SPD Velbert kritisiert das Anmeldeverfahren an weiterführenden Schulen
Die SPD-Ratsfraktion kritisiert die Entscheidung der Stadt Velbert, das bewährte vorgezogene Anmeldeverfahren in Velbert zu streichen. „Ich habe diese Entscheidung nach der Vorstellung im Ausschuss scharf kritisiert“, erklärt Matthias Gohr, ehemaliger Schulausschussvorsitzender. „In Wülfrath gibt es eine Sekundarschule und ein Gymnasium, die noch Kapazitäten haben. Zu glauben, Eltern würden von einer Anmeldung an den Velberter Gesamtschulen nun absehen, nur weil eine Ablehnung möglich ist, ist schlicht unrealistisch. Sie wissen, dass ihre Kinder im Zweifel immer noch Anspruch auf einen Platz an einer Schule in ihrer Heimatstadt haben.“
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Neben dem ausdrücklichen Wunsch beider Gesamtschulen, das Anmeldeverfahren vorzuziehen, hatten SPD, UVB und FDP im Oktober einen Antrag eingebracht, der genau dieses Vorgehen ebenfalls vorsah. Ziel war es, abgelehnten Kindern die Möglichkeit zu geben, im regulären Verfahren ohne Zeitdruck eine passende Alternative zu finden. Sowohl Schuldezernentin Ernst als auch die Ratsmehrheit aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen lehnten diesen Antrag jedoch ab.
Wenn Velberter Schüler statt aufs Gymnasium auf die Hauptschule gehen müssen
„Da auch die Gymnasien aktuell sehr hohe Anmeldezahlen verzeichnen, kann diese Änderung im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Kind mit Gymnasialempfehlung, das an einer Gesamtschule angemeldet wurde, nach einer Ablehnung nur noch Plätze an Realschule oder Hauptschule zur Auswahl hat. Das ist ein völlig falsches Signal an die Kinder unserer Stadt“, betont Gerhard Ingravidi, Mitglied des Schulausschusses.
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Ein weiteres Problem betrifft die Anmeldungen stadtfremder Kinder. „Dass sich Kinder aus anderen Städten in Velbert anmelden, beschäftigt uns schon lange – und oft funktioniert das auch gut. Man sieht es etwa am Gymnasium Langenberg, das viele Kinder aus dem Wuppertaler Dönberg aufnimmt“, so Ingravidi. „Für Gesamtschulen, Realschulen und Hauptschulen haben wir deshalb das Stadtkinderprinzip eingeführt, damit stadtfremde Kinder abgelehnt werden können, wenn sie in ihrer Heimatstadt dieselbe Schulform besuchen könnten.“
SPD fordert Änderung des Schulgesetzes im Sinne von Velberter Schülern
„Genau hier liegt das Problem bei den Schulanmeldungen aus Wülfrath“, ergänzt Felix Hasselmann, stellvertretender Vorsitzender des Schulausschusses und schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion Velbert. Da es dort neben der Sekundarschule und dem Gymnasium nur eine private Gesamtschule gibt, „müssen Kinder aus Wülfrath gemäß Schulgesetz im Anmeldeverfahren wie Velberter Kinder behandelt werden.“
Hasselmann fordert daher die Stadt Velbert und Schuldezernentin Ernst zum Handeln auf: „Ich erwarte, dass die Stadt Velbert und die Schuldezernentin sich gemeinsam mit der Bezirksregierung für eine Änderung des Schulgesetzes im Landtag einsetzen. § 46 im Schulgesetz des Landes muss ergänzt werden: Kommunen, die eine Sekundarschule und eine gymnasiale Oberstufe betreiben, müssen Städten mit einer Gesamtschule gleichgestellt werden.“
