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⇱ Arbeitsgruppen der Vereinigung Cockpit e.V. zur Flugsicherheit | VC


Die Flight Safety-Experten der VC

Arbeitsgruppen

In den Arbeitsgruppen der Vereinigung Cockpit engagieren sich unsere Mitglieder ehrenamtlich dafür, die Flugsicherheit auf ihrem hohen Niveau zu erhalten und, wenn möglich, zu verbessern. Die Flight Safety Experten der VC beschäftigen sich dabei mit einem breiten Spektrum von Themen, die alle Bereiche der Flugsicherheit betreffen: Dazu zählen die Gestaltung und der Betrieb von Flugzeugen, die Ausrüstung und Verfahren an Flughäfen, die Gewährleistung eines sicheren Flugablaufs, aber aber auch Fragen um die Integration von Drohnen in den Luftraum, rund um Ausbildung, Training und Lizenzen, den Umgang mit gefährlichen Gütern im Lufttransport oder die Unterstützung bei der Untersuchung von Unfällen und Zwischenfällen in der Luftfahrt. Darüber hinaus unterstützen unsere Arbeitsgruppenmitglieder ihre Kollegen und Kolleginnen bei Fragen zu Arbeits-, Dienst, Flugdienst- und Ruhezeit von Besatzungen oder in Bezug auf den Gesundheitsschutz, insbesondere beim Thema Strahlenbelastung sowie zu Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder mentale Gesundheit.

Themenübersicht

Arbeitsgruppen der VC

Die AG Accident Analysis & Prevention beschäftigt sich mit Themen rund um die Flugunfalluntersuchung mit dem Ziel, aus den gewonnen Erkenntnissen Lehren zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus in der Luftfahrt zu gewinnen. Das beinhaltet neben der Untersuchung und Aufklärung von Flugunfällen und Störfällen die Mitarbeit an der Weiterentwicklung von Regularien und Industriestandards sowie die Information über sicherheitsrelevante Themen und Trends. Darüber hinaus betreut die AG das VC-eigene Notfalltelefon und hilft betroffenen Mitglieder bei Incidents und Accidents.

Auch wenn die Mitarbeit von Berufspilotenverbänden im Regelwerk der Zivilluftfahrtsorganisation ICAO zur Flugunfalluntersuchung (Dokument Annex 13) nicht explizit gefordert wird, erheben die Vereinigung Cockpit und der internationale Pilotenverband IFALPA (International Federation of Air line Pilots Associations) einen Anspruch darauf an Untersuchungen beteiligt zu werden. Aktive Piloten können aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen einen wichtigen Beitrag zur Unfalluntersuchung leisten und die professionellen staatlichen Unfalluntersucher durch ihre Perspektive unterstützen, um die bestmögliche Aufklärung zu erreichen.  

International ist die AG AAP in den Weltpilotenverband IFALPA sowie in die europäische Pilotenvereinigung ECA eingebunden. Im Rahmen jährlicher Treffen findet ein reger Erfahrungsaustausch über Unfälle, aktuelle Entwicklungen und "Hot Topics" statt. 

Aufgrund ihrer Expertise und ihres umfangreichen Netzwerks innerhalb der weltweiten Pilotenverbände ist die AG in der Lage, Einfluss auf die Entwicklung der ICAO "Standards and Recommended Practices (SARPs)" zu nehmen sowie Anfragen von Behörden, Gremien und der interessierten Öffentlichkeit detailliert zu beantworten. 

Auf nationaler Ebene hat die AG APP des Deutsche Flight Safety Forum initiiert. Das Forum ist seit 2003 eine wichtige Diskussionsplattform zum Thema Flugunfalluntersuchung und Flugsicherheit, auf der sich die Sicherheitspiloten der deutschen Airlines und der Bundeswehr sowie die BFU, die Deutsche Flugsicherung (DFS) und Vertreter der Vereinigung Cockpit austauschen. 

Die AG Aircraft Design & Operation beschäftigt sich mit der Gestaltung von Flugzeugen und deren Betrieb, um das Arbeitsumfeld von Piloten zu optimieren. Dabei werden auch Umweltaspekte berücksichtigt. Ihr Ziel ist die Steigerung der Flugsicherheit.

Die Arbeit der AG ADO lässt sich unter den Oberbegriffen "Konstruktion" und "Flugbetrieb" zusammenfassen:

  • Der Bereich Konstruktion umfasst dabei alle Aspekte des Flugzeugbaus (z.B. Flugverhalten, Zertifizierungsanforderungen, Triebwerksbau, Emissionen), der Flugzeugsysteme (z.B. Fluginstrumente, Pilotenassistenzsysteme, Bordsysteme) und Einbauten (z.B. Cockpitsicherung, Crew-Ruhebereiche, Notausgänge).
  • Im Bereich Flugbetrieb findet man u.a. An- und Abflugverfahren, Leistungsberechnung oder andere operationelle Verfahren.

Die Arbeit der AG ADO beginnt schon mit der Einbindung in die Grundlagenforschung: Durch enge Kontakte zu verschiedenen akademischen Forschungseinrichtungen, z.B. dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wo Trends früh erkannt und neue Ideen gefördert werden. VC-Experten bringen hier auch ihre Perspektive bezüglich der Praxistauglichkeit von Projekten ein.

Aufgrund guter Kontakte zu den Herstellern begleitet und kommentiert die AG ADO darüber hinaus auch die Entwicklungen bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und ATR.

Auf verbandsübergreifender Ebene ist die Arbeitsgruppe sowohl auf europäischer Ebene in den entsprechenden Gremien der ECA (European Cockpit Association) als auch auf internationaler Ebene in der IFALPA (International Federation of Airline Pilots‘ Association) vertreten. Mitglieder der ADO arbeiten direkt bei Gesetzgebungsprozessen der ICAO und EASA mit.

Weitere Arbeitsbereiche der AG ADO befassen sich mit flugbetrieblichen Verfahren und Standards sowie der Integration und Anwendung neuer Technologien. Darunter fallen beispielsweise Themen wie IT-Sicherheit an Bord, unbemannte Flugsysteme, Fragen der Nachhaltigkeit oder neue Antriebskonzepte.

Die AG Airport & Ground Environment beschäftigt sich mit der kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit an Flughäfen und in deren unmittelbarem Nahbereich. In diesem Zusammenhang werden die Verfahren und die Sicherheitsausrüstung der deutschen Verkehrs- und Regionalflughäfen untersucht.

Zu den Aufgaben der AG zählen u.a. der VC-Flughafencheck, in dessen Rahmen die deutschen Flughäfen seit 1978 auf ihre Sicherheitsausstattung überprüft werden. Die AG AGE untersucht und beurteilt die Flughäfen dabei jährlich anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs. Die Experten der AG AGE stehen mit vielen Flughäfen in engem persönlichem Austausch und bringen die Perspektive und praktische Erfahrung von Piloten in Sicherheitsfragen rund um die Flughafenausrüstung ein. 

Zu den weiteren wichtigen Themen der AG AGE zählen die Sicherheit auf den Bahnen (Runway Excursions &Incursions), Rescue & Fire Fighting sowie Wildlife Hazards.

Neben der engen Zusammenarbeit mit vielen Flughäfen, arbeitet die AG AGE zur Verbesserung der Flugsicherheit auch mit Fluggesellschaften, Behörden, Flugzeugherstellern, biologischen Instituten und anderen Verbänden zusammen.

Zu den weiteren Arbeitsbereichen der AG AGE zählen:

Sicherheit auf der Bahn

Am Boden ist die Start- und Landebahn, die sogenannte Runway, das sensibelste Sicherheitselement des Luftverkehrs. Immer wieder kommt es zu Runway Excursions und Incursions.

Während es sich bei Runway Excursions um Fälle handelt, bei denen ein Flugzeug unbeabsichtigt die Bahn verlässt, liegt eine Runway Incursion vor, wenn ein Luftf(f zu viel)- oder Bodenfahrzeug unberechtigt unberechtigt(zu viel) auf eine Runway aufrollt beziehungsweise in deren Schutzbereich eindringt.  

Auch wenn Runway Incursions selten zu Unfällen führen, besitzen sie das Potential für katastrophale Folgen, wie z.B. der Unfall von Teneriffa Nord 1977 mit 583 Todesopfern. Jährlich kommt es gemäß ICAO zu ca. 3 Unfällen mit ca. 4 Todesfällen. Demgegenüber stehen z.B. allein in den USA im Jahr 2023 1756 gemeldete Runway Incursions.

Die Wahrscheinlichkeit solcher Vorfälle kann durch eine Reihe von Maßnahmen reduziert werden. Bereits in der Planungsphase kann man Flughäfen so anlegen, dass Betriebspisten nicht gekreuzt werden müssen. Ist ein Flughafen schon gebaut, kann man durch Lichtzeichen (Runway Guard Lights,  Stopbars bei Tag und Nacht ) oder Bodenmarkierungen (No-Entry Markierungen, Haltebalken) die Aufmerksamkeit der betroffenen Personen auf die vor ihnen befindliche Start-/Landebahn lenken.“

Runway Excursions haben zwar selten Todesfälle zur Folge, geschehen allerdings gemäß ICAO ca. 10 mal pro Jahr. Der Anteil der Runway Excursions bliebt bei steigenden Verkehrszahlen und trotz verbesserten Sicherheitssystemen wie Umkehrschub, Antiblockiersystemen oder der präziseren Berechnung der Landing Performance in den letzten Jahren annähernd gleich. Durch die Häufigkeit der Unfälle ist es nicht minder wichtig die von der ICAO empfohlenen 240m Runway End Safety Areas (RESA) zur Verfügung zu stellen und Cockpitbesatzungen über die Relevanz von z.B. stabilisierten Anflügen oder die Nutzung von EMAS zu schulen.
 

Rescue & Fire Fighting

Ein Großteil der Zwischen- und Unfälle im Luftverkehr ereignet sich im direkten Umfeld der Flughäfen. Eine ständig einsatzbereite und gut ausgerüstete Flughafenfeuerwehr stellt einen wichtigen Sicherheitsbaustein dar. Aus diesem Grund setzt sich die AG für einen hohen Standard der Flughafenfeuerwehren ein.   

Ein Beispiel der erfolgreichen AG Arbeit ist die Implementierung einer „Feuerwehrfrequenz“ in Deutschland. Diese direkte Funkverbindung zwischen Piloten und Flughafenfeuerwehr ermöglicht es, wichtige Informationen direkt zwischen den Beteiligten auszutauschen und damit wertvolle Zeit zu sparen. Um die Situation außerhalb des Flugzeugs besser einzuschätzen zu können, ist die Crew auf Informationen von außen durch die Feuerwehr angewiesen, die über Funk ihre Lageeinschätzung direkt mitteilen kann. Rettungsmaßnahmen und Flugzeugevakuierungen können dadurch besser abgestimmt und koordiniert werden.

Wildlife Hazard

Immer wieder kommt es zu kritischen Begegnungen zwischen Luftfahrzeugen und Tieren. Nicht nur Vögel und Fledermäuse stellen eine potenzielle Gefahr dar, sondern auch am Boden lebende Tiere wie Hirsche, Wildschweine oder Hasen. Trotz moderner Composite-Materialien, vogelschlagsicheren Triebwerk-Spinnern oder beheizten Cockpitscheiben gibt es bislang keinen effektiven technischen Schutz vor Wildtierschlägen am Luftfahrzeug.

Aus diesem Grund betrachtet die AG die Flughäfen genauer und versucht durch ein individuell angepasstes Biotopmanagement die biologische Flugsicherheit zu verbessern. Dazu zählen neben Maßnahmen wie der Errichtung von Wildtierzäunen, Anbringung von Spikes auf Schildern und Gebäudeteilen, Bejagung durch Falkner oder der Pflege bebauter wie unbebauter Flächen, ebenso ein Schnittmanagement der Wiesenflächen, avifaunistische und geologische Biotopanalysen, ein Gewässer- und Müllmanagement sowie der Einsatz von Verschreckungssystemen wie z.B. Lichtblitze, Laserkanonen und pyrotechnische Systeme.

Die AG ATS beschäftigt sich mit allen Themen, die rund um einen sicheren Flugablauf von Bedeutung sind. Dazu zählen die Bereiche Air Traffic Management, Communication, Navigation, Surveillance, Air Traffic Control, Aeronautical Charts und Meteorology.

Das Ziel der AG ATS ist es, diese Dienste gemäß den Anforderungen und Bedürfnissen von Piloten zu optimieren und aktiv mitzugestalten, um damit die Sicherheit im Luftverkehr zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die AG in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien eingebunden, die Einfluss auf die dazu nötigen regulatorischen Prozesse nehmen. Die Experten der AG ATS arbeiten u.a. im europäischen Pilotenverband (ECA), dem Weltpilotenverband (IFALPA)  sowie der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) mit und entwickeln weltweit harmonisierte Richtlinien und Positionspapiere.

Zu den Arbeitbereichen der AG ATS zählen u.A. die Themen:

  • Air Traffic Management (ATM): Überwachung der Slot- und Delay-Situation in Europa sowie der zukünftigen Entwicklung des Europäischen Luftverkehrs durch die Mitarbeit im Eurocontrol Network Operation Team (NETOPS).
  • Communication (COM): Mitwirkung bei der Einführung neuer Sprechfunkverfahren (Bsp. "climb via SID/descent via STAR“), u.a. durch die Teilnahme an der AG Sprechfunk des Bundesamtes für Flugsicherung.
  • Navigation (NAV): Begleitung der Einführung von Performance Based Navigation (PBN) als Mitglied in Arbeitsgruppen der ICAO (PBNSG) und Eurocontrol (NSG).
  • Surveillance (SUR): Mitarbeit im ICAO Surveillance sowie Separation and Airspace Safety Panel, in denen unter anderem technische wie auch operationelle Aspekte der Flugwegüberwachung behandelt werden, z.B. basierend auf ADS-B.
  • Air Traffic Control (ATC): Beteiligung an der Luftraumabstimmung in Deutschland (insbesondere Lufträumen), Mitglied in der Aircraft Proximity Evaluation Group (APEG) und enger Austausch mit der DFS, sowie den nationalen und internationalen Fluglotsenverbänden über bestehende als auch neue Systeme und Verfahren, wie z.B. Remote Tower.
  • Aeronautical Charts (MAP): Austausch mit Kartenanbietern sowie der DFS (AIP) über Verbesserung des Kartenmaterials für Piloten als Endnutzer. 
  • Meteorology (MET): Die Untergruppe Wetter befasst sich neben Themen des klassischen Flugwetters (Bsp. besseres Wetterbriefing und Vorhersagen) auch mit Phänomenen wie Vulkanasche und Space-Weather und deren Auswirkung auf den Luftverkehr.

Mitschnitt Webinar “Understanding the ATS Work Programme”

Das Video beleuchtet die verschiedenen Gremien und Aktivitäten des IFALPA ATS Commitees, vor allem die ICAO/globale Ebene, und stellt einen sehr guten Überblick über die Inhalte der AG-Arbeit dar.

Die AG DAS setzt sich für ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen Vertrauens im Cockpit ein und versucht die Vielfalt der Gesellschaft im Arbeitsumgebung von Piloten und Pilotinnen abzubilden. Dabei beleuchten sie Themen wie Diskriminierungsfreiheit, Geschlechtergleichstellung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mentale Gesundheit und vieles mehr. Ziel ist es, eine vielfältigere und inklusivere Luftfahrtbranche zu schaffen.

Die Themen der AG DAS lassen sich grob in die Bereiche mentale Gesundheit, Diversität und soziale Aspekte einteilen.

Die AG DAS engagiert sich dabei nicht nur auf nationaler Ebene, sondern ist auch über die European Cockpit Association (ECA) und die International Federation of Airline Pilots (IFALPA) eingebunden und in Kooperationen mit Partnerverbänden wie dem deutschen Führungskräfte Verband (ULA) und dem deutschen Beamtenbund (dbb) tätig.

Der Arbeitsbereich der AG DAS umfasst konkret die Themen 

  • Mentale Gesundheit
    Hierbei konzentriert sich die Arbeit der AG DAS auf die Förderung und den Schutz der mentalen Gesundheit aller im Cockpit tätigen Personen. Ziel ist es, Mechanismen und Ressourcen zu entwickeln und zu fördern, die dazu beitragen, psychische Belastungen im beruflichen Umfeld zu reduzieren und das psychische Wohlbefinden zu stärken. Dazu steht die AG u.a. in einem regelmäßigen Austausch mit den deutschen Peer Support Programmen ("Round Table Mental Health").
  • Diversität
    Die AG DAS setzt sich für eine vielfältige, inklusive und sozial gerechte Luftfahrtbranche ein. Nach wie vor gibt es nur wenige Frauen im Cockpit. Daher ist es ein Ziel der AG DAS, die Sichtbarkeit von Pilotinnen zu erhöhen sowie (junge) Frauen und Mädchen für den Beruf zu begeistern. Die AG DAS möchte eine Arbeitsumgebung erreichen, die Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten, Ethnien, Kulturen, Nationalitäten, geschlechtlicher Identitäten und sexueller Orientierungen willkommen heißt und schätzt. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Bewusstsein aller Beteiligten zu grenzachtendem und inklusivem Umgang.
  • Soziales
    In diesen Themenbereich fallen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Pflege und Beruf, Schwangerschaft und Beruf sowie dem Übergang in die Rente, sozialer Folgen von Fluguntauglichkeit, und Human Trafficking ("Menschenhandel").

Die AG FTL beschäftigt sich mit den Vorschriften, in denen Arbeits-, Dienst, Flugdienst- und Ruhezeit von Besatzungen festgelegt sind. Diese Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Richtlinien sollen gewährleisten, dass ein Flug unter dem Aspekt der psychischen und physischen Belastung seiner Besatzung sicher durchgeführt wird – die Grundlagen entspringen einer Sicherheitsverordnung, in den letzten Jahren zunehmend auch einer Sozialverordnung (europäische Harmonisierung) - und bilden zugleich auch die Basis, auf die Tarifpolitik der VC aufbaut.

Zu den Hauptaufgaben der AG gehört die Betreuung geltender und die begleitende Entwicklung neuer Vorschriften zu Flugdienst- und Ruhezeitenregelungen. In diesem Bereich bietet die AG den VC-Mitgliedern umfangreiche Beratung und steht im Austausch mit einschlägigen Aufsichtsbehörden und Ministerien.

Darüber hinaus beschäftigt sich die AG FTL mit den Grundlagen und Auswirkungen im aktuellen Themenbereich Fatigue Risk-Alertness Management, zu dem sie auch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Seminar anbietet.

Zu den konkreten Aufgaben in den Hauptarbeitsbereichen der AG FTL gehören:

Themenbereich Vorschriften zu Flugdienst und Ruhezeiten:

  • Hilfestellung gegenüber den Mitgliedern im Umgang mit FTL - Problemen
  • Betreuung von Anfragen
  • Prüfung von Einsätzen
  • Computer-Programm zur Analyse von Einsätzen
  • Unterstützung des Vorstands in fachspezifischen Fragen
  • Führung des Fachdialogs mit den Aufsichtsbehörden in Deutschland und Europa
  • Führung des Fachdialogs mit dem verordnungsgebenden Ministerium 
  • Neue Entwicklungen der sich aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen wandelnden Belastungs- bzw. Einsatzszenarien

Themenbereich Grundlagen und Auswirkungen im aktuellen Themenbereich Fatigue Risk – Alertness Management

  • Evaluierung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Europäische Harmonisierung in Arbeitszeitordnung und Sozialordnung
  • Seminar/Training zum Alertness Management in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
  • Unterstützung der berufs- und tarifpolitischen Arbeit der VC in diesem Thema 

Weitere Aufgaben der AG FTL:

  • Entwicklung einer harmonisierten Europäischen Gesetzgebung zur Regelung von Flugdienst und Ruhezeiten unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse, ohne dabei den Blick auf wirtschaftliche Erfordernisse zu verlieren.
  • Implementierung der EU-OPS, insbesondere des Subpart Q und der zugehörigen deutschen Ausführungsbestimmung, die teilweise in der 1.DV LuftBO zusammengefasst sind, sowie der Entwicklung von Vorschriften zur Durchführung von Flügen mit einer Dienstzeit für die Besatzungen von über 18 Stunden (Ultra Long Range Operation – ULR).
  • EASA-Ops Rulemaking Phase
  • Entwicklung und Durchführung eines CRM-Seminars Fatigue Risk – Alertness Management

Die AG HEL bündelt und vertritt die Interessen der deutschen Berufs- und Verkehrshubschrauberführer in Sachen Berufspolitik und Flugsicherheit auf nationaler und internationaler Ebene. Hierzu steht sie in engem Kontakt zu den anderen AGs der VC, um bei gemeinsamen Problemen, wie z.B. Vogelschlagrisiko oder Laserblendung, einen möglichst guten Informationsfluss zu gewährleisten.

Vertreter der AG HEL sind bei den europäischen und weltweiten Pilotenvereinigungen (ECA und IFALPA) in den entsprechenden Arbeitsgruppen präsent und versuchen hierdurch, die Gesetzgebung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA und der internationalen Zivilluftfahrtsorganisation ICAO im Interesse der deutschen Hubschrauberpiloten zu beeinflussen.

Die AG LEG befasst dich mit Fragen der Interpretation und Anwendung bestehender und neu zu schaffender Rechtsnormen in der Luftfahrt. Dabei steht das Rechtsgebiet Luftrecht im Mittelpunkt, was sich ausschließlich mit Luftfahrt beschäftigt.

Die AG Occupational Health & Medicine befasst sich mit Themen rund um den Schutz der Gesundheit von Flugbesatzungen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf kontaminierter Kabinenluft bei sogenannten Fume Events. Ziel ist es, die Mitglieder der VC gegenüber etwaigen Fume Events vorzubereiten, im Ernstfall über das Notfalltelefon Hilfestellung zu leisten und an den wissenschaftlichen Untersuchungen bezüglich der Schädlichkeit von kontaminierter Kabinenluft auf den Menschen mitzuwirken. Der zweite Schwerpunkt ist der Strahlenschutz von Flugbesatzungen. Hierbei stehen die Interpretation und Umsetzung der Strahlenschutzverordnung in den Flugbetrieben in Deutschland sowie Fragen zur Belastungsprävention im Vordergrund. Ziel der Arbeit ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen des Strahlenschutzes im Hinblick auf das fliegende Personal aufzubereiten, eigenverantwortliche Schutzmaßnahmen durchzuführen sowie in Politik und Verwaltung auf die speziellen Strahlenschutzprobleme des fliegenden Personals aufmerksam zu machen.

Die AG QUAT kümmert sich um die Themen Auswahl, Ausbildung, Training und Lizenzangelegenheiten.

Unter anderem dreht sich die Arbeit der AG z.B. um die Fragen, welche Voraussetzungen und Fähigkeiten Piloten der nächsten Generation brauchen, welche Trainingsmethoden und -geräte zukünftig eingesetzt werden sollen oder welchen Stellenwert E-Learning in der Pilotenausbildung haben sollte. Die AG QUAT überprüft darüber hinaus die Inhalte der Pilotenausbildung auf ihre Aktualität und betrachtet, wie sich das Berufsbild Pilot in der Gesellschaft verändert. Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich der AG QUAT betrifft die Frage nach der Bedeutung des manuellen Fliegens in den modernen hochautomatisierten Cockpits.

Die Experten der AG QUAT stehen für Anfragen zu Lizenzen, Berufseinstieg und Flugschulen sowie zum Thema Pilotenmarkt zur Verfügung und vertreten die VC dazu auf verschiedenen Berufs- und Fachmessen sowie auf Kongressen und Symposien wie dem Deutscher Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) oder dem Symposium des Forschungsnetzwerks Verkehrspilotenausbildung (FHP). 

Auf europäischer und internationaler Ebene arbeitet die AG QUAT mit der European Cockpit Association (ECA) und der International Federation of Airline Pilots (IFALPA) eng zusammen.

Die Themen der AG QUAT

Hot Topics

  • CBTA (Competency Based Training and Assessment)
  • EBT (Evidence Based Training)
  • RCO (Reduced Crew Operation) 

Strategical Topics

  • MPL (Multicrew Pilot Licence)
  • Berufsbild Pilot
  • Basic Flying
  • Lernmethoden und neue Technologien im Training

"Cold" Topics

  • Cost Shared Flights
  • PBN (Performance Based Navigation)
  • Interoperability

Human Factors und CRM

  • CRM (Crew Ressource Management)
  • Human Factors Buch
  • HF Training und Assessment  

Zusammenarbeit

  • Deutschland
    • DLRK (Deutscher Luft- und Raumfahrtkongress)
    • ILST-Beirat für den Studiengang Luftfahrtsystemtechnik
    • FHP Symposium (Forschungsnetzwerk Verkehrspilotenausbildung)
    • Berufsmessen: PCL (Pilot Career Live) und Pilot Expo
    • Fachmessen: AERO
    • Plattform "Menschen in komplexen Arbeitswelten"
  • Europa
    • European Cockpit Association (ECA): TLO (Training Licensing Operations), Board Director Technical Affairs 
    • EASA (über ECA): SAB (Stakeholder Advisory Body), ATPG (Airline Training Policy Group), RMT (Rule Making Tasks)
    • EATS (European Airline Training Symposium)
    • RAeS (Royal Aeronautical Society)
    • EPPSI (European Pilot Peer Support Initiative)
  • International
    • IFALPA
      • PPWG (Pilot Profession Working Group): CBTA, FSTDs, Automation
      • HUPER
        • Licensing: Language Proficiency, EBT, MPL, PBN
        • Human Factors: CRM, Pilot Monitoring
    • ICAO (via IFALPA)

Veröffentlichungen

  • Flyer & FAQs "Der Weg ins Cockpit
  • Checkliste Flugschulen
  • Policies & Positionspapiere

Der Arbeitsbereich der AG SEC teilt sich in die Bereiche Safety und Security auf: Safety oder Flugsicherheit bzw. Luftverkehrssicherheit umfasst die Abwehr von systemimmanenten Risiken. Security oder Luftsicherheit befasst sich mit der Abwehr äußerer Gefahren, die zu Schaden in der Luftfahrt führen können. Dazu zählen ordnungsstörendes ("unruly") Verhalten, kriminelle Handlungen oder terroristische Akte. 

Die Grundlagen dafür werden in einer Vielzahl an internationalen und nationalen Abkommen, Verordnungen und Gesetzen geschaffen und ständig überarbeitet und angepasst. Beispiele dafür sind etwa der ICAO Annex 17, das Tokioter Abkommen, die EU (D)VO 300/2008; 2015/1998; 2019/103 und das Deutsche Luftsicherheitsgesetz.

Piloten spielen in diesem Sicherheitsnetz eine aktive und tragende Rolle. Die AG SEC bringt die Perspektive und Erfahrung aktiver Piloten und Pilotinnen in dieses System ein, indem sie sich einerseits um einen intensiven Austausch mit den zuständigen nationalen Behörden bemüht und anderseits über die Mitarbeit in Arbeitsgruppen bei der European Cockpit Association (ECA) und der International Federation of Airline Pilots (IFALPA) auf der internationalen Ebene Einfluss auf die kontinuierliche Erhöhung der Luftsicherheit nimmt.

Die umfangreiche Liste an Themen, mit denen sich die AG Security befasst reicht dabei von A wie „Angriffen auf Luftfahrzeuge mit Lasern“ bis Z wie „Zuverlässigkeitsüberprüfungen für Luftfahrtpersonal“. Dabei kommen zu den klassischen Themen wie „Sicherheitskontrollen“, „Fliegen in und über Krisengebiete“ immer auch neue Themenbereiche wie „Internationaler Menschenhandel“ oder „IT Security“ hinzu.

VC Policies zu den Themen im Bereich Security können hier eingesehen werden.

Die AG UAS+ beschäftigt sich mit allen Themen rund um den Betrieb von Unbemannten Luftfahrzeugsystemen - Unmanned Aircraft Systems (UAS) – umgangssprachlich oft als Drohnen bezeichnet. Das „+“ soll hierbei hervorheben, dass es nicht nur um die Luftfahrzeugsysteme selbst geht, sondern um das Gesamtsystem, was auch Dinge wie beispielsweise Luftraumstrukturen, Ausbildungskonzepte, neue technologische Entwicklungen (z.B. hochautomatisierte Lufttaxis) beinhaltet.

Zweck der AG Arbeit ist der Schutz der Luftfahrzeugbesatzungen und Passagiere, die Eindämmung von möglichen Kollisionsgefahren durch Drohnen sowie die Integration von unbemannten Luftfahrzeugsystemen in den Luftraum. Das wichtigste Ziel hierbei ist es das heutige sehr hohe Sicherheitsniveau der bemannten Luftfahrt nicht durch die Einführung von unbemannten Luftfahrzeugsystemen zu beinträchtigen.

Die größte Herausforderung ist das steigende Kollisionsrisiko, zwischen einem unbemannten und bemannten Luftfahrzeug. Für Piloten von bemannten Luftfahrzeugen sind insbesondere kleinere Drohnen aufgrund ihrer kompakten Abmessungen ohne entsprechende Hilfsmittel fast unmöglich im Luftraum zu erkennen – was besonders für niedrig fliegende Hubschrauber im Rettungseinsatz ein erhöhtes Kollisionsrisiko darstellt. Die AG UAS+ hat bei der Einführung und Ausgestaltung der europäischen Regeln zu UAS auf nationaler (BMDV) und internationaler (EASA) Ebene aktiv mitgearbeitet und mit dazu beigetragen, dass in der EU eine Pflicht zur Remote ID für alle seit 1.1.2024 neu verkauften Drohnen über 250 g besteht.

Die AG UAS+ führt diese aktive Mitarbeit in den relevanten Gremien des BMDV, der EASA, sowie diversen Verbänden fort. Konkret wird aktuell an vielen Konzepten rund um das Thema UAS gearbeitet. Diese betreffen die Zertifizierung der Systeme selbst, die Integration in den Luftraum, sowie die Lizensierung, Aus-, Fort- und Weiterbildung von UAS-Betreibern und Fernpiloten.