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Ganz persönlich über Flucht, die US-Verwandten und der neue Thermomix

Berlin. Wenn die US-Verwandtschaft Trump super findet +++ Ein Merkel-Flüchtling und Kollege erzählt +++ Monatelang kein Schlaf: Das war Folter +++
Ein Kommentar von Birgitta Stauber, Textchefin
Birgitta Stauber-Klein schreibt immer sonntags ihren Newsletter © Montage | FMG/Reto Klar/FFS

Liebe Leserin, lieber Leser,

was halten Sie davon, wenn Journalisten über sich selbst schreiben? Wenn sie Trends ausprobieren, medizinische Behandlungen testen, wenn sie verzichten – und dann aufschreiben, wie es war? Natürlich verlassen sie dabei die Objektivität. Es ist ja ihr Erleben, ihre Haltung, ihre Herangehensweise. Aber sogenannte Ich-Geschichten sind auch so nah dran am Geschehen, wie es keine Recherche schaffen kann. Diese ganz persönliche Betroffenheit ist der Reiz, den sie ausmachen. Tatsächlich werden sie auch besonders gut gelesen, das geben unsere Analysen her. Für mich Grund genug, für Sie in meinem zweiten Ferien-Newsletter etwas weiter zurückzublicken.

Die liebe US-Verwandtschaft: Plötzlich ist der Umgang schwierig

Zum Beispiel auf die US-Wahlen im vergangenen Herbst. Meine Kollegin Kiona Mae Higgins hat dazu einen ganz besonderen Bezug, denn die gesamte Familie ihres Vaters lebt in den USA, genauer: in Florida. Während die deutsche Verwandtschaft erschrocken über die politische Entwicklung in der Heimat ist, sind unter den Onkeln, Tanten und Cousins in den USA doch einige glühende Trump-Anhänger.

Kiona Mae Higgins mit Bildern ihrer amerikanischen Verwandtschaft. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Für Kiona Mae Higgins bedeutet dies: Der unbeschwerte Umgang mit der Verwandtschaft ist dahin. Denn über Politik und damit verbunden viele gesellschaftliche Themen wird nicht mehr gesprochen. „Die Wahl eines rassistischen und frauenfeindlichen Entertainers zum Präsidenten traf mich wie ein Tsunami“, schreibt sie in ihrem persönlichen Report.

Vor einigen Wochen habe ich Ihnen das Essay von Heba Alkadri empfohlen, in dem sie von ihrer Flucht aus Syrien erzählt und ihrer Ankunft in Deutschland. Mit poetischer Kraft beschreibt sie darin ihr Gefühl, warum sie nach vielen Wirrungen froh und stolz ist auf ihre Geschichte. Auch mein Kollege Ahmad Shihabi hat eine Flucht hinter sich: von Syrien in die Türkei, von dort aus mit dem Boot nach Griechenland, dann über die Balkanroute nach Deutschland.

Ahmad Shihabi floh im Jahr 2015 aus Syrien. © FFS | Ahmad Shihabi

Shihabi gehört zu den sogenannten Merkel-Flüchtlingen aus dem Jahr 2015. Wie Heba Alkadris Geschichte zeigt auch seine, was die Flucht aus der Heimat bedeut; wie schwer es selbst sehr talentierten und entschlossenen Menschen fällt, eine neue Existenz aufzubauen. Heba Alkadri und Ahmad Shihabi haben es geschafft. Sie gehören zum festen Stamm der FUNKE-Journalisten, und darauf dürfen wir stolz sein.

Nicht schlafen können: So groß ist der Leidensdruck

Es sind natürlich nicht nur politische Krisen, die das Leben meiner Kolleginnen und Kollegen heftig durcheinandergewirbelt haben. Alina Juravel etwa konnte nach der Geburt ihres Kindes einfach nicht mehr schlafen. Über Monate hinweg. Nacht für Nacht lag sie wach, obwohl ihr Kind längst stundenlang tief und fest schlummerte. Es waren Monate, in denen sie allenfalls drei bis vier Stunden mit vielen Unterbrechungen schlief.

Alina Juravel konnte viele Monate kaum schlafen. © privat | Privat

„Nach fünf Monaten wurde der Leidensdruck so groß, dass ich schon tagsüber Angst hatte, abends nicht einschlafen zu können und deswegen regelmäßig in Panik verfiel“, schreibt sie in ihrem Report. Sie hat am eigenen Leib erfahren, warum Schlafentzug zu einer beliebten und zugleich geächteten Foltermethode gehört. Glücklicherweise fand ein Arzt die Ursache: An ihrer Schlaflosigkeit waren tatsächlich die Hormone schuld, die von ihrer Schilddrüse produziert werden. Lesen Sie hier, was es damit auf sich hat.

An dieser Stelle empfehle ich auch gerne noch mal Alina Juravels Newsletter „Ein FUNKE Liebe“ mit interessanten Geschichten über Beziehungen, Familie und Sex. Hier können Sie ihn kostenfrei abonnieren.

Kein Zucker, kein Salz, kein Alkohol und jeden Tag 10.000 Schritte

Und dann sind da noch die Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht darauf verlassen wollen, was ihnen Experten raten, wenn es um ihre Gesundheit geht. Ferdinand Heimbach etwa hat einiges ausprobiert. Etwa, wie es ist, jeden Tag mehr als 10.000 Schritte zu gehen. Oder was es mit dem Körper macht, komplett auf Zucker zu verzichten. Auch die Alkohol-Abstinenz hat er durch. Am schwersten sei ihm gefallen, Salz aus der Ernährung zu streichen, sagt er. Effekte gab es bei jeder Herausforderung. Und sein Bewusstsein haben die Abstinenzzeiten auf jeden Fall geschärft.

Funke-Redakteur Ferdinand Heimbach probiert gerne neue Ernährungstrends aus. © Ferdinand Heimbach | Ferdinand Heimbach

Nur noch Thermomix? Was eine Familie davon hält

Zum Schluss noch etwas für Küchenfans. Anne-Kathrin Neuberg-Vural hat den neuen Thermomix ausprobiert, und zwar vier Wochen lang zusammen mit ihrem Mann und den beiden Kindern. Die besondere Herausforderung: Die ganze Familie durfte kein anderes Küchengerät benutzen. Also keinen Herd, keine Pfanne.

Die Familie hilft mit: Anne-Kathrin Neuberg-Vural testet den neuen Thermomix. © FUNKE Foto Services | Ralf Rottmann

Und bis auf eine Ausnahme auch keinen Backofen. So gesehen kann das echt teure Gerät dann wieder eine günstige Angelegenheit sein, wenn man ansonsten weder Elektrogeräte noch eine besondere Ausstattung an Küchenutensilien braucht. Aber funktioniert das auch im Alltag? Und macht das auch Spaß? Das Fazit meiner Kollegin ist ambivalent. Was sie auf jeden Fall sagen kann: „Ich bin aus dem Spülen nicht mehr rausgekommen.“ Behalten darf sie das Testgerät übrigens nicht, dabei hätte es doch ganz gut in ihre Küche gepasst.

Zugegeben: Meine Empfehlungen haben bis auf den ganz persönlichen Blick wenig gemeinsam. Aber vielleicht gefällt Ihnen ja gerade diese Vielfalt – ganz so, wie das Leben eben ist.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Sonntag.

Herzliche Grüße, Ihre Birgitta Stauber

Wenn Ihnen der Newsletter gefällt, empfehlen Sie ihn mit diesem Link gerne weiter. Und wenn Sie Kritik haben oder auch Anregungen, freue ich mich über eine Mail an birgitta.stauber-klein@funkemedien.de.

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