Besondere Sanierung: Ganze Siedlung in Hagen bekommt neue, vorgefertigte Fassaden
Die gesamte Wohnsiedlung des Wohnungsvereins in der Buschstraße in Hagen-Helfe soll bald energetisch saniert werden, ohne dass Mieterinnen und Mieter ausziehen müssen. Vorgefertigte Fassadenmodule sollen an die zwölf Häuser angebracht werden, teilten der Wohnungsverein Hagen und das Berliner Unternehmen Ecoworks am Dienstag dazu mit. Die Gebäude stammen aus dem Jahr 1966 und umfassen 192 Wohnungen. In den kommenden Wochen sollen die ersten Vorarbeiten beginnen.
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Die Kosten für den Wohnungsverein belaufen sich auf rund 23 Millionen Euro. Wie eine Sprecherin erklärt, handele es sich um die bislang größte genossenschaftliche serielle Sanierung in Deutschland.
Bauprojekt in Hagen: Häuser sollen energieeffizienter werden
Das Unternehmen Ecoworks, das sich auf serielle Sanierung von Mehrfamilienhäusern spezialisiert hat und in Berlin sitzt, fertigt dafür die Fassadenelemente vor und baut Dämmung, Fenster und elektrische Rollläden bereits im Werk in die Module ein. Das reduziere die Montagezeit vor Ort und entlaste die Mieterinnen und Mieter in Hagen. Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die eigentliche Montage der fertigen Elemente auf der Baustelle innerhalb weniger Wochen.
Um die Gebäude energieeffizienter zu gestalten, sollen die Flachdächer der Wohnhäuser neu gedämmt und abgedichtet werden, heißt es zu dem Projekt weiter. Auch eine Photovoltaikanlage, die den erzeugten Strom vollständig ins Netz einspeist, soll im Zuge der Arbeiten installiert werden. Weiterhin sollen die Häuser mit Fernwärme geheizt und Balkone für die Wohnungen geplant werden.
So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO₂-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar.
Sebastian Greese, Wohnungsverein Hagen
Renovierungen sollen Energieverbrauch der Mieter in Hagen senken
„So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO₂-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar”, sagt der Geschäftsführer des Wohnungsvereins, Sebastian Greese. Durch die Renovierungen werde der Energiebedarf der Häuser voraussichtlich um 36 Prozent sinken. Der Wohnungsverein besitzt in Hagen rund 6000 Wohnungen, dazu Garagen, Stellplätze und Gewerbeeinheiten. Laut Greese sollen die Bauarbeiten an den 12 Häusern in insgesamt drei Bauabschnitten erfolgen, die sich über die kommenden drei Jahre erstrecken werden. Erst kürzlich habe man den Vertrag mit dem Berliner Unternehmen unterzeichnet.
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Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) schätzt, dass 30 Prozent aller Mehrfamilienhäuser für eine serielle Sanierung geeignet sind. Bei weiteren 15 Prozent der Häuser sei eine solche Modernisierung technisch machbar, ließe sich aber noch nicht wirtschaftlich umsetzen. Laut Dena sind in Deutschland bereits 150 serielle Sanierungen fertiggestellt worden, darunter Mehrfamilienhäuser, Wohnquartiere, Schulen und Einfamilienhäuser. Etwa 90 weitere Projekte seien derzeit im Bau, rund 280 weitere befänden sich in der Planung und Vorbereitung. (red/dpa)
