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⇱ Wolf in Hamburg: Abschießen oder freilassen – was jetzt mit dem Tier passiert


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Ausnahmefall

Abschießen oder freilassen? Das passiert jetzt mit dem Hamburger Wolf

Berlin. Ein Wolf verirrt sich nach Altona, eine Frau wird verletzt, Hamburg prüft die Tötung. Nun ist klar, was mit dem Tier passiert.
Von Eileen Wagner
In Hamburg hat sich ein Wolf bis in die Stadt verirrt und eine Frau verletzt. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa | Bernd Weißbrod

In Hamburg ist aus der Sichtung eines Wolfs binnen weniger Stunden ein Fall mit bundesweiter Aufmerksamkeit geworden. Das Tier verirrt sich in dicht besiedeltes Gebiet, eine Frau wird verletzt, die Behörden müssen unter Hochdruck handeln. Seitdem steht vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Was passiert jetzt mit dem Wolf?

Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde ist diese Frage inzwischen vorerst beantwortet. Der Wolf wurde in eine Wildtierauffangstation nach Niedersachsen gebracht. Dort habe das Tier ein „neues vorläufiges Zuhause“ gefunden, sagte ein Sprecher der Behörde der Deutschen Presse-Agentur. Welche Station den Wolf aufgenommen hat, wollte die Umweltbehörde nicht nennen. Auch ob das Tier dort dauerhaft bleiben kann, ist bislang offen.

Wolf in Hamburg-Altona: Wie es zu dem Vorfall mit der Frau kam

Begonnen hatte der Fall allerdings schon Tage zuvor. Zunächst war der Wolf am westlichen Hamburger Stadtrand gesehen worden. Am Montag tauchte das Tier dann an einem Ort auf, an dem wohl kaum jemand mit ihm gerechnet hätte: in einer Einkaufspassage im dicht besiedelten Stadtteil Altona.

Dort kam es nach Angaben der Behörden zu dem Vorfall mit einer Frau. Nach Informationen der dpa sei dem Wolf der Weg aus der Passage durch gläserne Automatiktüren versperrt gewesen. Die Frau habe dem Tier offenbar helfen wollen. Dabei wurde sie verletzt. Wie genau die Situation in diesem Moment eskalierte, ist bislang nicht im Detail öffentlich gemacht worden.

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Wolf verletzt Frau in Hamburg: Behörden sprechen von Ausnahmefall

Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank sprach von einer Zäsur. „Wir haben nun das erste Mal die Situation, dass wir eine durch Wolf verursachte Bissverletzung haben“, sagte die Grünen-Politikerin. Auch das Bundesamt für Naturschutz wertete den Fall als Ausnahme. Seit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland und seiner erneuten Ausbreitung seit 1998 sei nach Angaben der Behörde kein Mensch durch einen Wolf verletzt worden.

Zur Schwere der Verletzung machte Fegebank keine näheren Angaben. Sie sagte jedoch, die Frau habe das Krankenhaus nach einer kurzen ambulanten Behandlung wieder verlassen können.

Wolf in der Innenstadt: Warum die Behörden von Angst statt Angriff ausgehen

Fegebank zufolge spricht vieles dafür, dass der Wolf nicht gezielt angriff, sondern in einer Ausnahmesituation aus Angst reagierte. Über anderthalb Tage habe sich das Tier „vollkommen arttypisch“ verhalten, sagte sie – also vorsichtig und menschenscheu. Erst später lief es immer weiter in die Stadt hinein, bis ins urbane Zentrum, und geriet dort offenbar in eine Lage, in der es keinen Ausweg mehr fand.

Nach dem Vorfall in Altona setzte der Wolf seinen Weg fort, lief bis in die Hamburger Innenstadt und wurde schließlich am Jungfernstieg von der Polizei eingefangen. Anschließend kam das Tier zunächst in das Wildgehege Klövensteen im Westen der Stadt, wo es tiermedizinisch versorgt wurde.

Bis zu seinem Transport nach Niedersachsen war der Wolf im Wildgehege Klövensteen untergebracht und tiermedizinisch versorgt worden. © dpa | Bodo Marks

Hamburg: Warum sogar die Tötung des Wolfs diskutiert wurde

Nach Angaben von Umweltstaatsrätin Stefanie von Berg könnte der Wolf auf der Suche nach einem neuen Revier gewesen sein. Demnach sei das Tier immer weiter in die Stadt gelaufen, weil es die Orientierung verloren habe, anstatt den Weg zurückzufinden.

Zwischenzeitlich stand deshalb mehr zur Debatte als nur ein Transport in eine Auffangstation. Nach Angaben von Fegebank wurden am Nachmittag auch andere Möglichkeiten mit Expertinnen und Experten besprochen: die Freilassung des Tieres – und sogar seine Tötung.

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Fegebank begründete diese Abwägung mit der Sorge vor einer Wiederholung. Eine solche Situation noch einmal zu riskieren, sei politisch und persönlich kaum verantwortbar. „Das ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen würde“, sagte sie.

mit dpa

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