F. (-; -n), seit früherem 16. Jh. nachgewiesen, über lat. sc(a)ena ‘Schaubühne;
Weltbühne, große Welt, Öffentlichkeit; Schauplatz, Feld der Tätigkeit; Schaugepränge;
äußerer Anblick, Erscheinung; Hergang, Lage’ zurückgehend auf griech. σκηνή ‘Zelt,
Laube, Hütte; Bühne’, bis ins 18. Jh. auch in der lat. (flekt.) Form; 1a in der Bed.
‘(Schau-)Platz der Handlung eines Theaterstücks auf der Bühne’, auch ‘Bühne; Bühnenaufführung’ und mit dem Bild des wie ein Theaterstück ablaufenden menschlichen Lebens verknüpft im Sinne von ‘Schauplatz, -spiel des Lebens; Lebens-, Weltbühne’,
bes. in der Zs. Szenenwechsel ‘Wechsel, Veränderung des Schauplatzes, der Szenerie
(mit Umstellung der Kulissen)' und bildlich für ‘(Ver-)Änderung der Sachlage, Situation;
Umschwung’; häufig in Syntagmen wie in Szene gehen ‘aufgeführt werden; stattfinden’, auf offener Szene ‘während einer Theateraufführung’ und ‘während eines sich in
der Öffentlichkeit abspielenden Vorgangs oder einer Veranstaltung; in aller Öffentlichkeit, vor allen Leuten’, hinter der Szene ‘hinter der Bühne, hinter den Kulissen’ und
‘verdeckt, unsichtbar, verborgen (agierend)', etwas in Szene setzen ‘(ein Stück) zur
Aufführung bringen, inszenieren’ und ‘etwas anregen und zur Durchführung bringen,
etwas effektvoll ablaufen lassen, etwas künstlich und planvoll herbeiführen, arrangieren,
geschickt vorbereiten, groß herausstellen’, sich in Szene setzen ‘sich auffällig benehmen, um beachtet zu werden, sich wirkungsvoll zur Geltung bringen, in den Vordergrund drängen; Eindruck machen’ und die Szene beherrschen ‘im Mittel-, Blickpunkt,
Blickfeld stehen, das Interesse der Öffentlichkeit erregen, die führende Rolle spielen,
dominieren’. Dazu im späten 19. Jh. die verbale Ableitung szenieren ‘in Szene setzen;
zur Aufführung bringen’, verdrängt von der gleichzeitig aufgekommenen, auch übertragen verwendeten Präfixbildung inszenieren, mit dem dazugehörigen Verbalsubst.
Inszenierung F. (-; -en); im früheren 20. Jh. vereinzelt die subst. Ableitung Szeniker
‘Dramatiker; jmd., der Theaterstücke inszeniert’. b Von daher seit Mitte 18. Jh., verknüpft mit der Vorstellung des Bühnenmäßigen, Bild- und Ausschnitthaften, auch in
der heute seltenen Bed. ‘Aussicht, Ansicht, (malerischer) Anblick; Bild, Gemälde’ (idyllische, ländliche Szene), bes. im Naturbereich (Natur-, Wolken-, Gebirgsszene);
vgl. → Szenerie a. c In neuester Zeit, wohl unter engl./amerikan. Einwirkung, für
‘(einem Betrachter, Zuschauer sich mit typischen Merkmalen darbietendes) soziales,
kulturelles Milieu (in dem sich etwas Aktuelles, für die jeweilige Gegenwart Charakteristisches abspielt, ereignet); Gesamtheit von Aktivitäten, Tendenzen, Strömungen,
Erscheinungen auf einem bestimmten (aktuellen) Gebiet’ (Terroristen-, Wahlkampf-,
Pop-, Drogenszene).
2a Seit Mitte 16. Jh. vereinzelt, seit Mitte 18. Jh. häufiger nachgewiesen als bühnentechnischer und dramaturgischer Fachausdruck in der Bed. ‘Auftritt, Bild’ zur Bezeichnung
des dem Akt untergeordneten kleinsten Bauelements des Dramas, das zeitlich durch das
Auf- und Abtreten der handelnden Personen begrenzt und häufig mit einem Ortswechsel (vgl. 1a) verbunden ist, im weiteren Sinne auch für ‘(in sich abgeschlossener)
dramatischer Vorgang, Ablauf; Geschehen in einem Auftritt’, auch in den Syntagmen
eine Szene proben, drehen und in Zss. wie Bühnen-, Film-, Massen-, Verwandlungs-, Wiedererkennungs-, Schlußszene; Szenenapplaus ‘Beifall auf offener Szene,
mitten im Auftritt, den Spielablauf unterbrechender Applaus’ und Szenenfolge ‘fortlaufende Reihe von Szenen’. b Von daher seit Mitte 18. Jh. auf (in sich abgeschlossene)
Vorgänge des menschlichen Lebens übertragen im Sinne von ‘(bewegender) Vorgang,
Vorfall, Ereignis, Hergang; (überraschendes) Erlebnis’, vereinzelt auch für ‘Situation,
Lage’, in Syntagmen wie erschütternde, turbulente, peinliche Szene. c Seit frühem
19. Jh. verbunden mit der Vorstellung des Dramatisch-Theatralischen und öffentliches
Aufsehen Erregenden in der meist pejorativ verwendeten Bed. ‘Auseinandersetzung,
heftiger Wortwechsel, Zank, Streit, Krach’ (Familien-, Eheszene), bes. im Syntagma
jmdm. eine Szene machen ‘jmdm. heftige, laute Vorwürfe machen, mit jmdm. eine
Auseinandersetzung haben, mit jmdm. streiten; einen stürmischen Auftritt herbeiführen’.