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Deutsches Fremdwörterbuch
Szene
1. Aufl. Band 4 (Kirkness u. a. 1978)
F. (-; -n), seit früherem 16. Jh. nachgewiesen, über lat. sc(a)ena ‘Schaubühne; Weltbühne, große Welt, Öffentlichkeit; Schauplatz, Feld der Tätigkeit; Schaugepränge; äußerer Anblick, Erscheinung; Hergang, Lage’ zurückgehend auf griech. σκηνή ‘Zelt, Laube, Hütte; Bühne’, bis ins 18. Jh. auch in der lat. (flekt.) Form; 1a in der Bed. ‘(Schau-)Platz der Handlung eines Theaterstücks auf der Bühne’, auch ‘Bühne; Bühnen­aufführung’ und mit dem Bild des wie ein Theaterstück ablaufenden menschlichen Lebens verknüpft im Sinne von ‘Schauplatz, -spiel des Lebens; Lebens-, Weltbühne’, bes. in der Zs. Szenenwechsel ‘Wechsel, Veränderung des Schauplatzes, der Szenerie (mit Umstellung der Kulissen)' und bildlich für ‘(Ver-)Änderung der Sachlage, Situation; Umschwung’; häufig in Syntagmen wie in Szene gehen ‘aufgeführt werden; stattfinden’, auf offener Szene ‘während einer Theateraufführung’ und ‘während eines sich in der Öffentlichkeit abspielenden Vorgangs oder einer Veranstaltung; in aller Öffentlichkeit, vor allen Leuten’, hinter der Szene ‘hinter der Bühne, hinter den Kulissen’ und ‘verdeckt, unsichtbar, verborgen (agierend)', etwas in Szene setzen ‘(ein Stück) zur Aufführung bringen, inszenieren’ und ‘etwas anregen und zur Durchführung bringen, etwas effektvoll ablaufen lassen, etwas künstlich und planvoll herbeiführen, arrangieren, geschickt vorbereiten, groß herausstellen’, sich in Szene setzen ‘sich auffällig benehmen, um beachtet zu werden, sich wirkungsvoll zur Geltung bringen, in den Vordergrund drängen; Eindruck machen’ und die Szene beherrschen ‘im Mittel-, Blickpunkt, Blickfeld stehen, das Interesse der Öffentlichkeit erregen, die führende Rolle spielen, dominieren’. Dazu im späten 19. Jh. die verbale Ableitung szenieren ‘in Szene setzen; zur Aufführung bringen’, verdrängt von der gleichzeitig aufgekommenen, auch übertragen verwendeten Präfixbildung inszenieren, mit dem dazugehörigen Verbalsubst. Inszenierung F. (-; -en); im früheren 20. Jh. vereinzelt die subst. Ableitung Szeniker ‘Dramatiker; jmd., der Theaterstücke inszeniert’. b Von daher seit Mitte 18. Jh., verknüpft mit der Vorstellung des Bühnenmäßigen, Bild- und Ausschnitthaften, auch in der heute seltenen Bed. ‘Aussicht, Ansicht, (malerischer) Anblick; Bild, Gemälde’ (idyllische, ländliche Szene), bes. im Naturbereich (Natur-, Wolken-, Gebirgsszene); vgl. → Szenerie a. c In neuester Zeit, wohl unter engl./amerikan. Einwirkung, für ‘(einem Betrachter, Zuschauer sich mit typischen Merkmalen darbietendes) soziales, kulturelles Milieu (in dem sich etwas Aktuelles, für die jeweilige Gegenwart Charakteristisches abspielt, ereignet); Gesamtheit von Aktivitäten, Tendenzen, Strömungen, Erscheinungen auf einem bestimmten (aktuellen) Gebiet’ (Terroristen-, Wahlkampf-, Pop-, Drogenszene).
2a Seit Mitte 16. Jh. vereinzelt, seit Mitte 18. Jh. häufiger nachgewiesen als bühnentech­nischer und dramaturgischer Fachausdruck in der Bed. ‘Auftritt, Bild’ zur Bezeichnung des dem Akt untergeordneten kleinsten Bauelements des Dramas, das zeitlich durch das Auf- und Abtreten der handelnden Personen begrenzt und häufig mit einem Ortswech­sel (vgl. 1a) verbunden ist, im weiteren Sinne auch für ‘(in sich abgeschlossener) dramatischer Vorgang, Ablauf; Geschehen in einem Auftritt’, auch in den Syntagmen eine Szene proben, drehen und in Zss. wie Bühnen-, Film-, Massen-, Verwand­lungs-, Wiedererkennungs-, Schlußszene; Szenenapplaus ‘Beifall auf offener Szene, mitten im Auftritt, den Spielablauf unterbrechender Applaus’ und Szenenfolge ‘fortlaufende Reihe von Szenen’. b Von daher seit Mitte 18. Jh. auf (in sich abgeschlossene) Vorgänge des menschlichen Lebens übertragen im Sinne von ‘(bewegender) Vorgang, Vorfall, Ereignis, Hergang; (überraschendes) Erlebnis’, vereinzelt auch für ‘Situation, Lage’, in Syntagmen wie erschütternde, turbulente, peinliche Szene. c Seit frühem 19. Jh. verbunden mit der Vorstellung des Dramatisch-Theatralischen und öffentliches Aufsehen Erregenden in der meist pejorativ verwendeten Bed. ‘Auseinandersetzung, heftiger Wortwechsel, Zank, Streit, Krach’ (Familien-, Eheszene), bes. im Syntagma jmdm. eine Szene machen ‘jmdm. heftige, laute Vorwürfe machen, mit jmdm. eine Auseinandersetzung haben, mit jmdm. streiten; einen stürmischen Auftritt herbeiführen’.

Belege

zu Szene 1a (33)
Büllinger 1533 Lucretia u. Brutus 110
Vnd so wir wend kein scenam han / So lond wir ouch den vrhab stan / Der züchtiglich hie ist erzellt / Vnd sunst on wuͦst thum wer gestellt / So man haͤdt gspilt dlichtfertigkeit / Der Edlen taͤntz, vnd uͤppigkeit. / Wie man nun soll diss spil verstan;
Golius 1579 Onomasticon 58
Scenae, die hütten deren die im Spiel seind;
Stimmer 1580 (Mauermann 1911 Bühnenanw. 64)
Sy ziehen sampt­lich auff, get Jeder person in sin scena;
1630 Tragi Comödia (Englische Komödianten 238)
Hier muß einer ein wenig gar sachte in der Scene singen;
ebd. 240
(Als sie den Satyr ersihet leufft sie also bald davon, er folget ihr) Ach Unglück. (In der Scene ruffet sie) O Hülffe, Hülffe;
Dürer 1668 Lauf d. Welt 2
diese alle mit einander haben nur etwan einmahl oder zum höchsten zweymahl in ihrer Lebenscomödie die scenen verändert;
1702 Europ. Fama 1061
daß sich die Scene bald wiederum ändern könne;
Hederich 1743 Antiqu.-Lex. 2450
Scena war ein Theil eines Theatri, worauf insonderheit die Actores, oder Spieler einer Comoedie, oder Tragoedie ihr Wesen hatten;
Lessing vor 1781 (VII 47)
von uns Franzosen, sagt er, hätten die Griechen ... die grosze kunst, die auftritte untereinander so zu verbinden, dasz die scene niemals leer bleibt (DWB);
ebd. VII 210
dasz eigentlich die scene bald in dem zimmer der königinn, bald in dem oder jenem saale ... musz gedacht werden (DWB);
Weinlig 1784 Rom II 85
Entdeckung der Scena des Theaters der Stadt Herkulanum;
Smollet 1785 P. (Übers.) I 10
Eintritt in eine Scene des Lebens, worauf er ganz fremd war;
Uz vor 1796 (66)
der tod verändert nur die scene des lebens (DWB);
Schiller vor 1805 (II 274)
Auf dem ... Gerüst der Scene wird eine Idealwelt aufgethan (KEHREIN);
ebd. IV 180
Die Scene ist das griechische Lager in Aulis, vor dem Zelt Agamemnons (KEHREIN);
ebd. VI 216
Die Scene ist in den drei ersten Aufzügen zu Pilsen, in den zwei letzten zu Eger (KEHREIN);
ders. vor 1805 (II 3)
die Isabelle des Molière ist fast immer auf der scene (DWB);
Müller vor 1817 (II 34)
die hintere scene des menschlichen lebens (DWB);
Wolff 1823 Pflicht I 8
Jude, ausserhalb der Scene [als Bühnenanweisung];
Tieck 1826 Neue u. vornehme Redensarten (Krit. Schr. IV 96)
in Scene gesetzt;
Hegel 1835 Ästhetik II 513
Das erste, was wir bestimmter für sich herausheben können, betrifft die poetische Seite als solche des dramatischen Werks, unabhängig davon, daß dasselbe für die unmittelbare Anschauung muß in Scene gesetzt werden;
ebd. 519
die alten Dichter sind ihr [der Einheit des Ortes] nicht in dem strikten französischen Sinne gefolgt, wie z. B. in den „Eumeniden“ des Äschylus und dem „Ajax“ des Sophokles die Szene wechselt;
1854 Prutz'Museum I 595
erfolgte In­scenesetzung der ... „Vestalin“ von Spontini;
Stahr 1857 Nach 5 Jahren I 232
Widerwille gegen allen Charlatanismus des Sichselbstinscenesetzens;
Gutzkow 1878 Longinus 88
des Sichselbst-in-Scene-Setzens;
Polenz 1887 Grabenhäger II 101
das schwei­nepack von gegnern behauptet, wir hätten beim landvolk keinen anhang, unsere ganze geschichte wäre künstlich in scene gesetzt (DWB);
ZDSprV 28 (1913) 352
Auf daß die Premiere in Szene geht;
Land 1919 Gott Vorw. VI
Welch ein Szenenwechsel des politischen Lebens von damals und heute!;
Simpson 1941 Barrings 22
das Bedürfnis, sich irgendwie ein bisschen in Szene zu setzen;
1965 Interpretationen II 12
Wie im dritten Akt findet in ihm ein Szenenwechsel statt, der den stimmungsmäßi­gen Abstand zwischen dem vierten und fünften Akt überbrückt;
Goes o. J. Gabe 32
daß die ersten Weimaraner Aufführungen ... der „Zauberflöte“ unter Goethes Mitverantwortung in Szene gingen (WDG);
FAZ 17. 3. 1970
Daß aber Thys­senrohr einen glänzenden Abgang vor dem „Szenenwechsel auf der Bühne der bedeutendsten Rohr­erzeuger der Welt“ nehmen wird;
Die Zeit 25. 11. 1977
Szenenwechsel (Überschr.) Kennzeichnend für die gegenwärtige Situation am Aktienmarkt ist die besonnene Haltung der Käufer.
zu Szeniker (2)
Lissauer 1919 Aufs. I 14
Wildenbruch ... ist der ... wirr hinstürmende Szeniker geblieben und nicht zum grandios türmenden Dramatiker aufgewachsen;
1923 Almanach d. Musikbücherei 207
der Szeniker vermochte nicht, die Aufgabe zu lösen.
zu szenieren (3)
Wallner 1874 Land 171
die sogenannten schwedischen, sehr hübsch ausgestatteten und geschmackvoll scenirten Ballets;
Gutzkow 1875 Rückblicke XI 312
[Ich] war davon [von der Vorstellung], obschon sie gut szeniert war, so wenig erbaut;
Dingelstedt 1879 Bilderbogen 57
den Faust, den Egmont ... scenirt von Ihnen auf unserer Prachtbühne.
zu inszenieren (5)
Stinde 1886 Wandertruppe 41
den Totalgenuß, den uns die neuinszenierten „Räuber“ gewähren;
Neue Passauer Presse 15. 9. 1956
Folglich inszeniert er „großes Theater“ ... und ruft stellenweise krassen ... Bildsymbolismus zu Hilfe;
FAZ 24. 1. 1970
Schiller müsse jetzt beweisen, daß er nicht nur einen „Aufschwung nach Maß“ zu inszenieren vermöge, sondern auch „Stabilität ohne Stagnation“ gewährleisten könne;
Die Zeit 25. 11. 1977
Martin Scorsese hat inszeniert, der Regisseur immerhin von „Taxi Driver“;
Mannh. Morgen 26./27. 11. 1977
Günter Krämer inszenierte August Strindbergs „Vater“ im Berliner Schloßparktheater.
zu Inszenierung (2)
Süddtsch. Ztg. 19. 1. 1950
Die letzten großen Ereignisse im Berliner Opernleben waren zwei Neuinszenierungen: „Tannhäuser“ ... und „Boris Godunow“;
Mannh. Morgen 26./27. 11. 1977
Eine Szene aus Günter Krämers Inszenierung von August Strindbergs „Vater“ im Berliner Schloßparktheater.
zu Szene 1b (25)
Zachariä 1756 Tagesz. II 12
Prächtige Scene [Sonnenaufgang] wer kann dich beschreiben?;
ebd. 1757 (9)
Die ganze schimmernde Scene funkelt den Blicken entgegen, und trinkt leuchtende Ströme von dem segnenden Lichte, das über die Felder dahinwallt;
Jacobi 1770 Sommerreise 29f.
Ich vergrösserte [in der Einbildungskraft] die Scene, rief ein feindliches Heer, liess es mit stürmender Hand den Ort erobern;
La Roche 1771 Frl. v. Sternheim 62
Scenen des Land­lebens;
Wieland 1773 Agathon II 26
Ich sah die mannigfaltigen Scenen der Natur wie mit neuen Augen an;
Goethe 1774 Werther XIX 48
Die Erinnerung einer solchen [ländlichen] Scene, wobei ich gegenwärtig war, fiel mit ganzer Gewalt bei diesen Worten über mich;
ders. 1784 Br. VI 305
Luft und Wolkenscene;
Becker 1784–86 Reise 25
als wir auf einmal bei einem kleinen Häuschen unter einem dicken, schattigen Baume eine Gesellschaft Landleute mit vielem Appetit speisen sahen. O! ihr ländlichen Szenen;
Schrank-Moll 1785 Br. I 211
Es mangelt dabey keineswegs an sanfteren Scenen, nichts kann reizender seyn, als die Aussicht, die man an den Fenstern des Schlosses ... geniesst;
Müller 1787 Waldheim II 229
Die Scene war sehr pittoresk;
Schubart 1791 Leben u. Gesinn. I 180
szenen aus Gessners idyllen hielt er der bearbeitung würdiger (DWB);
Brun 1799 Schr. I 141
durch den nächtlichen Ernst dieser Naturscene;
ebd. 1800 (III 98)
Ewig unver­geßlich werden mir Roms Abendscenen bleiben;
ebd. 1801 (IV 363)
Unbeschreiblich magisch war die Morgenszene in den stillen Fluten des Mare Chiare;
Herder vor 1803 (V 177)
die unvorbereitete kriegs- und friedensrede des Eskimaux: es ist alles in ihr bild, strophe, szene! (DWB);
Schubert 1823 Verm. Schr. I 8
in majestätischer stille rückt das unermeszliche gewölbe [des Himmels] so langsam fort, dasz wir die bewegung nicht eigentlich sehen, und doch schnell genug, um in einer nacht die malerischesten verwandlungen der szene hervorzubringen (DWB);
Goethe vor 1832 (XVI 99)
Wir phantasiren manche Stunde in ländlichen Scenen von ungemischter Glückseligkeit (KEHREIN);
Detmold 1834 Kunst 29
Szenen aus dem Volksleben;
Fallmerayer 1844 Aufs. II 225
Wanderscenen jüngster Zeit, Ergüsse unruhvollen Gemüthes, Bilder aus Berlin;
Kohl 1852 südöstl. D. II 29
die wildromantischen Gebirgs-Scenen;
Mahler 1864 Über d. Eider 183
Scenen grausigster Schlachtenerbitterung gab es hier zu schauen;
Brommy 1865 Marine 295
Kleinere Küstenfahrer – die vorsichtig das Land nie aus Sicht verlieren – beleben nun die Scene;
Springer 1868 Berlin 54
bunten Marktscenen;
Lokal-Anz. 12. 9. 1934
Was die Kriegsszenen anbelangt, so gibt es ... prachtvoll photographierte Reiter­attacken;
Mannh. Morgen 6. 7. 1976
Die arkadische Unschuld atmenden Freiluftszenen der Expressionisten wirken ... in ihrer ... Bildsprache als eine notwendige Korrektur ... eine titellose Bade­szene von Ernst Ludwig Kirchner.
zu Szene 1c (5)
Silberschmidt 1958 Entwicklung 213
die heutige amerikanische „Szene“;
FAZ 16. 2. 1971
Embolien, Wahnvorstellungen und Selbstmord in der Psychose sind Endstationen der Rauschmittelszene;
Die Zeit 9. 4. 1976
Unser Redaktionsmitglied Dieter Buhl hat die Wahl­kampfszene beobachtet;
ebd. 16. 9. 1977
Der Knast ist besser bestückt als die Szene draußen ... Die Heroinszene hat sich etabliert und breitet sich über die ganze Stadt aus. Heute hat schon jeder Bezirk seine eigene Szene;
Spiegel 3. 10. 1977
Der Spiegel hat an die dreissig Dokumentationen zum Thema des Terrorismus in Deutschland zur und aus der deutschen Terroristenszene veröffentlicht ... Die Hochschulszene – Studenten und Terror – Wohin steuern die K-Gruppen?
zu Szene 2a (39)
Gart 1540 Joseph 109
Actus Quint Quarta Scaena (Überschr.);
1630 Tragi Comödia (Englische Komödianten 193)
Actus Primus Scena I;
Harsdörffer 1640 Poet. Trichter II 73 Anm.
Ist in diesen Spielen gemein die Abtheilung derselben, als: der Vorredner, die Aufzüge, fünf Handlungen, Scenae ... und der Schluß;
J. E. Schlegel 1741 Schr. 65
Sage mir doch, welche deine schönen Scenen sind;
Hederich 1743 Antiqu.-Lex. 2450
Scena ist ein Theil eines Actus in einer Comoedie, worinne 2 oder mehr Personen mit einander redend aufgeführet werden;
Lessing 1767 Dram. (IX 220)
die darauf folgende Scene ist die hervorragendste des ganzen Stückes;
ebd. IX 359
Ihr Stück hat sehr, sehr viel kalte, langweilige, unnütze Scenen;
Riedel 1767 Theorie 69
und legt seine eigene Person ab, um mit dem Subjekte, was er bearbeitet, durch alle Scenen hindurch zu wandern;
Dreßler 1777 Theaterschule 154
Die Veränderungen der Scenen müssen auf den Wink zusammen gehen;
Sturz 1779 Schr. I 8
sie sind mit den gemälden berühmter schauspieler und schauspielerinnen behangen, welche sämtlich in wichtigen szenen ihres spiels mit vielem ausdruck vorgestellt sind (DWB);
Lessing vor 1781 (VII 201)
der ort, welcher zu anfange des akts ist, musz durch diesen ganzen akt dauern, und ihn vollends in eben derselben scene abändern ... ist die äuszerste ungereimtheit von der welt (DWB);
Caroline 1801 Br. II 74
auch ich bin ganz mit der eröffnung der szene und ihrer simplicität zufrieden (DWB);
Schiller vor 1805 (IV 293)
Scenen aus den Phönizierinnen des Euripides (KEHREIN);
Grabbe 1827 Shakespearo-Manie III 402
die Art, wie Shakespeare das Volk behandelt. Volksszenen gehören zu seiner Hauptstärke;
Goethe vor 1832 (XVIII 196)
Ein ganzes Schauspiel mit allen seinen Acten, Scenen, Charakteren und Verwicklungen (KEHREIN);
Hegel 1835 Ästhetik II 520
Shakespeare ... in dessen Tragödien und Komödien der Schauplatz sehr häufig wechselt, hatte Pfosten aufgerichtet und Zettel angeheftet, auf denen stand, an welchem Orte die Szene spielte;
A. W. Schlegel vor 1845 (60)
und wird nicht eine an sich noch so schöne scene von zuschauern ... verworfen (DWB);
ebd. 184
die ersten sechs scenen spielen in einem saale des pallastes ... diese scene ist unvergleichlich angelegt und der gipfel des ganzen (DWB);
Vischer 1847 Ästhetik VI 280
Wie wirkungsvoll hat er ... die Szene der Ermordung Geßlers behandelt;
ebd. VI 293
Die Akte teilen sich wieder in Szenen, diese in ihre einzelnen Gruppen und Situationen;
ders. 1860 Krit. Gänge N. F. I 195
Schlußscene: Straßenkampf, die Frauen voran;
Pückler vor 1871 Br. u. Tageb. IV 104
die bezauberndste szene darin ist die, wo in einer grotte im tiefsten meeres­grund rothgekochte krebse einen tanz rückwärts ausführen (DWB);
1889 Unsere Zeit I 466
spielten sich die Scenen jenes Dramas ab;
Keller 1889 Ges. W. II 147
das bild im nächsten raume stellte Hamlet den Dänen dar, aber nicht nach einer szene des trauerspiels (DWB);
Fontane vor 1898 (I 5, 25)
[die] hauptrolle ... der Hermione, von der ich vorläufig nur weisz, dasz ich eine ganze szene lang auf dem postamente stehe (DWB);
Mauermann 1911 Bühnenanw. 64
Bisweilen sind die in einer Szene handelnden Personen in einer Szenenüberschrift aufgezählt;
Reiter 1921 H. v. Kleists Art zu arbeiten (Diss. Erlangen 3)
Kleists Arbeitsweise, beleuchtet in der Hauptsache die sogenannte Keimszenentheorie, die in der Pfuelschen Überlieferung von der Aus­kleideszene der „Familie Schroffenstein“ ihren Ursprung hat. Es wird nachgewiesen, daß diese Szene unmöglich als Keim der „Schroffensteiner“ angesehen werden kann;
1926 Sittengeschichte d. Intimen 45
eine höchst dramatische Vergewalti­gungsszene [in den Nibelungen];
Lokal-Anz. 23. 8. 1933
arbeitet die Regie von Karlheinz Stroux Gestalten und Szenenführung heraus;
B. N. 8. 3. 1943
mit dauernden Szenenapplausen;
Köln. Ztg. 13. 4. 1944
Schon der Anfang war wirksam eingefädelt. Gelinde präludierend zieht ein Szenchen vorüber;
Kofler 1962 Theorie 31
Die „Erkennungsszenen“, ein wichtiges Mittel der dichterischen Handhabung der Handlung;
Hilpert 1963 Liebe 82
Ich persönlich hasse nichts mehr als den sogenannten Szenenapplaus, auf den manche Schauspieler stolz sind;
1965 Interpretationen II 12
Die stichomythischen Wechselreden gegen Ende der ersten Szene wie die stürmisch bewegte dritte Szene spiegeln in ihrem Ungestüm die Unruhe der vorhergehenden Szenen;
ebd. II 52
Jener Fehler ... wird dramatisch in der sechsten Szene des zweiten Aktes vorgeführt;
Stuttgarter Ztg. 2. 6. 1969
Ron Kellys pastellfarbener Stilwille, um lange „poetische“ Freiluftkamera­fahrten sowie ... um fitzeligen Szenenpointillis­mus bemüht, vergaloppierte sich auf den Brach­feldern der Langeweile;
FAZ 19. 2. 1971
Nachdem der Leiter des Pariser Büros des Zweiten Deutschen Fernsehens bereits dementiert hatte, „Folterszenen“ gedreht zu haben;
Die Zeit 25. 11. 1977
Aber er ist kein Schauspieler, und was man sieht, ist keine Kinoszene;
Mannh. Morgen 12. 12. 1977
„Guevara oder Der Sonnen­staat“ von Volker Braun als Uraufführung in Mannheim: in der Schlußszene ... spielt Peter Rühring ... den Guevara ... „Der Wald“ heißt die Szene, die Che Guevara ... zerlumpt ... kurz vor dem Untergang zeigt.
zu Szene 2b (28)
Seegebart 1741 Tagebuch 51
änderte sich die ganze Szene [im Krieg] auf einmal;
Grecourt 1777 (II 275)
Due folgest mir, und manche Wonnescene / Erwartet uns noch in der fernen Zeit;
1783 Wiener. Musenalmanach 19
Das Mädchen sich an den Verräther ergab, Da kömmt der Verrathne zurük: – O welch eine Szene!;
Matthison 1786 Rheinfahrt II 74
Scenen und Situationen;
Beck 1788 D. Herz behält s. Rechte 12
ich war zu weit von der szene entfernt, und in meiner besorgnis sah ich nichts als ihren unfall (DWB);
Heinse 1795–96 Hohenthal VI 163
Die ausserordentliche Scene hatte die Gäste im Wirthshause um sie versammelt;
1797 Nuditäten 30
Er blickt ihr zärtlich in's Gesicht / Fasst ihre Schwa­nenhand und spricht: „O trocknen sie, die Kummerthränen / Verlieren kann die Schönheit nicht“. Dies ist der Anfang einer Scene / Wo er der Rose Knospe bricht;
Schiller vor 1805 (VIII 34)
so lange Maximilian lebte, genossen sie einer vollkommenen duldung ... unter seinem nach­folger änderte sich die scene (DWB);
Schopenhauer 1823–26 Tageb. 13
Abschiedsscene zu erleben;
Goethe vor 1832 (X 151)
Wenden Sie ihre Gedanken von diesen traurigen Scenen (KEHREIN);
Immermann vor 1840 (I 159)
bei den an­strengungen, die wir solcherweise machten, fielen die lächerlichsten scenen vor (DWB);
Forster 1843 Sämtl. Schr. VII 158
es gibt eine aufklärung über gewisse szenen im menschlichen herzen, die sehr demüthigend für alles, was menschliche grösze heiszt, sein musz (DWB);
Ehrlich 1858 Abenteuer I 17
Keine Schwachheiten ... keine weinerlichen Scenen;
Gutzkow 1861 Zauberer IX 71
hatte seine Gemahlin in einer „Szene“ mit dem Cardinal überrascht;
Dincklage 1870 Gesch. II 141
In Romanen und auf der Bühne greifen die entlarvten Intriguantinnen zu einer Ohnmacht oder zu einem Zornanfall; es giebt gewisse Ver­ständigungsarten, die ihres summarischen Ver­laufes wegen unter allen Umständen „Scenen“ heißen;
Winterfeld um 1880 Gr. 26
Da kam mir aber die Scene im Königlichen Schloß wieder in den Sinn;
Gottschall 1885 Totenkl. 216
Treibhaus­scenen der Liebe;
Walloth 1887 Praxis 32
sie wollte sich, wie von einer peinlichen Marterscene, abwenden;
Land 1890 Gott 172
war zufällig Zeuge einer Strassenszene, bei der das Mädchen von seinem Zuhälter beinahe totgeschlagen wurde;
Heinroth 1906 Enttäuschungen II 35
Ihm graute vor einer Rührszene;
Zukunft 64 (1908) 33
Rüpel­szenen, wie man sie mit niedrigem Küchenge­würm erlebt;
Schmitz 1913 Frauen 98
intime Szene;
Klein 1925 Generaldirektor o. S.
Hatte sie am Ende die ganze Szene herbeigeführt;
Werfel 1929 Abituriententag 40
die peinliche Szene;
Berl. Illustr. Nachtausg. 22. 2. 1933
ich war soeben Zeuge der Szene, die Sie im Omnibus erlebt haben;
Die Zeit 16. 1. 1976
Eine zeremonielle Szene, Ansätze von Lustigkeit schienen ebenso beim Tier wie beim Major vorhanden zu sein;
Mannh. Morgen 3./4. 7. 1976
Claudia entnahm ihrer Handtasche ein Zigarettenetui und hielt es dem Captain hin. „Was meinen Sie, wie oft ich diese Szene schon erlebt habe!“;
Die Zeit 25. 11. 1977
Irgendwelche tieferen Beziehungen zwischen den Szenen auf der Bühne und den Szenen draußen auf den Straßen lassen sich nicht entdecken ... Der Brand hat wirklich stattgefunden, 1944, irgendwo in New York. Die Szene beobachtet und photogra­phiert hat Arthur Fellig ... Jagdszenen auf der Straße.
zu Szene 2c (27)
Thümmel vor 1817 (I 180)
mäszige dich ... solche scenen sind für deine schwachen nerven zu angreifend;
Goethe vor 1832 (XX 174)
er ... fürchtete eine leidenschaftliche scene (beide DWB);
Laube 1837 Das Glück 54
es ereignete sich, was man eine Scene nennt;
1840 Urania 13
Es kam ... zu einer „Scene“ [zwischen Eheleuten];
Biedermann 1849 Erinn. 12
die Ordnung des Hauses durch allerhand Zwischenfälle, Dringlichkeitsanträge und Lärmscenen unter­brechend;
Freytag 1855 Soll u. Haben I 523
schrie er ihn, am Morgen nach der Scene mit Bernhard an;
Spielhagen 1880 Quisisana 197
[die] trotz oder vielmehr wegen ihres Stolzes, nicht zu den lästigen Weibern zu gehören schien, welche „Scenen“ machen;
Fontane 1882 Br. II 20
das ist der Grund, weshalb in vornehmern Häusern, und wenn sie wie Katz und Hund stehen, höchst selten „Szenen“ stattfinden, dagegen in Spießbürgerhäusern immer;
1887 Grenzboten I 487
Sie macht [dem Liebhaber] Szenen; er ... verlässt sie;
Perfall 1890 Liebe 18
Trotz aller Bitten, Thränen und Lärmscenen kehrte er nicht nach München zurück;
Eckstein 1895 Hartwig 377
So nötig er's hat, er wäre imstande, mir gleich eine Scene zu machen;
Fontane 1898 Zwanzig 523
Sein feiner vornehmer Sinn liess ihn jeder sogenannten „Szene“ geflissentlich aus dem Wege gehen;
Senden 1900 Tänzerin 47
weil er die Scenen mit der Baronin fürchtete;
Kahlenberg 1902 Fam. Brachwitz 14
derartige szenen hatten bei ihm immer diese wirkung [Ehestreit] (DWB);
Reck 1909 Grossmutter 14
Jeanne sagte, sie hätten eine große Szene drinnen; schließlich ging Papa fort, ohne mich mitzunehmen;
ebd. 30
Leute, die kamen und ihm Szenen machten;
Hesse 1910 Rosshalde 296
Er fürchtete, irgend eine weibliche Szene möchte ihm den Abschied von Rosshalde noch verderben;
Hocker 1910 Sonne 189
Weil ich deine Szenen satt hatte, weil ich mich vor mir selber schämte;
ebd. 202
Es war sein fester Entschluß, ihr keine Gelegenheit mehr zu einer neuen „Szene“ zu geben;
Sternheim 1915 Scharmante 16
gabs eine stürmische Auseinandersetzung, und seitdem leben wir nebeneinander her ... Es gab also eine Szene?;
ebd. 41
machte er mir eine Eifersuchts­szene;
Dichtung 1 (1918) 24
Am nächsten Tage erwartete Savezzo sie auf der Straße, um ihr eine Szene zu machen;
Grosser 1926 Mann 37
Er erklärte, daß es zu keiner Lärmszene gekommen wäre;
1928 Die Dame H. 12 42
Zwei oder drei leichtere Familienszenen während des Essens vor dem Personal sind sehr nützlich;
Lokal-Anz. 14. 3. 1933
Es gab auch sonst noch viele schlimme Szenen im Hause;
Süddtsch. Ztg. 12. 5. 1951
ist zu klug, um Pierre eine Szene zu machen;
Rinser um 1961 Mitte 251
Trotzdem gab es jeden Tag wüste Szenen, meistens zwischen der Mutter und Kitty (WDG).
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