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Medienberichte

Nato alarmiert: Russisches U-Boot bedroht US-Flugzeugträger

Berlin. Medien berichten, dass ein russisches U-Boot einem Flugzeugträger im Nordmeer zu nahe gekommen ist. Die USA schicken Aufklärer.
Hier kommt der US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford im französischen Marseille an. (Symbolfoto) © Gerard Bottino/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa | Gerard Bottino

„Jagd auf Roter Oktober“ – so lautet der Titel eines Bestsellers des Schriftstellers Tom Clancy (1947 - 2013). Der Roman handelt davon, dass ein sowjetisches Atom-U-Boot („Roter Oktober“) mit seiner kompletten Besatzung zur Nato überlaufen möchte. Eine „Jagd“ findet aktuell ebenso statt, aber mit etwas geänderten Vorzeichen.

Denn laut übereinstimmenden Medienberichten hat ein russisches U-Boot im Nordmeer den US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford „bedroht“. Beim Nordmeer handelt es sich um ein Randmeer des Atlantischen Ozeans. Es ist die wichtigste Verbindung zwischen dem Nordatlantik und dem Arktischen Ozean. Das Gewässer befindet sich zwischen Norwegen, Island und Spitzbergen (eine Inselgruppe, die ebenfalls zu Norwegen gehört).

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Eskalation im Nordmeer: Flugzeuge „jagen“ russisches U-Boot

Wie die englische „Sun“ berichtet, hätten Großbritannien, die USA und Norwegen eine groß angelegte Suche nach dem U-Boot gestartet. Seit Sonntag sollen spezielle Poseidon-U-Boot-Jagdflugzeuge 27 Einsätze geflogen sein, um das Nordmeer abzusuchen. Die Mission soll 48 Stunden angedauert haben. Laut The Sun zeigten Flugverfolgungsdienste, dass ein britisches Poseidon-Flugzeug stundenlang über der Norwegischen See (so wird das Nordmeer auch bezeichnet), etwa hundert Kilometer westlich der Küste der Lofoten, gekreist sein soll.

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Die Poseidon-Aufklärungsflieger sind mit modernsten U-Boot-Sensoren, Torpedos, Raketen und Sonarbojen ausgestattet. Sie können eingesetzt werden, um Unterwasserbewegungen zu orten, wodurch die Nato-Streitkräfte in der Lage sind, U-Boote zu entdecken, die tief unter der Oberfläche operieren.

Die US-Marine habe dafür einen Stützpunkt in Island genutzt. Wie das „Dagbladet“ berichtet, wurde sie aber zudem durch mindestens zwei US-Poseidon-Flugzeuge aus Sizilien verstärkt. Eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium soll die Mission als „höchst ungewöhnliche Eskalation“ bezeichnet haben.

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Anspannung zwischen NATO und Russland hoch

Wie das „Dagbladet“ schreibt, befinde sich der Flugzeugträger aktuell in der Nähe Norwegens. Er solle auch Übungen mit den norwegischen Streitkräften durchführen. Die USS Gerald R. Ford ist der größte Flugzeugträger der Welt. Aus Sicherheitsgründen ist nie öffentlich zu erfahren, wo sich das gigantische Kriegsschiff aktuell befindet. Genauso wenig hat eines der Nato-Länder die mögliche Jagd auf das russische U-Boot offiziell bestätigt.

Ryan Ramsay, ein ehemaliger U-Boot-Kommandant der Royal Navy, erklärte gegenüber der „Daily Mail“, dass die „Jagd“ dazu diene, die Dominanz der NATO in der Region zu unterstreichen. „Damit zeigt das Bündnis, dass es die Kontrolle hat“, sagte er. „Entweder haben sie das U-Boot oder die U-Boote bereits gefunden und halten sie fest – oder sie haben sie noch nicht gefunden und müssen sie erst noch finden.“

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Russisches U-Boot in NATO-Gebiet? „Wir haben euch im Blick“

Ähnlich äußerte sich der ehemalige Marinekommandant Tom Sharpe gegenüber dem englischen Blatt: „Es sieht so aus, als hätten sie ein russisches U-Boot gefunden und würden es nun hart angehen. Damit sagen sie Russland: Wir haben euch im Blick.“

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 ist das Verhältnis zwischen der NATO und Moskau massiv angespannt. Das westliche Bündnis beobachtet die militärischen Aktionen des Kreml in der Arktis sehr genau. Westliche Regierungsvertreter haben wiederholt davor gewarnt, dass russische U-Boote in der Lage sind, wichtige Unterwasserinfrastrukturen wie transatlantische Datenkabel und Energiepipelines zu zerstören.

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