Treppeneinsturz in Witten kam für Eigentümerin „vollkommen überraschend“
Zusammenfassung
- Nach dem Einsturz einer Treppe in einem Ärzte- und Geschäftshaus in Witten suchen Experten weiter nach der Ursache.
- Laut Eigentümerin wird vermutet, dass ein Auflager der Treppe versagt haben könnte, doch genaue Erkenntnisse fehlen noch.
- Das Gebäude bleibt beschlagnahmt, die Mieter können aktuell nicht in ihre Räume zurückkehren.
Zwei Wochen nach dem Treppeneinsturz im Ärzte- und Geschäftshaus an der Wittener Ardeystraße ist weiterhin unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Nun hat sich die betroffene Immobiliengesellschaft als Eigentümerin des Hauses auf Anfrage dieser Redaktion über ihren Anwalt geäußert. Demnach gibt es eine erste Vermutung – wenn auch die Ursache weiterhin unbekannt ist.
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Nach ersten Einschätzungen der Gutachter und den von ihnen ausgewerteten Fotos könnte „ein Auflager der Treppe nachgegeben“ haben. Auflager leiten die Last der Treppe auf tragende Bauteile ab. Da die Eigentümerin nicht am Bau des Gebäudes beteiligt gewesen sei, gebe es „hierzu noch keine gesicherten Erkenntnisse“, teilte der Anwalt mit. Auch wie hoch der entstandene Schaden sei, könne zu diesem Zeitpunkt nicht beziffert werden.
Treppenabsturz: Eigentümerin gehört das Gebäude in Witten seit 2022
Dem Anwalt zufolge hat seine Mandantin das Gebäude im Jahr 2022 gekauft. „Seitdem fanden sich keine Anhaltspunkte für derartige Baumängel.“ Der Treppenabsturz sei für die Eigentümerin „vollkommen überraschend“ gekommen.
Aktuell ist ein Betreten nicht möglich. Die Polizei hat das Gebäude beschlagnahmt und ermittelt. Laut Anwalt der Eigentümerin warte man nun darauf, dass das Haus wieder freigegeben wird, um die weiteren Schritte einzuleiten. „Ein fachkundiges Team aus Architekten und Statikern steht bereit.“ Zuvor hatte die Stadt die Eigentümerin nach eigenen Angaben dazu aufgefordert, „einen Prüfstatiker zu beauftragen, um die Ursachen sowie Möglichkeiten einer Sanierung zu klären“.
Noch ist also unklar, wie es mit dem Gebäude weitergeht, in dem unter anderem Arztpraxen, ein Steuerberater und das Autismus-Therapiezentrum des Deutschen Roten Kreuzes untergebracht waren. Die Mieter stehen zurzeit ohne Räume da.
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Bei dem Treppenabsturz am 11. März in Witten hatte es keine Verletzten gegeben. 36 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes noch in dem Gebäude befanden, konnten über eine Drehleiter in Sicherheit gebracht werden. Im Anschluss hatte das THW die beiden verbliebenen, etwa 18,4 Tonnen schweren Treppenläufe innerhalb von 48 Stunden abgesichert.
