wortbildung  mit ›wohlhabend‹ als Erstglied: Wohlhabenheit

Bedeutung

eWDG
eWDG
Vermögen besitzend
Beispiele:
wohlhabende Leute
sie stammte aus wohlhabender Familie
jmd. ist wohlhabend
sie war durch die Erbschaft recht wohlhabend geworden
Die von mir vorgeschlagenen Resolutionen tadelten das Steuersystem, das die kleinen Leute zugunsten der Wohlhabenden ungerecht belaste […] [ BebelAus meinem Leben426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
wohl · Wohl · wohlig · Wohlfahrt · Wohlstand · Wohltat · Wohltäter · Wohlwollen · wohlhabend
wohl Adv. ‘gut’. Das gemeingerm. Adverb zu dem unter gut (s. d.) dargestellten Adjektiv ahd. wela und (mit zu o verdumpftem e nach w) wola (8. Jh.), mhd. wol(e), asächs. wel(a), wola, mnd. wol, mnl. wēle, wel, nl. wel, afries. wel, wal, wol, aengl. wel(l), engl. well, anord. vel, schwed. väl, (ablautend) anfrk. asächs. wala, mnd. wal (germ. *welō-) sowie got. (mit abweichendem und nicht erklärtem Vokal) waíla oder waila stellt sich wie wählen, Wille und 2wollen (s. d.) zur Wurzel ie. u̯el- ‘wollen, wählen’ und bedeutet etwa ‘gewollt, gewünscht, nach Wunsch’. Die heutige Schreibung mit Dehnungs-h setzt im 16. Jh. ein und wird im 18. Jh. vorherrschend. Das Adverb mit der Bedeutung ‘gut, zweckmäßig, richtig, genau, geziemend, günstig, erfolgreich, glücklich, gesund, angenehm, schön, reichlich, ausreichend’ wird bereits im Ahd. in abgeschwächtem Sinne zur Partikel der Beteuerung, Vermutung, Einschränkung oder Verstärkung sowie interjektionaler Aus- und Zuruf. – Wohl n. ‘Wohlergehen’ (15. Jh.), Substantivierung des Adverbs; Wohl und Wehe (16. Jh.). wohlig Adj. ‘angenehm, behaglich’ (Anfang 18. Jh.). Wohlfahrt f. ‘Wohlergehen’ (16. Jh.), Abstraktum neben gleichbed. frühnhd. wolfaren n. (substantivierter Infinitiv, 15. Jh.); vgl. auch mhd. wolvar f. Wohlstand m. ‘Wohlhabenheit, Besitz, materiell gesicherte Verhältnisse’ (18. Jh.), zuvor ‘Wohlergehen, Gesundheit, was schön ist, gefällt, geziemt’ (16. Jh.). Wohltat f. ‘sittlich richtiges Verhalten, gute Tat, Geschenk, Labsal’, ahd. wolatāt (9. Jh.), mhd. woltāt. Wohltäter m. ‘wer richtig handelt, mildtätig ist, Gutes tut’ (16. Jh.), Gegensatz Übeltäter (s. d.). Wohlwollen n. ‘Gunst, Zuneigung’ (18. Jh.), ‘sittlich richtiges Wollen’ (17. Jh.). wohlhabend Adj. ‘vermögend, begütert, reich’, wolhabend (14. Jh.); vgl. ahd. sie habent wola ‘sie befinden sich wohl’ (9. Jh.), d. h. sie (die Kranken) gesunden (nach Handauflegen).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(eine) gute Partie (sein) · begütert · bemittelt · besitzend · bessergestellt · betucht · finanzkräftig · finanzstark · gut betucht · gut situiert · gutbetucht · gutsituiert · reich · schwerreich · steinreich · stinkreich · superreich · vermögend · wohlhabend · wohlsituiert · zahlungskräftig  ●  (finanziell) gut dastehen variabel · finanziell gut gestellt variabel · vermöglich schweiz. · (mit) ordentlich Patte ugs., salopp · Kohle ohne Ende haben ugs. · es ja haben ugs. · geldig ugs., süddt. · mit gut Geld ugs., salopp · mit richtig Geld (auf der Tasche) ugs., regional · potent ugs. · tiefe Taschen haben ugs., fig.
Assoziationen
  • (ein) Krösus · (ein) Nabob · (ein) Reicher · (ein) Schwerreicher · Finanzgröße · Finanzkapitalist · Finanzmagnat · Geldaristokrat · Milliardär · Millionär · Superreicher · reicher Mann  ●  (ein) Rockefeller ugs. · Geldsack derb · Pfeffersack ugs.
  • Vielverdiener · einkommensstark · gutverdienend
  • frei von Sorgen · glücklich · sorgenfrei · sorglos · unbeschwert · unbesorgt
  • bombastisch · opulent · prachtvoll · prahlerisch · prächtig · verschwenderisch · üppig
  • neureich · plötzlich zu Geld gekommen
  • Finanzaristokratie  ●  Geldadel auch figurativ
  • (die) Reichen · (die) reiche Oberschicht · Finanzelite
  • an nichts fehlen (es) · für alles gesorgt (sein) · im Überfluss vorhanden (sein)
  • (den) Vorzug genießend (dass ...) · bevorrechtigt · bevorzugt · in einer Sonderstellung · in einer bevorzugten Stellung · mit Privilegien versehen · mit Sonderrechten ausgestattet  ●  privilegiert geh.
  • Wer hat, der hat. sprichwörtlich · Über Geld spricht man nicht, Geld hat man. Spruch · Über Geld spricht man nicht, man hat es. Spruch
  • Geld spielt (hier) keine Rolle. Spruch · Vornehm (/ Nobel) geht die Welt zugrunde. Spruch, kommentierend, ironisch · (ist ja hier) nicht wie bei armen Leuten ugs., Spruch · wir ham's ja ugs., Spruch
  • (Echte / Wahre) Qualität hat ihren Preis.  ●  Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. sprichwörtlich · Man gönnt sich ja sonst nichts. Redensart · Umsonst ist (nur) der Tod (, und der kostet das Leben). Spruch, ironisch · Was nichts kostet, ist (auch) nichts wert. variabel · Was nix kostet, ist nix. ugs., variabel
  • (ein) großes Haus führen · (einen) verschwenderischen Lebensstil haben · (sein) Geld mit vollen Händen ausgeben · viel Geld ausgeben  ●  (sein) Geld mit beiden Händen ausgeben fig. · auf großem Fuß(e) leben fig. · einen aufwendigen Lebensstil pflegen geh., variabel
  • finanzkräftig · finanzstark · kapitalkräftig · kapitalstark · kaufkräftig
  • Privatier · Privatmann · finanziell unabhängig (sein)  ●  (sich) aus (dem Geschäftsleben) zurückgezogen haben variabel · (sich) ins Privatleben zurückgezogen haben variabel · Privatus lat.
  • (jemandem) geht es (finanziell / beruflich / ...) gut · (sich) keine Sorgen machen müssen · das Leben meint es gut mit jemandem · es gut getroffen haben · keine Sorgen haben  ●  auf Rosen gebettet (sein) fig. · auf der Sonnenseite des Lebens stehen fig. · (jemandem) scheint die Sonne aus dem Arsch derb, fig. · es gut haben ugs.
  • (die) Superreichen · (die) sehr Reichen  ●  (die) Oligarchen (Russland) ugs., Jargon
  • gespart (Geld)  ●  auf der hohen Kante ugs., fig.
  • sehr viel Geld  ●  (ein) Vermögen fig. · (ein) Schweinegeld ugs. · (ein) irres Geld ugs. · (eine) verrückte Summe ugs. · Kohle ohne Ende ugs., salopp · fett Patte ugs., jugendsprachlich · irre viel Geld ugs.
  • reich sein  ●  (ein) dickes Bankkonto haben ugs., fig. · Geld wie Heu haben ugs., fig. · Kohle ohne Ende haben ugs., salopp · auf einem Haufen Geld sitzen ugs., fig. · es dicke haben ugs., Redensart · in Geld schwimmen ugs., fig. · nicht wissen, wohin mit (all) seinem Geld ugs. · ordentlich was an den Füßen haben ugs., Spruch

Typische Verbindungen zu ›wohlhabend‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wohlhabend‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›wohlhabend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wollt ihr nicht an der selbständigen Verarbeitung zu wohlhabenden Handwerkern werden? [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 70]
Nur darum kann ich meinen wohlhabenderen Kunden mehr Butter verkaufen. [Das Andere Deutschland, 01.07.1938]
Dem wohlhabenden Vater imponiert es, wenn seine Tochter selbst in der Lage ist, Geld zu verdienen, um in der Not auf eigenen Füßen zu stehen. [Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia 2004 [1928]]
Niemand in der recht wohlhabenden Stadt weiß eigentlich, was man mit all dem Geld anfangen soll. [Die Zeit, 07.03.1997]
Er sei imstande, sie wohlhabend zu machen und überlasse ihr nun, was sie unternehmen wolle. [Friedländer, Hugo: Der Zaubermord am Teufelssee vor dem Schwurgericht zu Potsdam. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia 2001 [1913]]
Zitationshilfe
„wohlhabend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wohlhabend>.

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