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Folge des Iran-Kriegs Dieselpreis steigt auf Allzeithoch

Stand: 02.04.2026 • 14:45 Uhr

Die neuen Maßnahmen der Bundesregierung gegen hohe Spritpreise sind gerade erst in Kraft - und schon erreicht der Preis für Diesel einen neuen Rekordwert: 2,327 Euro kostete ein Liter am Mittwoch. Der ADAC ist nicht überrascht.

Trotz der neuen Vorgaben für Tankstellen ist der Dieselpreis in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter kletterte auf 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent, teilte der ADAC mit.

Auch für Superbenzin E10 mussten Autofahrer deutlich mehr bezahlen. Hier stieg der Preis mit 2,129 Euro pro Liter auf einen neuen Jahreshöchststand. Der ADAC kritisierte die Preiserhöhungen als unangemessen. Der Rohölpreis sei zwischen dem 31. März und dem 1. April gesunken.

"Die Sorge scheint sich zu bestätigen"

Die Bundesregierung hatte wegen gestiegener Preise zum 1. April die sogenannte Spritpreisbremse eingeführt. Seitdem dürfen Tankstellen nur noch einmal täglich ihre Preise erhöhen. Laut ADAC führte dies schon am ersten Tag zu Preissteigerungen von durchschnittlich fast acht Cent.

"Die Sorge des ADAC scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können", sagte ein Preisexperte des Autoclubs. Die Spritpreisbremse reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht. Der ADAC rief das Bundeskartellamt dazu auf, die Mineralölkonzerne "zur Mäßigung zu bewegen".

Rohölpreise steigen wegen Trump-Rede

Ein weiterer Anstieg der Spritpreise könnte bevorstehen. An den internationalen Märkten sprang der Rohölpreis während der jüngsten Rede von US-Präsident Donald Trump nach oben. Brent-Nordseeöl verteuerte sich um rund acht Prozent auf mehr als 109 Dollar pro Fass.

Für den besonders stark gestiegen Preis beim Diesel gibt es zwei Gründe: das Herstellungsverfahren und die Abhängigkeit vom Import. Europa produziert zwar Benzin und exportiert das auch, Diesel wird allerdings überwiegend fertig importiert.

Da im Iran-Krieg auch größere Raffinerien in der Golfregion zerstört oder beschädigt wurden, ist das Angebot für Diesel an den globalen Warenterminbörsen knapper geworden. Dadurch steigt der Preis.

Dazu kommt, dass für die Herstellung von Diesel-Kraftstoff ein höherer Anteil an Rohöl benötigt wird als für Benzin. Der gestiegene Ölpreis macht sich hier also besonders schnell bemerkbar.

Mit Informationen von Samir Ibrahim, ARD-Finanzredaktion.

Dieses Thema im Programm: NDR2 | Nachrichten | 02.04.2026 | 12:00 Uhr

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